Jugendhof Steinkimmen feierte mit rund 1000 Besuchern seinen 60. Geburtstag

Treffen der Ehemaligen

Hans-Georg („Henno“) Harder hat sich auf einem Foto im neuen Museum entdeckt. Als junger Mann war er vor rund 50 Jahren der erste Hausmeister im Jugendhof.
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Hans-Georg („Henno“) Harder hat sich auf einem Foto im neuen Museum entdeckt. Als junger Mann war er vor rund 50 Jahren der erste Hausmeister im Jugendhof.

Steinkimmen - Von Anja Willgerodt.  Erwartungsvoll empfingen die Mitarbeiter und Projektteilnehmer des Jugendhofs Steinkimmen am Sonnabendmorgen die ersten Gäste anlässlich des 60. Geburtstages ihrer Bildungsstätte.

Insgesamt kamen rund 1.000 Besucher, und nach einem intensiven Tag waren am Abend alle zufrieden – die monatelangen Vorbereitungen für diesen Tag der offenen Tür hatten sich gelohnt. Einziges Manko: „Wir hätten uns wesentlich mehr Besucher gewünscht“, bilanzierte Peter Brummund, der bei der Trägerorganisation des Jugendhofs, Viasol, für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.

„Es ist so gigantisch und schön hier, doch bisher kannten viele unseren Jugendhof mit den vielfältigen Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie unser Seminar- und Gästehaus mit Kantine und Caféteria gar nicht“, brachte es Sinaida Brier, eine der beiden Viasol-Geschäftsführerinnen, auf den Punkt. Die Besucher staunten dann auch über die Vielfalt, die sich an diesem abgelegenen Ort auftat. Auf dem weitreichenden Gelände wurden sie bei Live-Musik von Aktion zu Attraktion getragen, sie nutzten die Gelegenheit, Blicke in die Gästehäuser und in die Kreativhalle zu werfen, besuchten die Malerei- und Schürzenausstellung, schauten sich das Treiben aus 30 Metern Höhe an, vergnügten sich auf der Eventwiese beim Torwandschießen, Stockbrotbacken oder auf der Hüpfburg. Stärken konnten sich die kleinen und großen Besucher beim 60er-Jahre-Buffet.

„Ein Los – ein Euro“, pries die als Biene verkleidete Jennifer Key ihre Lose für die Tombola an. Sie selbst war als Teilnehmerin des „Kool“-Projektes seit Monaten an den Planungen und der Umsetzung des großen Tages beteiligt gewesen. „Ich war in der Kreativ-Gruppe“, erzählt die 24-Jährige. „Wir haben zum Beispiel T-Shirts bemalt oder Schilder angefertigt.“

Das „Kool“-Projekt (Kreative Objektemacher organisieren ein Lokalevent) richtet sich an junge Erwachsene, die wegen schwerwiegender Hemmnisse in den Bereichen Motivation, Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen noch nicht in Frage kommen. Seit Januar belegten die 20 „KOOL“-Teilnehmer zunächst Seminare zu Themen wie Konfliktbewältigung, Gewalt, Sucht und Soziales Lernen. Im Anschluss ging es an die Vorbereitung des Events und bis Ende des Jahres gehen die 15- bis 25-Jährigen nun in Langzeitpraktika.

Jennifer Key hat durch das Projekt sogar einen noch größeren Schritt gemacht: Im August begann sie beim Bildungsträger Viasol eine Ausbildung als Bürokauffrau. Nach zwei abgebrochenen Ausbildungen musste die Ahlhornerin Anfang dieses Jahres erst einmal zu sich selbst finden. „Das habe ich hier beim ,Kool‘-Projekt geschafft“, sagt sie. „Ich entwickelte mich zur Ansprechpartnerin für viele in unserer Gruppe, habe den Zusammenhalt gestärkt.“

Ebenfalls die motivierende Erfahrung des Zusammenhalts erlebten vier weitere Teilnehmer des „Kool“-Projektes. Die jungen Männer erarbeiteten die Entwicklung des Jugendhofs gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Volker Schwarze geschichtlich auf und richteten im Fotokeller das neue Jugendhof-Museum ein, das am Sonnabend eingeweiht wurde. Viele Fotos, alte Kameras und eine Ton-Diashow lassen Erinnerungen aufleben.

„Das gibt‘s ja nicht, das bin ja ich“, rief der 74-jährige Hans-Georg Harder und wies auf ein Foto, das ihn als jungen Mann arbeitend auf dem Jugendhof-Gelände zeigt. Harder war der allererste Hausmeister – von 1958 bis 1962. Er lebte damals auf dem Gelände, lernte dort sogar seine spätere Ehefrau kennen.

Genauso wie Hans-Georg Harder fanden am Sonnabend viele Ehemalige den Weg nach Steinkimmen. Fasziniert schauten sie sich die Diashow an und tauschten ihre Gedanken aus. „Wir haben die Gelegenheit genutzt und etwa 20 Adressen von früheren Begleitern des Jugendhofs notiert“, berichtete Peter Brummund. „Demnächst wollen wir ein Treffen arrangieren und das geschichtliche Wissen über den Jugendhof zusammentragen.“ Außerdem könne er es sich gut vorstellen, jährlich einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, um den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern. Zudem sei ihm am Sonnabend bei Gesprächen aufgefallen, dass viele gar nicht wissen, was in dem Jugendhof überhaupt passiert. „Die Inhalte sind heute völlig andere als noch vor ein paar Jahren. Auch das wollen wir in die Öffentlichkeit tragen.“

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