Erforschung der Arkeburg geht voran / Wichtiges Puzzlestück gefunden

Teil des Rätsels versteckt im Waldboden

Oldenburg - Von Lars ChowanietzGOLDENSTEDT · Der Vechtaer Historiker Bernd Ulrich Hucker vermutet im Herrenholz wichtige Hinweise zur Lüftung des Geheimnisses um die Arkeburg. Mitten in dem großen Forst soll einst das große Dorf Holtwedehusen gelegen haben.

Als Treffpunkt haben Professor Bernd Ulrich Hucker, Bernd Ammerich von der Denkmalschutzbehörde und Unternehmer Heinz von Döllen die Waldlichtung am Ahornweg, kurz vor der Brücke über die Schlochter Bäke, festgelegt. Hier vermutet der Vechtaer Historiker Hucker Spuren des seit Jahrhunderten verschwundenen Dorfes Holtwedehusen. Die Siedlung könne in seiner Forschung zur Entstehung der rund fünf Kilometer entfernten Ringwallanlagen der Arkeburg eine wichtige Rolle spielen, glaubt Hucker.

Dass das Dorf genau an dieser Stelle war, dafür sprächen unter anderem alte Flurbezeichnungen. Direkt an der Ahornstraße liege das Flurstück Karckhoff – der Kirchhof. „Da muss keine Kirche gestanden haben“, sagt Hucker. Hier könne bis vor über 700 Jahren auch einfach der Friedhof gewesen sein. Auch die Flurbezeichnung Meyerhof gebe es. In alten Karten und Aufzeichnungen von Heimatforschern hat Hucker einen Hinweis auf eine Wassermühle an der Schlochter Bäke gefunden, die früher mehr Wasser geführt haben müsse.

Für die Besiedlung der Gegend sprechen in Huckers Augen auch niedrige Wälle, Gräben und Erhebungen, die in dieser systematischen Anordnung vermutlich von Menschen ausgegraben und aufgeschüttet wurden und an vielen Stellen in dem Waldstück zu finden sind.

Ob Huckers Vermutung zutrifft, das will Bernd Ammerich von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises überprüfen lassen. Mit einfachen Methoden: Wenn hier Menschen gelebt haben, könnten noch Metallteile im Boden sein. Die lassen sich mit Suchgeräten ausfindig machen. Mit kleinen Erdbohrungen ließe sich herausfinden, ob die Gräben und Erhebungen natürlich oder von Menschen gemacht sind.

Nach Huckers Erkenntnis-

Spuren von menschlicher Besiedlung sind zu sehen

sen könnte das Dorf von Holtwedehusen von den Fürsten um den deutschen Kaiser Karl dem Großen durch die Ansiedelung von Franken vor rund 1200 Jahren nach der Eroberung Sachsens als Reichsgut gegründet worden sein. Damit könnte der Kaiser seine Machtansprüche in der Region gefestigt haben. Die Dorfbewohner seien für den Erhalt der sogenannten Goldenen Brücke über die Hunte zuständig gewesen.

Über den wichtigen Überweg verlief der damals bedeutende Reuterweg. Der Handelsweg kreuzte sich bei Visbek mit dem ebenfalls bedeutenden Pickerweg. Für den fränkischen Ursprung des Dorfes spreche aus sprachgeschichtlicher Perspektive auch der Name Holtwedehusen, erklärt Hucker.

Er vermutet auch, dass weitere Dörfer zu einem großen Komplex von Reichsgütern gehörten. Dazu könnten auch das heutige Norddöllen und Wöstendöllen gezählt haben.

Dass es eine Verbindung zwischen Holtwedehusen und der Festung Arkeburg gab, davon ist der Historiker Hucker überzeugt. Und ebenfalls davon, dass er mit Erkenntnissen über Holtwedehusen auch dem Rätsel um die Arkeburg auf die Spur kommt. Der Zweck der Ringwallanlage am Goldenstedter Moor ist noch immer unklar. Sie könnte ein sicherer Rastplatz für Truppen und Händler gewesen sein – oder auch ein Standort zur Verteidigung.

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