Neue Gas-Waschanlage auf Kneter Anlage installiert

150 Tonnen schweben ein

Kommt ein Koloss geflogen: Mit zwei Spezialkränen richteten Fachleute die neue Gas-„Waschmaschine“ auf.

Grossenkneten - (ck) · Am Ende blieb gestern doch noch pure Manneskraft unverzichtbar – trotz der Power der beiden Spezialkräne, die die neue, 150 Tonnen schwere „Waschmaschine“ aufrichteten und zu ihrem Standplatz bugsierten.

Am Teleskop-Autokran schwebte der Schwefelwasserstoff-Absorber zum Platz seines Vorgängers inmitten der Erdgas-Aufbereitungsanlage Großenkneten. Die letzten Millimeter über die Verschraubungen schoben sieben Männer ihn zurecht. „Passt“, sagt Walter Klare grinsend. Der stellvertretende Produktionsleiter auf dem Standort der „ExxonMobil“ bewahrte sich bis zuletzt seine Gelassenheit. „Nein, nervös bin ich nicht. Eigentlich hätte ich mein Büro auch gar nicht verlassen müssen.“

Denn erstens hatte er in Person von Projektleiter Jürgen Jelden einen akribischen Organisator dieses Vorhabens, und zweitens bewiesen die Männer des Spezialkranunternehmens „Mammoet“ nicht das erste Mal auf diesem Terrain Fingerspitzengefühl.

Aber ansehen wollte sich ein Teil der Belegschaft dieses Spektakel dennoch. Viele von ihnen bewaffneten sich mit Digitalkameras, und auch Jelden knipste ein paar Fotos. So viel Zeit musste sein.

Denn in den vergangenen Wochen ging es auf der Anlage stressig genug zu. „Nur alle zehn Jahre sorgen wir hier für einen Totalstillstand“, erklärte „Exxon“-Sprecher Hans-Hermann Nack. Das hieß jedoch nicht, dass die etwa 100 Kollegen in dieser Phase die Füße hoch legen können. Denn Ende August soll alles wieder in Betrieb gehen, und nur so lange bleibt Zeit für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. „Zu Spitzenzeiten arbeiten hier 450 Leute gleichzeitig, insgesamt mussten wir 720 Beschäftigte von unserem Konzern oder beauftragten Firmen hier durchschleusen und oftmals der Sicherheitseinweisung unterziehen.“

In manchen Fällen prüften und reparierten die Experten nicht nur, sondern schafften kompletten Ersatz ganzer Bauteile heran. Wie eben einen dieser Absorber, durch die Roh-Gas aus den Förderstellen im Weser-Ems-Gebiet fließt. „Das Gas muss durch verschiedene Böden strömen und kommt so in Kontakt mit einem speziellen Waschmittel“, erläuterte Prozessingenieur Klare. Am Ende kommt oben das fast schon verkaufsfertige Gas wieder heraus, und unten fangen wir das Gemisch aus Waschmittel und Schwefelwasserstoff auf. Dieses regenerieren wir durch Verringern des Drucks, so dass der Schwefelwasserstoff übrig bleibt.“ Daraus wiederum gewinnt „ExxonMobil“ täglich rund 1 600 Tonnen reinen Schwefel für die Industrie, der per Bahn größtenteils zum Weiterverladen in den Braker Hafen reist. Das Waschmittel wiederum gelangt in den normalen Reinigungskreislauf.

Apropos Hafen: Wie sehr „Exxon“ auf das Schiff angewiesen ist, zeigt der Weg des neuen Absorbers: „Der wurde in Elsfleth gebaut, kam dort aufs Schiff bis nach ldenburg – und von dort ging es weiter mit einem ungewöhnlichen Schwertransport“, sagte Klare mit Blick auf den 150-Tonnen-Koloss. Nun hofft er, dass der so lange hält wie der vorherige. Seit Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage 1974 hatte er das Sauergas gewaschen. Aber Korrosionsschäden an der Eintrittsstelle der Rohware machten die Neuanschaffung unumgänglich.

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