Im Rat: Bürgermeister-Petermann-Straße

Straßennamen: Große Spannung

Wildeshausen - Mit Spannung kann die heutige Ratsentscheidung zum Antrag der „Linken“ erwartet werden, die Bürgermeister-Petermann-Straße und die Bürgermeister-Müller-Bargloy-Straße umzubenennen.

Überraschenderweise hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt am vergangenen Donnerstag dafür gestimmt, die Bürgermeister-Petermann-Straße umzubenennen und die Anwohner in die Namensgebung einzubeziehen. Dem Vernehmen nach handelte es sich aber nicht um eine klare Entscheidung des Gremiums. So soll es einen hohen Anteil an Enthaltungen gegeben haben, so dass wenige Stimmen dafür bei einer Gegenstimme den Ausschlag gaben.

Für die heutige Sitzung ab 17 Uhr im Ratssaal wird eine geheime Abstimmung erwartet. Es ist davon auszugehen, dass beide Straßennamen inhaltlich getrennt behandelt werden, da bei Bürgermeister Müller-Bargloy keine gesicherten Erkenntnisse über seine Vergangenheit im Dritten Reich vorliegen.

Die unterschiedlichen Meinungen zu einer eventuellen Umbenennung der Straßen dürften sich durch alle Fraktionen ziehen. Während beispielsweise Heiner Spille von der UWG angeregt hat, die Straßenschilder mit weiterführenden Informationen zu ergänzen, hatte sich die CDU-Fraktion noch einmal eingehend bei Historiker Klaus Schultze aus Münster informiert. „Eine abschließende Fraktionsmeinung wurde nicht gebildet“, so Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse. „Es gibt bei uns keinen Fraktionszwang. Es gibt Gründe, die eine Umbenennung rechtfertigen, allerdings auch Argumente, die dagegen sprechen, wie zum Beispiel die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz.“

Die Grünen hatten sich bereits in der Ausschusssitzung für eine Umbenennung stark gemacht, die FDP wiederum hatte sich klar dagegen ausgesprochen. Die Stimmung bei den Sozialdemokraten ist noch unklar. Während der Ausschusssitzung hatten sie noch gegen eine Umbenennung gestimmt.

„Wir haben uns aber dann noch einmal genau informieren lassen“, so Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann. Nun könne die Fraktion die Lage differenzierter bewerten. Eine Einstimmigkeit gegen die Straßenbenennung ist offenbar nicht zu erwarten. Ebenso wenig wie eine lange Diskussion im Rat. „Die Argumente sind ausgetauscht“, heißt es von verschiedenen Seiten. Somit wolle man schnell zur – geheimen – Abstimmung kommen. · dr

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