Landrat Eger zur Schlachthof-Diskussion

„Vermisse ein klares politisches Bekenntnis“

Landkreis - Wenn am Montag, 24. Juni, der Großenkneter Gemeinderat zusammenkommt, wird es zwar auch um den geplanten Schlachthof in Ahlhorn gehen. Eine endgültige Entscheidung über das Projekt steht aber nicht auf der Tagesordnung. Stattdessen geht es um die Abwasserentsorgung.

Dass die Grundsatzentscheidung – Schlachthof ja oder nein – so lange hinausgezögert wird, stößt nicht nur den Schlachthofgegnern in der Gemeinde bitter auf. Auch Landrat Frank Eger äußerte sich im Gespräch mit unserer Zeitung kritisch zu der Zeitspanne: „Aus meiner Sicht wäre es fair gewesen, noch vor der Bundestagswahl zu einem Ergebnis zu kommen.“ Er vermute eine „Verzögerungstaktik“ der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Rat.

Sowohl die Christdemokraten als auch die Liberalen hatten den Schlachthof bislang immer befürwortet. Nach massiven Protesten war von der Mehrheitsgruppe dann jedoch der Antrag gekommen, zur Entscheidungsfindung eine bindende Bürgerbefragung durchzuführen.

Er vermisse ein politisches Bekenntnis bei dieser Lösung, so Eger. Angesichts der Tragweite der Entscheidung halte er dieses für unverzichtbar. „Wenn der Vorschlag mit der Bürgerbefragung ernst gemeint ist, hätte man das schon vor einem halben Jahr umsetzen können.“ Ohnehin spiegele das Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 7. April den Willen der Bevölkerung wider. Auf geschickte Art und Weise wolle die Mehrheitsgruppe nun die Entscheidung auf einen Termin nach der Bundestagswahl hinauszögern.

Als Leidtragende der fortwährenden Diskussion sehe er vor allem die Landwirte, erläuterte Eger weiter. Dabei hätten diese mit dem Schlachthof nicht direkt etwas zu tun. „Die Gemeinde profitiert in großem Maße von der Arbeit der Landwirte.“ Durch die Schlachthofdiskussion sinke aber – fälschlicher Weise – die Akzeptanz für die Landwirtschaft vor Ort.

Auch wie der Rat mit dem Investor Walter Kreienborg umgehe, könne er nicht gutheißen, so Eger. Es dürfe nicht länger eine Hinhalte-Taktik geben. Stattdessen müsse eine klare politische Entscheidung her. · js

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