Steffen Pfeiffer läuft 6 600 Kilometer

Unterwegs für sauberes Wasser

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Steffen Pfeiffer machte einen Abstecher ins Druckereimuseum.

Wildeshausen - „Meine Vision ist, dass alle Flüsse eines Tages wieder Trinkwasserqualität haben.“ Das sagt Steffen Pfeiffer. Der 46-Jährige ist seit dem 26. Juni in Europa unterwegs und läuft vom Nordkap über den Jakobsweg nach Finisterre in Galicien.

Das sind 6 600 Kilometer. Gestern kam er durch Wildeshausen, übernachtete im Gemeindehaus neben der Alexanderkirche und zog weiter nach Vechta – ausnahmsweise mit dem Zug, weil er dort einen Termin einhalten musste.

Immer der Jakobs-Muschel am Wegesrand nach läuft Pfeiffer. Und er hat ein Anliegen: Er möchte, dass es ein Grundrecht auf sauberes Trinkwasser gibt. Ihm gefällt es gar nicht, dass mittlerweile Quellen in private Hände gelangt sind und damit Menschen vom lebensspendenden Nass ausgesperrt werden.

Ganz deutlich wurde das dem Jakobs-Pilger aus Freiberg (Neckar) im Jahr 2012, als er in Spanien Wasser aus einem Brunnen trinken wollte, das zwei Jahre vorher noch reines Trinkwasser war. „Diesmal schmeckte es chloriert, und ich erfuhr dass das Unternehmen, dem die Quelle gehört, das Wasser mit Chlor versetzet.“ Ziel sei es, mehr Wasser in Kunststoffflaschen zu verkaufen. „Im Herbst beschloss ich, erneut auf den Weg zu gehen. Ich wollte ein Zeichen setzen“, so Pfeiffer. Einfach so den Weg laufen, das reiße aber niemanden mehr vom Hocker, stellte er fest. Deshalb sei er am Nordkap gestartet, habe eine neues Stück des protestantischen Olafsweges neu eingerichtet und sich das auch vom Bischof von Trondheim bestätigen lassen. Danach beschritt er den katholischen Jakobsweg. In Wildeshausen hatte er gestern die Hälfte zurückgelegt.

„Wasser ist ein Menschenrecht“, sagt Pfeiffer. In diesem Ansinnen wird er von Sponsoren unterstützt. So trägt er das T-Shirt mit einem solchen Aufdruck von der Gewerkschaft „Verdi“. Er nächtigt auch öfters bei Gewerkschaftsmitgliedern. Sehr gerne ist er aber auch bei Kirchen zu Besuch. „Ohne Wasser gibt es keine Schöpfung, das ist ein ureigenes Anliegen der Christen aber auch vieler anderer Glaubensgemeinschaften“, so Pfeiffer. „Ich bin interkonfessionell ausgerichtet.“ Der Pilger versteht nur nicht, warum gerade Parteien, die das Christliche im Namen tragen, bisher nicht bereit waren, den ungehinderten Zugang zu Trinkwasser per Resolution zu unterstützen. Dennoch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich das noch ändert. „Dafür bin ich unterwegs“, sagt er. „Ich möchte zumindest sagen könne, etwas dafür getan zu haben.“ · dr

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