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Susanne Mittag (SPD) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 28: Alle Stimmen ausgezählt

Susanne Mittag feiert ihren Wahlsieg.
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Susanne Mittag feiert ihren Wahlsieg.

Susanne Mittag (SPD) hat bei der Bundestagswahl das Direktmandat im Wahlkreis 28 (Wesermarsch, Delmenhorst, Oldenburg-Land) gewonnen. Alle Stimmen sind ausgezählt.

Bei den Erststimmen lag Susanne Mittag (SPD) mit 36,66 Prozent vor Philipp Albrecht (24,95 Prozent). Bei den Zweitstimmen zeigte sich folgendes Bild: SPD 34,30 Prozent, CDU 22,60, Grüne 14,78, FDP 11,45, AfD 8,01 und Linke 3,11. Zum Vergleich die Ergebnisse von 2017: Bei den Erststimmen war Astrid Grotelüschen (CDU) mit 34,11 Prozent vor Mittag (32,89 Prozent) gelandet. Und auch bei den Zweitstimmen zeigte sich ein anderes Bild: CDU 33,48 Prozent, SPD 28,21, FDP 10,12, AfD 9,71, Grüne 8,01 und Linke 6,85.

„Ich freue mich sehr über das starke SPD-Ergebnis der SPD auf Bundesebene. Das Ergebnis zeigt eindeutig: Die Menschen wollen Olaf Scholz als Bundeskanzler und die SPD als starken Motor für unsere Zukunft. Jetzt wird es in den nächsten Tagen darum gehen, zu sondieren wer uns dabei zur Seite stehen möchte und kann. Eines zeigt das Ergebnis aber ganz eindeutig: Die Union gehört in die Opposition“, so Mittag in einer ersten Stellungnahme.

„Besonders freue ich mich, dass ich (nach jetzigen Erkenntnissen) zum ersten Mal als direkt gewählte Abgeordnete in den Deutschen Bundestag einziehe. Ich möchte mich bei den Menschen aus Delmenhorst, dem Landkreis Oldenburg und der Wesermarsch ganz herzlich für das Vertrauen bedanken. Es ist eine starke Bestätigung für meine Arbeit der vergangenen acht Jahre. Darüber hinaus gilt den großartigen SPD-Wahlkämpfern vor Ort mein Dank. Ohne sie wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, heißt es weiter.

Philipp Albrecht CDU

„Es lag am desolaten Auftreten der Bundespartei und ehrlicherweise auch des Spitzenkandidaten“, nahm Philipp Albrecht (CDU) kein Blatt vor den Mund. Er habe angesichts des Bundestrends mit dem Ergebnis gerechnet. Natürlich sei es nicht einfach gewesen, gegen Amtsinhaberin Mittag anzutreten, „aber es lag nicht daran, dass ich der unbekanntere Bewerber war und kein so großes Netzwerk wie sie vor Ort habe“.

Albrecht will der Region weiter treu bleiben und seine bei der Kommunalwahl gewonnen Mandate im Ganderkeseer Gemeinderat und – voraussichtlich – auch im Kreistag wahrnehmen. „Solange es irgendwie beruflich zu vereinbaren ist, bleibe ich am Ball“, sagte er und kündigte an, für die Erneuerung der CDU in der Region zu kämpfen. „Ich habe im Wahlkampf viele Kontakte gehabt und Erfahrungen gemacht. Darauf kann man aufbauen.“

1988 ist Susanne Mittag in die SPD eingetreten und übte verschiedene Ämter auf lokaler Ebene in Delmenhorst aus, wo sie aufgewachsen ist. 2013 und 2017 zog die 63-jährige Polizistin über die Landesliste in den Bundestag ein. Dort wirkt sie im Innen- und im Landwirtschaftsausschuss. Sie ist Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion.

Susanne Mittag SPD

Mittag hatte 2017 (1,2 Prozentpunkte) und 2013 (0,5 Prozentpunkte) knapp das Nachsehen beim Rennen um das Direktmandat. Besonders in Delmenhorst und der Wesermarsch punktete die Sozialdemokratin bisher bei den Wählern. Mit dem Ausscheiden der bisherigen Wahlkreis-Gewinnerin Astrid Grotelüschen (CDU) wurden die Karten neu gemischt. Mittag stand aber auch auf Listenplatz zwei der niedersächsischen Landesliste, hatte also so oder so gute Chancen, auf einem der beiden Wege in den Bundestag zu gelangen.

Grüne zieht in den Bundestag ein

Vor vier Jahren hatte sie den Sprung nach Berlin noch knapp. Nun zieht Christina-Johanne Schröder für die Grünen auf dem dritten Listenplatz in den Bundestag ein. Rund 13 Prozent der Erststimmen erhielt sie. „Mehr als ich erwartet habe“, freute sich die 37-Jährige. „Das ist ein richtig gutes Ergebnis, ein Hammerergebnis. Schließlich bin ich im Landkreis Oldenburg noch relativ unbekannt.“

Etwas enttäuscht sei sie hingegen vom Abschneiden der Bundes-Grünen. „Mit 16 bis 18 Prozent haben wir schon geliebäugelt“, erklärt Schröder. Knapp 14 sind es nur geworden. Sie habe damit gerechnet, dass sich die guten Umfrageergebnisse aus dem Frühjahr verschlechtern würden. Zudem sei der Wahlkampf am Ende auf einen Zweikampf von Olaf Scholz und Armin Laschet um die Kanzlerschaft hinausgelaufen. Das habe den Grünen Stimmen gekostet.

Schröder wünscht sich eine Koaltion der Grünen mit der SPD unter Führung der Sozialdemokraten. „Gemeinsam mit den Linken oder der FDP“, sagte sie. Erfreulich sei, dass die CDU abgewählt worden sei. In ihrer ersten Legislaturperiode im Bundestag will sich Schröder insbesonder „aktiv für den Umbau der Tierhaltung einsetzen“.

FDP-Kandidat Dürr ist erneut in den Bundestag gewählt

Christian Dürr aus Ganderkesee konnte sich am Wahltag fast entspannt zurücklehnen. Als Spitzenkandidat der niedersächsischen FDP hätte er es selbst dann wieder über die Landesliste in den Bundestag geschafft, wenn die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde so gerade übersprungen hätten. Schon der 18-Uhr-Prognose zufolge lagen sie aber bei elf Prozent. „Mein Eindruck ist, dass die große Mehrheit der Deutschen eine Reformkoalition aus der Mitte haben will“, so der 44-Jährige nicht. Ein Jamaica-Bündnis sähe er lieber als eine Ampel, zumal ja bekannt sei, dass die FDP der CDU inhaltlich insgesamt näher stehe als der SPD, „übrigens gerade auch bei den Themen, die ich vertrete, nämlich Haushalts-, Finanz- und Sozialpolitik“.

Zunächst aber bleibe der endgültige Ausgang des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen SPD und CDU abzuwarten, sagte Dürr gegen 21 Uhr. Ihm seien aktuell zwei Dinge am wichtigsten: „der Dank an unsere Wählerinnen und Wähler – und die Verantwortung, die sich aus dem guten Ergebnis der FDP ableitet.“ Das Abschneiden der Liberalen sei letztlich als Auftrag zu verstehen, „Deutschland mitzugestalten“.

AfD verliert leicht und richtet den Blick nach vorne

Bei der AfD war die Stimmung gemischt. „In Anbetracht der Umstände sind wir zufrieden“, sagte Adam Golkontt, Direktkandidat der AfD. Es habe wegen der Corona-Maßnahmen Schwierigkeiten gegeben, Räume für Stände und Kundgebungen zu finden. „Das macht einer Partei, die gegen den Strom schwimmt, das Leben schwer. Außerdem gab es Störungen der Antifa. Das erschwert uns den Kontakt zu den Bürgern.“ Die AfD hat 1,7 Prozentpunkte der Zweitstimmen im Wahlkreis verloren. „Wir haben uns gut stabilisiert und damit eine gute Ausgangsbasis für die Landtagswahlen im kommenden Jahr“, blickte Golkontt nach vorne.

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