Manche Angehörige kümmern sich nicht / Verwaltung mahnt oft vergeblich

Vernachlässigte Gräber sorgen für Unmut

Friedhofsleiter Heiko Wittrock zieht oft Kunststoffabfälle aus dem organischen Müll. ·
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Friedhofsleiter Heiko Wittrock zieht oft Kunststoffabfälle aus dem organischen Müll.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Grabstelle für Verstorbene zu pflegen, ist für viele Menschen eine Ehrensache, wenn der Angehörige oder Freund in einem Wahl- oder Reihengrab bestattet ist.

Es gibt allerdings auf dem Wildeshauser Friedhof auch Angehörige, die sich auch nach wiederholter Aufforderung gar nicht um das Grab kümmern. Dann sind Friedhofs- und Stadtverwaltung relativ machtlos, es sei denn, sie wollen zu massiven Maßnahmen greifen.

„Grundsätzlich könnte das Grab nach 25 Jahren eingeebnet werden, wenn sich niemand darum kümmert“, so Friedhofsleiter Heiko Wittrock. „Aber das mag man ja auch nicht tun.“ Beim Gang über die Wege zwischen den letzten Ruhestätten stößt er immer wieder auf vernachlässigte Gräber.

Das kann viele Gründe haben. Manchmal sind Verwandte erkrankt oder gar auch verstorben – oder die Pflege wurde einfach vergessen. Die Friedhofsverwaltung schreibt die Angehörigen dann an. In der Regel folgt eine Reaktion der Adressaten, und das Grab wird wieder in Ordnung gebracht. Es gibt aber aktuell bis zu zehn Besitzer, denen das Andenken an die Eltern oder Geschwister völlig egal zu sein scheint. „Die reagieren auch nicht auf telefonische Ansprache“, hat Wittrock die Erfahrung gemacht.

Grundsätzlich kann die Friedhofsverwaltung dann einen Gärtner mit der Pflege beauftragen. Doch wenn die Angehörigen die Rechnung nicht bezahlen, ist das Engagement eines professionellen Betriebes auch schnell beendet. „Es kommt vor, dass die Stadtverwaltung die Besitzer dann noch mal anmahnt, aber auch darauf reagiert nicht jeder.“

Ordnungsliebende Friedhofsbesucher stoßen dann immer wieder auf dauerhafte Schandflecke auf dem Gelände und wundern sich, dass sogar klangvolle Namen der Wildeshauser Bürgerschaft auf den Grabsteinen zu lesen sind. Daneben vertrocknen Blumen, wuchert das Unkraut, sammelt sich Abfall.

„Schade“, findet Wittrock. Denn der Friedhof bietet die Möglichkeit der Urnenbestattung, für die nur einmal eine Rechnung bezahlt werden muss. Die Namen der Verstorbenen werden auf einer Stele verewigt, die Grasfläche wird regelmäßig gemäht.

Ein weiteres Problem beschäftigt die Friedhofsmitarbeiter: Nachdem es Jahre lang tadellos lief, verändert sich das Verhalten der Besucher bei der Abfalltrennung. Immer öfter finden die Angestellten Kunststoffreste im Bio-Müll. „Dabei sind die Tonnen farblich klar voneinander zu unterscheiden“, so Wittrock. Wenn der Müll nicht ordentlich getrennt wird, erhebt das Entsorgungsunternehmen höhere Gebühren, was wiederum den Friedhof belastet.

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