UWG strikt gegen erhöhte Grundwasserentnahme des OOWV / „Kontakt zu Anwalt aufnehmen“

„Umgebung nicht trockenlegen“

Zurzeit führt die Flachsbäke in Wildeshausen Wasser, im Sommer fällt sie jedoch oft trocken.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Der Widerstand gegen die erhöhte Grundwasserentnahme des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) in Wildeshausen wächst. Gestern beantragte die UWG im Rat, dass die Stadt alle rechtlichen Mittel gegen die Bewilligung der erhöhten Grundwasserentnahme ergreift. Schon jetzt solle die Verwaltung Kontakt zu einem Fachanwalt aufnehmen.

Wie bereits berichtet, hat der OOWV im Frühjahr 2010 beim Landkreis Oldenburg einen Antrag auf Bewilligung einer Grundwasserentnahme von 5,5 Millionen Kubikmeter Wasser für das Wasserwerk Wildeshausen gestellt. Gegenüber der bislang vorliegenden Genehmigung bedeutet dies eine Steigerung der Grundwasserentnahmemöglichkeit des OOWV um eine Million Kubikmeter. Betroffen ist dabei das Stadtgebiet Wildeshausen im Bereich Dr. Klingenberg Straße/Heilstättenstraße bis zum Katenbäker Berg und das Naherholungsgebiet Hölscherholz.

„Bereits gegenwärtig beklagen die Anwohner in dem betroffenen Bereich, ebenso aber auch die auf angrenzenden Flächen wirtschaftenden Landwirte, dass es in den vergangenen Jahren in den Sommermonaten zu einer besonderen Trockenheit gekommen ist“, so UWG-Ratsherr Rainer Kolloge in der Begründung für seinen Antrag. „Anschaulich wird dies unter anderem daran, dass die noch vor Jahren durchgängig Wasser führende Flachsbäke in den vergangenen Jahren in den Sommermonaten trockenfällt, wobei sich der Zeitraum des Trockenfallens offenbar immer weiter verlängert.“ Zudem seien in dem betroffenen Bereich offenbar bereits mehrere Hausbrunnen versiegt, auf den landwirtschaftlichen Flächen sei die Nutzung trockenheitsbedingt eingeschränkt.

Als Ursache der Trockenheit kommt aus Sicht der Anwohner insbesondere ein stetig fallender Grundwasserspiegel infolge der Grundwasserentnahmen durch den OOWV in Betracht. Vor diesem Hintergrund ist es nach Ansicht der UWG nicht akzeptabel, dass die Grundwasserentnahmemenge noch weiter gesteigert wird, eher sei eine Reduzierung der Entnahmemenge angezeigt.

Einen gesteigerten Wasserbedarf des OOWV vermag die UWG ohnehin nicht erkennen. Der OOWV führe zur Begründung seines Antrages unter anderem an, dass nach den Bevölkerungs-prognosen mit einem weiteren Bedarfsanstieg zu rechnen sei. Tatsache sei jedoch, dass die entsprechenden Prognosen heute auf eine mittel- und langfristig stag-nierende oder sinkende Bevölkerungszahl hindeuten, was letztlich zu einer Reduzierung des Wasserbedarfs führen müsste.

„Aus rein wirtschaftlichen Interessen des OOWV darf die Umgebung Wildeshausens nicht trockengelegt werden. Dies gilt sowohl im Hinblick auf den vom OOWV in seinem Antrag angeführten 2009 in Wildeshausen angesiedelten fleisch-verarbeitenden Betrieb als auch für die Versorgung außerhalb des Einzugsgebietes gelegener Großstädte“, so Rainer Kolloge.

Bereits im Juni hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt einstimmig beschlossen, Einwendungen gegen die beantragte erhöhte Grundwasserentnahme zu erheben. Heute ist die Anhörung beim Landkreis Oldenburg geplant.

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