Schulsieger auch landesweit vorn dabei

„Tastschreiben macht schlau“

Friederike Freytag und Leslie von Behrens (sitzend von links) freuten sich über die Urkunden und Präsente für Platzierungen im Bundesjugendschreiben, zu denen Käthe Weiß, Monika Bernardo, Roswitha Hahnenkamp und Gerhard Albers (v.l.) gratulierten.

Landkreis - (ck) · Leslie von Behrens nannte gestern einen simplen Grund, warum sie sich das Zehn-Finger-System an der Tastatur angewöhnt hatte: „Ich wollte möglichst schnell mit den Hausaufgaben fertig sein“, verriet die 16-jährige Schülerin der Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises schmunzelnd.

Inzwischen durchläuft die Huderin die einjährige Berufsfachschule Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Industrie-Dienstleistungen. Zum Stundenplan zählt auch das Fach „Bürokommunikation“, in dem sie ihr „Tastschreiben“ am Computer verfeinerte.

Und vor dem Schulwettbewerb des „Bundesjugendschreibens“ trainierte sie zu Hause. All das, gepaart mit der nötigen Konzentration, brachte Leslie den Schulsieg sowie Platz neun in der Landeswertung und Rang 231 von bundesweit mehr als 15 000 Konkurrenten ein. Während des zehnminütigen Abschreibens eines für sie unbekannten Textes brachte sie es auf 2 900 Zeichen bei nur zwei Fehlern. Dazu gratulierten ihr gestern BBS-Leiter Gerhard Albers und die Lehrerinnen mit Blumen und einem Präsentgutschein.

Nach der Fachschule hofft Leslie auf einen Ausbildungsplatz am Bildschirm. „Ich möchte Mediengestalterin werden“, verriet sie. Und Monika Bernardo, die an den BBS mit ihren Kolleginnen Roswitha Hahnenkamp und Käthe Weiß das Fach Bürokommunikation unterrichtet, riet ihr zum Beilegen der eben überreichten Urkunde in die Bewerbungsmappe: „Wir hören immer häufiger, dass Betriebe solche Bescheinigungen einfordern.“

Platz zwei auf Schulebene sicherte sich Dustin Gerlach, der in der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft ebenfalls den Schwerpunkt Industrie-Dienstleistungen gewählt hat. Der Ganderkeseer kam auf 2760 Anschläge und leistete sich zwei Fehler. Das bedeutete Platz elf landesweit. Gestern konnte der 17-Jährige sein Präsent nicht persönlich entgegennehmen. Dafür reagierte Friederike Freytag überrascht, dass sie den dritten Platz unter den 102 teilnehmenden Berufsschülern geschafft hatte. Die 16-jährige Wildeshauserin brachte es auf 2 864 Anschläge mit nur fünf Fehlern – Platz 18 für Niedersachsen und Position 478 in Deutschland. „In der fünften Klasse habe ich mal einen Tastschreib-Kurs belegt – da bin ich aber durchgefallen“, erinnerte sich die Berufsfachschülerin aus dem Schwerpunkt Bürodienstleistungen.

„Fast 300 Anschläge pro Minute – das bedeutet eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass wir nach unserem zusammengekürzten Unterricht nur 120 Anschläge erwarten“, lobte Monika Bernardo. Denn im Zuge der landesweiten Bildungsreform stünden nun nicht mehr 80, sondern nur noch 40 Stunden pro Jahr zur Verfügung. Statt dieses Einschnitts hätte sich Roswitha Hahnenkamp gewünscht, „wenn in allen Berufsfeldern Textverarbeitung angeboten würde“.

Auch Albers erkannte, dass nicht jede Reform auf ungeteilte Gegenliebe stoße. Er erachtete diese Art der Erfassung als wichtig zur Förderung der Intelligenz. Sein Fazit: „Tastschreiben macht schlau. Es verbessere durchs Herstellen von Verknüpfungen die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Er selbst musste für sich erkennen, „dass diese Koordination mit den Lebensjahren abnimmt“.

Gleichzeitig dankte Albers den Lehrerinnen, dass sie diesen Wettbewerb trotz der Einschnitte erneut angeboten hätten. „Jede Zusatzqualifikation können die Bewerber bestens brauchen.“

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