Hamburger Defending-Team gibt Kursus an der Grundschule Dötlingen / 65 Kinder machen mit

„Stopp, loslassen!“: Selbstbehauptung gelernt

Thea weiß jetzt, wie man richtig zutritt.

Doetlingen - DÖTLINGEN (cs) n „Stopp, loslassen!“, schreien die Mädchen. Und noch einmal lauter: „Stopp, loslassen!“ Einige Dötlinger Grundschüler lernten in dieser Woche, „dass sie ein Selbstbestimmungsrecht auf ihren Körper haben“, so beschreibt es Jap Colve vom Hamburger Defending-Team, das einen achtstündigen Selbstbehauptungskurs anbietet.

Auf die Idee gekommen war der Schulelternrat. „Vor vier Jahren war das Team schon einmal da, Eltern und Kinder waren davon ganz begeistert“, erklärt Vorsitzende Britta Hauth.

Die 65 Erst- bis Viertklässler lernen hier mit viel Spaß Dinge über ein sehr ernstes Thema. „Wir schulen die Kinder im Hinblick auf Pädokriminelle“, erkläutert Colve. 90 Prozent der Pädokriminellen, die in der Schulung „Mitschnacker“ genannt werden, kämen aus dem näheren Umfeld. „Mitschnacker sind ganz selten, ihr werdet wahrscheinlich nie einen treffen“, erklärt Colve den Jungen und Mädchen. Wichtig sei aber, dass die Kinder auf ihr Gefühl hörten und sich bei einem Verdacht früh an ihre Eltern wendeten. „Wir arbeiten ergänzend zur Erziehung der Eltern“, betont Colve. Diese müssten schon im Vorfeld des Kurses und auch im Nachhinein mit ihren Kindern die Themen besprechen.

Das wichtigste ist Colve, dass die Kinder wissen, dass keiner sie anfassen darf und dass, wenn sie bedroht werden, alle Erwachsenen verpflichtet sind, ihnen zu helfen. „Die Kinder sollen um Hilfe bitten, wenn etwas passiert und laut schreien.“ „Zwar geht es weniger um Verteidigung und mehr um Selbstbehauptung“, so der Sicherheitstrainer. Trotzdem sei es wichtig, dass sie ausprobierten, wie körperlicher Widerstand aussehen kann. „Pädokriminelle suchen nach Opfern und nicht nach Kindern, die Widerstand leisten.“ Und dafür nimmt er auch Schmerzen auf sich: Nacheinander dürfen alle Kinder zeigen, wie sie sich verhalten, wenn sie jemand festhält: Erst einmal schreien sie laut, dann treten sie Colve, dem angeblichen „Mitschnacker“, gegen das Schienbein, zwischen die Beine und in den Bauch.

Auch Außenübungen gibt es. So gehen die Kinder einen Weg alleine ab und werden dann von Colve und seinem Kollegen angesprochen. „Da sollt ihr dann zeigen, was ihr gelernt habt“, fordert der Sicherheitstrainer die Kinder auf.

Die Kinder lachen viel an den Nachmittagen. Aber sie wissen auch um die Relevanz und Ernsthaftigkeit des Themas. „Ein ‚Mitschnacker‘ sieht aus wie ein ganz normaler Mensch“, weiß Emily. „Aber der will einen an der Scheide streicheln und küssen.“ Auch die sechsjährige Nina „weiß jetzt, was ich machen muss, wenn mal jemand kommt, der mich mitschleppen will“.

Zuschüsse für den Kursus gab es von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, von der Gemeinde und vom Präventionsrat der Gemeinde.

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