Volksbanken im Landkreis und in Delmenhorst mit Zuwächsen in Spareinlagen und Kreditgeschäft

Umsatz-Plus von vier Prozent

Präsentierten den „G.O.L.D.“-Jahresbericht (v.l.): die Volksbank-Vorstände Bodo Hedemann, Peter Bahlmann, Frank Ostertag, Richard Oldewurtel, Jürgen Kikker, Wolfgang Etrich und Jürgen von Seggern.

Landkreis - Von Cord Krüger· Mit einem Umsatzplus von vier Prozent, 500 neuen Mitgliedern, mehr Spareinlagen und einem lebhafteren Kreditgeschäft als noch 2008 beendete die Arbeitsgemeinschaft der „Genossenschaftsbanken Oldenburg-Land und Delmenhorst“ (G.O.L.D.) das vergangene Jahr. Die Höhe des Bilanzgewinns steht noch nicht fest, weil bisher nicht alle Geschäftsberichte der fünf Mitgliedsinstitute vorliegen. „Am Ende steht aber eine schwarze Zahl“, verriet gestern Jürgen von Seggern als Vorstand der Volksbank Ganderkesee-Hude. Und sein Amtskollege Peter Bahlmann von der „VR-Bank Oldenburg-Land West“ ergänzte: „Wir dürften über dem Durchschnitt des Genossenschaftsverbands liegen.“

Auch Bahlmanns Vorstands-Partner Richard Oldewurtel, Ganderkesees weiterer Vorstand Jürgen Kikker, Frank Ostertag als Vorstand der Volksbank Wildeshauser Geest sowie die Vorstände Bodo Hedemann (Volksbank Bookholzberg-Lemwerder) und Wolfgang Etrich (Raiffeisen-Volksbank Delmenhorst-Schierbrok) überschrieben ihr Fazit des ersten Jahres nach Beginn der Finanzkrise mit „zufrieden“. Eine größere Begeisterung verhinderte die verhaltene Stimmung am Aktienmarkt. „Wer dort vor der Krise aktiv gekauft und verkauft hat, stieg wieder ein. Aber es dürften ruhig ein paar mehr Anleger sein“, schilderte Etrich während des gestrigen Bilanzpressegesprächs im Ganderkeseer Gasthaus „Oldenburger Hof“. Auch Ostertag registriert hier noch eine „Unsicherheit“ – trotz der Volksbank-Garantie-Fonds mit festen Laufzeiten, die wenigstens die Sicherheit des eigenen Einsatzes gewährleisten. „Wenn wir sehen, wie der Deutsche Aktien-Index zum Stichtag Ende 2009 im Vergleich zu 2008 abschloss, hätten viele dort satte Gewinne einstreichen können“, erinnerte der Wildeshauser.

Sicherer fühlten sich Kunden als „normale“ Sparer. Das bescherte den Genossenschaftsbanken immerhin ein Plus von 1,5 Prozent bei den Einlagen, die sich zum Jahresabschluss auf insgesamt 900 Millionen Euro beliefen.

Noch lebhafter – fast wie zu Zeiten vor dem US-Börsencrash im Herbst 2008 – ging es im Kreditgeschäft zu. „Von einer Kreditklemme kann bei uns also keine Rede sein“, unterstrich Oldewurtel mit Blick aufs Volumen von 825 Millionen Euro (plus 6,2 Prozent) in dieser Rubrik. Die Abrechnung aller Tilgungen gegen neue Darlehen ergab einen Überschuss von 50 Millionen Euro.

Insgesamt steht in der Arbeitsgemeinschaft eine Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro zu Buche. Dazu trug auch das laut von Seggern „nur leicht rückläufige Immobiliengeschäft“ bei: „Wir profitieren von unserer Lage im Speckgürtel der Städte Bremen, Oldenburg und Delmenhorst. Wenn die Infrastruktur und das Angebot für Einwohner und Firmen stimmen, lassen sich für Gebraucht-Immobilien noch gute Preise erzielen.“ Allerdings registriert Ostertag auch hier regionale Unterschiede: „In unseren Mittelzentren wie Wildeshausen und Ganderkesee können wir etwa Einfamilienhäuser aus den 60-er Jahren noch gut vermarkten – in anderen Landkreisen stehen solche Objekte reihenweise leer.“

In ihrem Gebiet sehen die Bank-Chefs jedoch noch keine negativen Folgen des demografischen Wandels – und denken deshalb auch nicht daran, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Als beste Beweise gelten die Einweihungen neuer Filialen in Neerstedt und Heide. „Unsere Kunden legen Wert auf eine personengestützte Beratung“, erklärte Etrich. Wohl auch deshalb führen die fünf Volksbanken zusammen 185 000 Kundenkonten.

Ende Dezember kamen deren Eigentümer jedoch für einen halben Tag nicht an ihr Geld: Ein Server-Ausfall in Münster hatte alle Geldautomaten im Nordwesten kalt gestellt. „Das war natürlich ärgerlich“, bedauerte von Seggern, „aber wir haben alle Transaktionen schnell wieder aufgeholt“.

Immerhin blieben die Volksbanken hier von den bundesweit aufgetretenen Problemen schadhafter EC-Karten oder Datenmissbrauch von Scheckkarten verschont. Ebenfalls reibungslos gingen die Überweisungen an gemeinnützige Vereine ein – und meistens unverhofft für die Adressaten: Mehr als 300 000 Euro ließen die Banken aus dem Verbund 2009 springen – aus ihren Stiftungen, Sponsoring-Töpfen oder Zweckerträgen vom Gewinnsparen. Das ermöglichte kulturelle Ereignisse, Restaurierungen von historischen Gebäuden und spannenden Sport.

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