Jägerschaften suchen nun das Gespräch

„Versäumt, die Bürger mitzunehmen“

Ahlhorn - Er habe das Gefühl, dass viele Mitglieder des Großenkneter Gemeinderates über die Historie und die Details des Schießsportzentrums in Ahlhorn nicht informiert seien, sagte gestern Thomas Große Beilage, der als Vorsitzender der Jägerschaft Cloppenburg über das Bauvorhaben im Rathaus informierte.

2004 sei die Gemeinde Großenkenten auf die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta zugekommen und habe ihnen das Grundstück in Ahlhorn quasi angeboten. Von dem ursprünglichen Gedanken, ein olympiareifes „Schießsportzentrum Ahlhorner Heide“ zu errichten, habe man sich bereits 2009 verabschiedet, nachdem der Deutsche Schützenbund aus finanziellen Gründen aus dem Vorhaben ausgestiegen sei.

Was kaum jemand wisse – seit diesem Zeitpunkt liefen die Planungen lediglich noch für ein jagdliches Ausbildungs- und Trainingszentrum. Dieses soll nach Auskunft der Investoren mit einem Trapstand, einem Skeetstand sowie sieben Kugel-Bahnen mit einer Länge von jeweils 100 Metern bestückt werden. Beantragt sei eine maximale Anzahl von 3 000 Schüssen pro Tag. Pro Jahr gebe es nach gesetzlichen Bestimmungen zehn Ausnahmen zur Überschreitung.

In der Praxis werde der Schießbetrieb jedoch nur an bestimmten Tagen in der Woche durchgeführt, betonte Große Beilage. „Die Anwohner werden davon auch so gut wie nichts mitkriegen. Wenn man ganz genau hinhört, kann man vielleicht etwas wahrnehmen“, sagte er. Die Ängste der Bürger könne er durchaus nachvollziehen. „Wir wollen in Zukunft die Anwohner auch auf jeden Fall mitnehmen. Leider haben wir das in der Vergangenheit versäumt.“ Dass es vereinzelte Befürchtungen gebe, sei für ihn auch nachvollziehbar, fuhr Große Beilage fort. Von einem derartigen Widerstand in der Bevölkerung habe er jedoch bis vor kurzem noch nichts geahnt.

Dies wollten einige Ratsmitglieder nicht gelten lassen. „Seit Jahren gibt es hier eine Bürgerinitiative. Vor kurzem gab es auch extra einen Informationsabend. Da hätten Sie ja auch einmal auf die Sorgen der Bürger eingehen können“, lautete ein Vorwurf.

Laut Große Beilage habe es den Antragsstellern an Zeit gemangelt. Außerdem habe er die Entwicklung im Nachbarlandkreis aufgrund der Entfernung nicht so genau verfolgen können.

Bürgermeister Schmidtke merkte an, dass die Jägerschaften interessanter Weise sofort reagiert hätten, als die örtlichen Medien über das Interesse der Firma „Bunte“ an dem Grundstück berichteten. „Das wirkt für mich nicht gerade so, als ob Sie sich tatsächlich darüber Gedanken machen, was die Leute vor Ort bewegt“, so Schmidtke. · js

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Neuseelands Parlament gedenkt der Opfer von Christchurch

Neuseelands Parlament gedenkt der Opfer von Christchurch

Polizei sucht nach Motiv für Schüsse von Utrecht

Polizei sucht nach Motiv für Schüsse von Utrecht

App-Stadtführungen und virtuelle Zeitreisen

App-Stadtführungen und virtuelle Zeitreisen

Hauptverdächtiger nach Schüssen von Utrecht gefasst

Hauptverdächtiger nach Schüssen von Utrecht gefasst

Meistgelesene Artikel

Die Konsequenzen des Klimastreiks

Die Konsequenzen des Klimastreiks

Müll verschandelt Marsch

Müll verschandelt Marsch

Mann bei Verkehrsunfall in Wildeshausen schwer verletzt

Mann bei Verkehrsunfall in Wildeshausen schwer verletzt

Auf dem Weg zur Fahrradkommune

Auf dem Weg zur Fahrradkommune

Kommentare