Schon acht Verkehrstote im Kreis / Keine spezielle Risikogruppe / Schevel mahnt zu noch mehr Rücksicht

Verschiedenste Ursachen und Orte

Nur wenige schwere Unfälle – wie dieser im Juli bei Falkenburg – enden tödlich. Dennoch gab es auf den Straßen im Landkreis dieses Jahr schon acht Opfer zu beklagen.

Landkreis - (ck) · Die Tragödien ereigneten sich an den verschiedensten Stellen, die Betroffenen stammen aus allen Altersschichten: „Es gibt keinen Schwerpunkt und keine Risikogruppe zu erkennen. Da können wir noch so viele Maßnahmen treffen – vor diesen Ereignissen sind wir nie ganz gefeit“, musste Heinz Schevel als Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen nach dem bereits achten tödlichen Verkehrsunfall des laufenden Jahres im Landkreis erkennen. Bisher letztes Opfer: eine Radfahrerin, die am Sonnabend ein Auto übersehen hatte (wir berichteten gestern). Zum Vergleich: 2009 kamen insgesamt nur zwei Menschen auf den Straßen im Kreisgebiet ums Leben. Doch diese Bilanz stellt im Vergleich zu den Vorjahren eine Ausnahme dar.

Denn 2008 waren zehn Opfer zu beklagen, 2007 lag diese Zahl bei 13 und 2006 bei 14 Menschen.

Polizeirat Schevel und seine Kollegen hüten sich jedoch davor, deshalb die Hände in den Schoß zu legen. „Jeder tödliche Unfall ist einer zu viel“, urteilte er gestern. „Aber in den jüngsten Vorkommnissen ist keine Häufung bestimmter Ursachen zu erkennen. Es war also etwa nicht so, dass es auffällig oft um überhöhte Geschwindigkeiten oder Baumunfälle ging.“ An derart gefahrenträchtigen Strecken überwacht die Polizei seit Jahren die Geschwindigkeiten, ahndet gefährliches Überholen oder warnt mit entsprechenden Schildern. Seitdem ging die Zahl der tödlichen Kollisionen mit Bäumen zurück.

Für die Todesfälle seit April war allerdings meist individuelles Fehlverhalten mit im Spiel – und da können die Verantwortlichen im Kommissariat trotz massiver Präventionsarbeit natürlich kaum lückenlos gegensteuern. Drei Unglücken ging zum Beispiel ein Missachten der Vorfahrt voraus, zwei Fälle beruhten auf Fehlern beim Überholen. „Unsere speziell geschulten Kollegen gehen gezielt auf Fahranfänger zu und suchen dafür zum Beispiel Schulen auf“, erinnerte Schevel. Demnächst besucht Oberkommissar Rolf Quickert die Bewohner eines Seniorenheims, um sie über das sichere Verhalten im Straßenverkehr zu informieren. „Diese vorbeugenden Programme setzen wir fort“, stellte der Polizeirat heraus.

Der Fokus liegt nämlich auch deshalb weiterhin nicht auf einer bestimmten Altersklasse, weil es in der aktuellen Statistik keine Ausreißer gibt: Die jüngste Verkehrstote war 24 Jahre alt, die älteste (am Sonnabend) 72. Hier zeige sich, dass es nicht nur um junge Fahrer oder ausschließlich um Senioren ging. Beide Menschen starben jedoch auf der Birkenheider Straße, der schnellsten Verbindung zwischen Ganderkesee und der Bundesstraße 213. Trotzdem kann Schevel dort nicht von einer risikoreichen Strecke sprechen: „Die zwei Fälle stehen in keinerlei Zusammenhang.“

Auffällig bleibt, dass es sich bei drei der acht Verstorbenen um Motorradfahrer handelt, einmal um eine Krad-Mitfahrerin. Niemand sollte allerdings deshalb auf rücksichtslose Biker schließen: „Zwei Fahrer traf keine Schuld“, unterstrich Schevel. Für ihn Grund genug, an jeden Verkehrsteilnehmer zu appellieren, „noch aufmerksamer und vorausschauender zu fahren“. Das bedeute auch, „mal auf sein eigenes Recht, etwa bei der Vorfahrt zu verzichten, behutsamer zu agieren und natürlich ohne Einfluss von Medikamenten oder Alkohol zu starten“.

Angesichts der nun einsetzenden dunklen Jahreszeit warnt der oberste Ordnungshüter im Landkreis zudem vor der beginnenden Mais ernte mit schweren Maschinen, Fahrbahn-Verunreinigungen und vielleicht unzureichenden Beleuchtungen von Anhängern. „Aber vielleicht führen solche Umstände wie auch die Gefahr durch Straßenglätte dazu, dass manche noch vorsichtiger fahren.“

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