Togolese Komi Amefiohoun besucht den Kindergarten Kirchseelte und erzählt von Afrika

Der Trommler ohne Geburtstag

Harpstedt - HARPSTEDTR (dn) · Als Komi Amefiohoun gestern in den Kindergarten in Kirchseelte kam, musste er erstmal herzhaft lachen. Er wurde von einer mannsgroßen Palme aus Pappe begrüßt. „Die ist gut geworden“, meinte er und erzählte grinsend: „In meiner Heimat Togo werden die Palmen nur etwas größer – ungefähr sechs Meter.“

Aber eigentlich war Amefiohoun gekommen, um mit den Drei- bis Sechsjährigen mal ordentlich auf die Pauke zu hauen. Mit afrikanischen Trommeln im Gepäck machte der Oldenburger, der auch in den Volkshochschulen in Wildeshausen und Ganderkesee aktiv ist, Musik mit den Kindern und hatte sich didaktisch auch etwas Kreatives einfallen lassen. „Jetzt machen wir den Elefanten“, sagte er in die Runde und gab anhand der Silben den Rhythmus vor. Und die Kinder beeindruckten ihn mit erstaunlichem Taktgefühl: „Junge, macht ihr das gut.“

Anschließend beantwortete der gebürtige Togolese die Fragen der Kinder, und die waren gut vorbereitet. „Wir haben gestern schon zusammengesessen und Fragen gesammelt, die wir stellen könnten“, berichtete Kindergartenleiterin Petra Riekers-Meier: „Das ist ein ganzer Katalog geworden.“ Kein Wunder: „Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Thema Afrika. Wir haben ein Patenkind namens Faith in Kenia, mit dem wir in Briefkontakt stehen, und das wir finanziell unterstützen.“

Zumindest in Sachen Westafrika sind die Kinder seit gestern noch ein bisschen schlauer. Komi Amefiohoun erzählte zum Beispiel von der Drei-Klassen-Gesellschaft in seinem Heimatland. „Ein kleiner Teil ist wohlhabend und lebt ungefähr wie ihr in Deutschland“, erzählte er: „Einige wohnen in den Städten in kleinen Hochhaus-Wohnungen; und viele sind so arm, dass sie kaum etwas zu essen haben.“

Der Gast verblüffte die Kinder auch mit seinem Bekenntnis, er habe noch nie in seinem Leben Geburtstag gefeiert. „Das gibt‘s doch nicht“, meinte daraufhin Julia aus der Kindergartengruppe. „Doch“, antwortete Komi Amefiohoun: „Der genaue Tag der Geburt ist in meiner Familie nicht so wichtig.“ Und Amefiohoun überraschte seine Zuhörer noch einmal: „Unser Spielzeug haben wir als Kinder selbst gemacht.“ „Wir auch“, antwortete ein Mädchen und zeigte auf die Palme an der Eingangstür.

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