Angehörige befürworten Verlegung

„Stolpersteine“ erneut im Rat

Wildeshausen - Das Thema „Verlegung von Stolpersteinen“ beschäftigt am 27. Juni erneut den Wildeshauser Stadtrat. Damit ist eine zweijährige Pause vorüber, in der die Mitglieder des Arbeitskreises „Für Demokratie und Toleranz“ Kontakt zu Angehörigen der in Wildeshausen lebenden und im Holocaust umgekommenen jüdischen Mitbürger gesucht und gefunden haben. Damit entsprach der Arbeitskreis der Empfehlung des Verwaltungsausschusses.

Eine Angehörige der Familie de Haas hat im Gespräch mit dem Historiker Werner Meiners ihr Einverständnis für die Verlegung von Stolpersteinen für die Mitglieder ihrer Familie erklärt. Sie hat daran die Bedingung geknüpft, dass eine Wildeshauser Schule die Patenschaft für die Stolpersteine übernimmt.

Eine Angehörige der Familie Goldstein freut sich über die Verlegung und würde einer Einladung zur Setzung der Steine gerne folgen, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt.

Für die weiteren aus Wildeshausen stammenden Juden konnten keine Angehörigen gefunden werden. Im Fall der Familie de Vries muss davon ausgegangen werden, dass alle Mitglieder während des Holocausts ermordet wurden. Von Alfred Heinemann und Golda Herzberg, die beide unverheiratet blieben, konnten ebenfalls keine Angehörigen ermittelt werden.

Die zur Verlegung anvisierten zwölf Stolpersteine sind finanziert. Es gibt zum Teil mehrere Paten, die sich um die Steine kümmern wollen.

Mit einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Wildeshauser Stadtrat unterstützt der Bürger- und Geschichtsverein die „Stolpersteine“, mit denen an die letzte freigewählte Wohnung der in Wildeshausen lebenden Juden erinnert werden soll. „Als Angehörige einer späteren Generation empfinden wir eine Verpflichtung zur Erinnerung an die Taten und Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus“, so der Vorsitzende Bernd Oeljeschläger. „Dies vor allem auch in kleinen Zusammenhängen, aus lokalhistorischer Perspektive vor Ort, wo die tragische Vergangenheit durch die persönlichen Schicksale von Nachbarn, Freunden und Mitbürgern so erschütternd nachvollziehbar ist“, heißt es in dem Schreiben, das gestern abgeschickt wurde. · dr

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