Spundwandgründung bei der Delme erfordert bereits eine Vollsperrung / Fußgänger können Baustelle noch passieren

Tagsüber ist die Ortsdurchfahrt „dicht“

Die Spundwand beim Burggraben (unser Bild) konnte entgegen der ursprünglichen Planung noch bei halbseitiger Sperrung der Ortsdurchfahrt eingebracht werden. Bei der Delme ist indes nicht genügend Platz. Dort machen die Spundwandgründungsarbeiten eine Vollsperrung erforderlich.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Vereinzelte Autofahrer verirrten sich gestern früh noch in den nunmehr voll gesperrten Abschnitt der Harpstedter Ortsdurchfahrt. Asphaltierungsarbeiten erschwerten das Durchkommen für Anlieger. Die Blechlawinen der vergangenen Monate aber sind passé. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer müssen nun wegen der „Zweiteilung“ des Fleckens weiträumige Umleitungen in Kauf nehmen. Der Schleichweg über Purrmühle ist schon jetzt enorm stark frequentiert. Auch über Holzhausen rollt bereits deutlich mehr Verkehr als üblich.

Die einstweilige Verfügung, die Vollsperrungsgegner Rolf Rohlfs erwirken will, um zunächst zu verhindern, dass mit dem Teilabriss der Delmebrücke vollendete Tatsachen geschaffen werden (wir berichteten gestern auf der Harpstedt-Seite), sei „bislang nur angedroht“, erläuterte Joachim Delfs, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Oldenburg, auf Nachfrage. „Wir stehen in Kontakt mit der Anwältin der Gegenseite. Da finden Gespräche statt – auch darüber, was gut ist für Harpstedt und was nicht.“ Werde das Gericht angerufen, habe dies keineswegs automatisch die Anordnung einer einstweiligen Verfügung zur Folge: „Wir als Landesbehörde würden selbstverständlich dazu angehört und erhielten Gelegenheit, unsere Argumente vorzubringen“, betonte Delfs.

Rolf Rohlfs selbst widersprach gestern der Einschätzung in der Kreiszeitung, dass ein großer Teil der Harpstedter mit der jetzigen Lösung, die L 338 nur noch gut dreieinhalb Monate „dicht“ zu machen, leben könne. Die Zahnarztpraxis Rohlfs an der Ortsdurchfahrt sei „auch eine Kontaktbörse“, sagte er. Unter den Patienten sei die Vollsperrung nach wie vor ein großes Thema, und viele Bürger hätten sich „damit noch lange nicht abgefunden“.

Seit gestern ist die Straße jedenfalls ganz dicht. Dies gilt aber vorerst nur von jeweils 6.30 Uhr bis 18 Uhr und nur unter der Woche. Nachts sowie an Sonnabenden und Sonntagen bleibt es bei der einspurigen Verkehrsführung mit Baustellenampel. „Die Spundwand an der Delme wird direkt neben dem künftigen neuen Rad- und Gehweg gesetzt. Wir müssen von der Fahrbahn aus rammen. Wir kommen nicht umhin, die Straße voll zu sperren. Dort ist einfach nicht genügend Platz“, erläuterte Joachim Delfs.

Beim Burggraben war die Spundwand am Böschungsfuß eingeschlagen worden; dazu bedurfte es noch keiner Vollsperrung. Die Spundwände werden wegen der Verbreiterung von Straßenkörper und Brückenbauwerken benötigt. Aufgrund der angrenzenden Gewässer ist der Untergrund dort morastig. Ohne die Spundwände würde der Straßendamm wegrutschen. Gegen die Wände wird ein Böschungskeil aus Sand geschüttet und dann mit Mutterboden abgedeckt. Dies führt zu einer Verbreiterung des Straßendamms, und damit wiederum wird Platz für Rad- und Gehweg geschaffen.

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wies noch einmal auf die offiziell ausgeschilderte Umleitungsstrecke während der Vollsperrung für den Fahrzeugverkehr hin, die über die Kreisstraße 286 (nach Horstedt), die K 53 (nach Klein Ippener) und die Landesstraße 776 (zurück nach Harpstedt) führt. Fußgänger und Radfahrer könnten die Baustelle vorerst über den Gehweg auf der Nordseite der Ortsdurchfahrt passieren – bis Mittwoch, 7. April. Direkt im Anschluss soll mit dem Teilabriss der Delmebrücke eine durchgängige Vollsperrung der Ortsdurchfahrt in Kraft treten und bis Ende Juli oder Anfang August währen. Phasen mit einspuriger Verkehrsführung sind dann nicht mehr vorgesehen. Für Fußgänger und Radfahrer wird laut Landesstraßenbehörde eine Umleitungsempfehlung über das Grundstück des Hotels „Zur Wasserburg“ und weiter zur Wasserburgbrücke sowie zum Amtmanns- und Redekerweg ausgeschildert. Aus Richtung Osten kommende motorisierte Verkehrsteilnehmer, die zur „Wasserburg“ oder zur Zahnarztpraxis wollen, können die Parkmöglichkeiten am Amtsmanns- und Redekerweg nutzen. Für Besucher des Amtshofes stehen in der Nähe der dortigen neuen Fußgängerbrücke Stellflächen am Tielingskamp zur Verfügung.

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