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Unrühmliches Ende einer langen Disco-Nacht in Wildeshausen vor Gericht

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Von: Dierk Rohdenburg

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Immer wieder Einsatzort für die Polizei: der Parkplatz von McDonald‘s in Wildeshausen.
Immer wieder Einsatzort für die Polizei: der Parkplatz von McDonald‘s in Wildeshausen. © dr

Wildeshausen – Dieses Ende einer langen Disconacht in Wildeshausen wird ein 25-Jähriger aus Ganderkesee wohl noch lange in Erinnerung behalten. Weil er als mutmaßlicher Zeuge seinen Ausweis nicht zeigen wollte, wurde er im Laufe der Auseinandersetzungen von der Polizei auf den Boden gebracht, fixiert, zur Wache befördert und musste sich in dieser Woche vor dem Amtsrichter wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollzugsbeamte verantworten.

Das Verfahren hatte den jungen Mann schwer beeindruckt, am Ende kam er mit einer Strafe von 2.400 Euro davon, weil der Vorwurf des Angriffs gegen einen Polizisten fallen gelassen wurde.

Die Staatsanwältin hatte dem Mann vorgeworfen, sich am 5. September gegen 5.23 Uhr auf dem Parkplatz von McDonald´s in Wildeshausen gegen polizeiliche Ermittlungen gewehrt und einem Polizisten in den Handschuh gebissen zu haben, wobei es aber keine Verletzungen gegeben habe.

Angeklagter hatte viel Alkohol getrunken

Der Vorwurf wurde von der Verteidigerin des Angeklagten grundsätzlich nicht bestritten. Ihr Mandant habe viel Alkohol getrunken und habe bereits am Auto seiner Schwester gestanden, die ihn und Freunde nach Hause bringen wollte. Wegen eines Fremdvorfalls habe er der Polizei als möglicher Zeuge seinen Ausweis zeigen sollen und das verweigert. Als er zu Boden gebracht worden sei, habe er ein Gummiteil im Mund gespürt und möglicherweise im Reflex zugebissen. Das bestätigte der Angeklagte, der sich bei den bei den anwesenden Polizisten ausdrücklich für sein arrogantes Verhalten entschuldigte. Er erklärte es mit seinem starken Alkoholkonsum. Laut Atemalkoholtest hatte er zum Tatzeitpunkt 1,5 Promille.

Der Polizist hatte berichtet, dass man den 25-Jährigen mehrmals auf seine Pflicht und die Konsequenzen seines Tuns hingewiesen habe. Er schloss nicht aus, dass sein Handschuh versehentlich in den Mund des jungen Mannes geraten war. Ein Finger sei auf jeden Fall nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Unter dem Strich blieb somit nur der Widerstand gegen die Vollstreckungsbeamte, für den die Staatsanwältin eine Strafe von 5.400 Euro und die Verteidigerin von 1.800 Euro für angemessen hielten. Der Richter entschied sich für eine mittlere Summe und machte deutlich: „Widerstand gegen Polizisten ist schlimm genug. Die Beamten stehen fast immer zwischen den Fronten.“ Deshalb habe es auch keine Einstellung des Verfahrens geben können.  

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