Verwaltung kann nicht einschätzen, wo im Kurbad der nächste Missstand droht / Gutachter abgelehnt

„Temporäre Schließung möglich“

Zurzeit kann die Stadt nicht abschätzen, welche Schäden im Kurbad auftreten könnten. Archivfoto: Dejo

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Alle halbe Jahre kommt ein Gutachter ins Kurbad in Wildeshausen und prüft die Statik. Ob andere Bereiche des Bades demnächst abgängig sind, begutachtet er jedoch nicht. Und auch sonst gibt es zurzeit niemanden, der sich darum kümmern kann und vorausschauend erkennt, was im Argen liegt. Deshalb ist immer wieder mit „temporären Schließungen“ zu rechnen. Wie vor wenigen Tagen, als die Filteranlage im Springerbecken endgültig versagte.

Kurzfristige Schließungen des Bades, weil Defekte dies erfordern, sind sehr unangenehm und wecken bei den Besuchern Argwohn, wenn es mal wieder der Fall ist. Die Öffentlichkeitswirkung ist verheerend, denn es entsteht der Eindruck, dass es sich bei dem Bad nur noch um eine „Bruchbude“ handelt.

Das ist ein wesentlicher Grund, warum sich die Verwaltung mit dem Wunsch an die Politik wandte, einen Fachgutachter zu beauftragen, der unter „Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Grundsätze die Unterhaltungsprioritäten im Bereich der technischen Anlage des Kurbades feststellt und entsprechende Empfehlungen zum Weiterbetrieb des Bades ausspricht“. Dieses Ansinnen wurde sowohl vom Bauausschuss als auch vom Verwaltungsausschuss abgelehnt. Bereits in der öffentlichen Sitzung hatten die Vertreter von CDU und FDP keine Notwendigkeit gesehen, einen weiteren Gutachter zu beauftragen, der Geld kosten würde. Das Bad sei umfassend begutachtet, zudem sei schließlich in nicht allzu ferner Zukunft der Neubau geplant, hieß es.

„Aber wann können wir ein neues Hallenbad finanzieren?“, fragt Bürgermeister Kian Shahidi. Es gehe der Verwaltung ohnehin nicht darum, ein weiteres Gutachten zu bekommen. „Aber wir haben bei uns im Hause niemanden, der die Situation im Hallenbad aus technischer Sicht beurteilen kann. Wir wissen nicht, was wir zuerst anpacken müssen und was das kostet.“ Das sei problematisch, weil die Verwaltung nun „über den Daumen peilen“ müsse, wie viel Geld für die Aufrechterhaltung des Badebetriebes in den Haushalt eingestellt werden muss. Im Entwurf für das kommende Jahr soll, nach Beschluss des Verwaltungsausschusses, aber auf jeden Fall die Erneuerung der Filteranlage und der Chlorgasanlage berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Apparaturen zur Feibadsaison 2011 zu installieren.

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