Seine Wahl zum OOWV-Vorsteher verknüpft Eger mit Bedingungen: Schnelle Geschäftsführer-Suche

„Verband fit fürs 21. Jahrhundert machen“

Frank Eger sieht sich im Fall seiner Wahl zum Verbandsvorsteher nicht als „Chef“ des OOWV.

Landkreis - (ck) · Dieses organisatorische Defizit im Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) wollte schon Alt-Landrat Hermann Bokelmann in den 90-er Jahren ausbügeln.

Mit seiner Forderung nach klarer Aufgabentrennung zwischen Geschäftsführer und Verbandsvorsteher fand er damals im Verbandsvorstand aber keine Mehrheit. Nun hat Frank Eger als amtierender Landrat des Kreises Oldenburg die Gelegenheit, den OOWV inhaltlich neu mitzugestalten. Sollte er aus der Verbandsversammlung am Montag als neuer Vorsteher hervorgehen, will er seinen Beitrag dazu leisten, „den OOWV von seiner Struktur her im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen“.

Konkret fordert er: „Die Wahrung des operativen Geschäfts muss beim Geschäftsführer angesiedelt sein.“ Der Vorsteher vertrete den Verband nach außen, leite Versammlungen und Vorstandssitzungen. Die in den Gremien erörterten Vorschläge „stimmen wir mit dem Geschäftsführer ab und sagen nicht: Wir haben entschieden, jetzt mach' mal“.

Momentan mehren sich Stimmen aus Nachbarkommunen, die sich Eger als Nachfolger des zurückgetretenden OOWV-Vorstehers Karl-Heinz Funke wünschen (wir berichteten). Nachdem Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner eine Lanze für den 50-Jährigen auf diesem ehrenamtlichen Zusatzposten gebrochen hatte, bezeichnete nun Cloppenburgs CDU-Landrat Hans Eveslage den Sozialdemokraten als Wunschkandidaten.

Die Union im eigenen Landkreis sieht dies jedoch kritisch, befürchtet Zeitverluste zu Lasten der hauptamtlichen Aufgaben. Auch dies kam gestern im Kreisausschuss auf den Tisch. Der Kreishaus-Chef selbst hatte die Sitzung einberufen, obwohl er das Thema mit der Politik nicht hätte erörtern müssen. Und er stellte erneut klar: „Ich dränge mich dem OOWV nicht auf.“

Sollten ihn die Verbandsvertreter am Montag in Brake vorschlagen („Ich selbst tue das bestimmt nicht“) und wählen, dürfte sich einiges beim Abwasserentsorger und Trinkwasserlieferanten ändern, prophezeit der Wildeshauser: „Die Entschädigungssatzung müssen wir verändern. 30 000 Euro jährlich für den Vorsteher sind zu viel – diese Summe würde ich gar nicht erst annehmen.“ Schon jetzt erhält er als Vorstandsmitglied eine Vergütung. „Ausgaben, die durch diese Aufgabe dem Landkreis entstehen, stelle ich natürlich in Rechnung – zum Beispiel Fahrtkosten.“

Im selben Atemzug betont er: „Mein Hauptjob bleibt der des Landrats. Ich möchte nicht noch Vorgesetzter von 600 weiteren Mitarbeitern sein.“ Also gelte es, den von seinem Amt entbundenen Geschäftsführer Hans-Peter Blohm nun formal abzuberufen und schnell einen Nachfolger zu bestellen. Namen stünden bisher nicht im Raum, „aber ich glaube, dass es in der OOWV-Belegschaft geeignete Damen oder Herren gibt“.

Trotzdem hielten sich im Kreisausschuss Bedenken hinsichtlich des zusätzlichen Zeitpensums, das der Landrat neben vielen Posten bewältigen muss. „Die Einwände sind berechtigt, der Gedanke daran bereitet auch mir manchmal Unbehagen“, gesteht er. An manchen Ämtern – etwa dem des Geschäftsführers der Kreismusikschul-GmbH – führe aber kein Weg vorbei, denn „der Hauptverwaltungsbeamte der jeweiligen Kommune ist gesetzlich dazu verpflichtet“. Andere Sitze – zum Beispiel im Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen oder bei den „Kommunalen Diensten Oldenburg“ (KDO) – nähmen bereits andere Kräfte der Kreisverwaltung ein. „Es wäre eine Farce, diejenigen nicht damit zu betrauen, die im jeweiligen Fachgebiet ohnehin voll im Thema sind.“

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