Scheck über 23 094,89 Euro gestern im „Ersten Pfarrhaus“ in Harpstedt überreicht

Stiftung kommt erneut in den Genuss einer erklecklichen Bonus-Summe der Landeskirche

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Martin Käthler (vorn, Mitte) überreichte gestern einen Scheck über 23 094,89 Euro für die Kirchen-Stiftung Harpstedt an die Kuratoriumsmitglieder Herwig Wöbse, Pastor Gunnar Schulz-Achelis, Pastorin Elisabeth Saathoff und Manfred Sander (hinten, v.l.) sowie den Kuratoriumsvorsitzenden Dieter Claußen (vorn r.) und die zweite Vorsitzende Brigitte Wilke (vorn l.). ·

Harpstedt - Nicht mit leeren Händen kam gestern Martin Käthler, der Stiftungsbeauftragte im Landeskirchenamt der evangelischen Landeskirche Hannovers, nach Harpstedt ins „Erste Pfarrhaus“.

Er überreichte dort einen Scheck über die stolze Summe von 23 094,89 Euro an das Kuratorium der Kirchen-Stiftung. „Wir sind ein Amt. Da wird nicht aufgerundet“, merkte der Gast schmunzelnd an. Bei der erklecklichen Summe handelt es sich um den Bonus, den die Landeskirche der Harpstedter Kirchen-Stiftung auf die von 2009 bis 2011 akquirierten Mittel in Höhe von 69 284,66 Euro gewährt hat – die Aufstockung betrug exakt ein Drittel der zugestifteten Gelder. Die evangelische Christusgemeinde erhöhte diesen „Zuschuss“ wiederum um 11 547,44 auf 34 642,33 Euro. Dadurch ist letztlich eine Bonifizierung im Verhältnis 1:2 erreicht worden. Oder anders ausgedrückt: Jeder an die Kirchen-Stiftung Harpstedt zwischen dem 1. Juli 2009 und dem 30. Juni 2011 gespendete Euro ist am Ende 1,50 Euro wert gewesen.

Der Kapitalstock hat sich seit der Gründung vor vier Jahren auf 252 619,85 Euro erhöht. Das entspricht ungefähr der zehnfachen Summe des Startkapitals von 25 000 Euro, das 2007 innerhalb von nur elf Wochen erwirtschaftet worden war. „Die Bevölkerung zieht vollkommen mit. Auch die Stiftungsmahle mit den prominenten Rednern Henning Scherf, Dietrich Grönemeyer und Horst Hirschler sind sehr gut angenommen worden“, resümierte der Kuratoriumsvorsitzende Dieter Claußen. Der nächste Termin steht bereits: Am 13. Juni 2012 wird Rudolf Seiters, der ehemalige Kanzleramtsminister und aktuelle DRK-Präsident, im Gasthaus „Hackfeld‘s Dorfkrug“ zum Stiftungsmahl erwartet. Dabei soll auch ein Luftbildkalender mit Fotos von Hobbypilot Martin Saathoff vorliegen, der in Absprache mit der Aktiven Werbegemeinschaft aufgelegt wird.

Am 21. September 2012 würdigt die Kirchen-Stiftung dann ihr fünfjähriges Bestehen mit einer Jubiläumsfeier. Schon zweimal ist sie in den Genuss einer Bonifizierung gekommen. 2007 akquirierte Spenden stockten Landeskirche und evangelische Gemeinde um 35 442 Euro auf. Dass sich der Bonus seinerzeit in einer ähnlichen Höhe wie der jetzige bewegte, lässt auf die nach wie vor ungebrochene Spendenbereitschaft schließen.

Martin Käthler hofft auf eine weitere Bonifizierungsrunde durch die Landeskirche in zwei Jahren. Gespräche darüber mit der Synode liefen bereits, verriet er. Die Zahl der Gemeindeglieder in den rund 1300 Gemeinden der evangelischen Landeskirche Hannovers werde in den kommenden 20 bis 30 Jahren voraussichtlich von 2,9 auf 2,2 bis 2,3 Millionen fallen – nicht nur bedingt durch Kirchenaustritte, sondern vor allem vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, gab er zu bedenken.

Um die damit verbundenen Steuerausfälle zu kompensieren, schießen Stiftungen buchstäblich wie Pilze aus dem Boden. In der Landeskirche erhöhte sich deren Anzahl binnen zehn Jahren von 85 auf 410 (mehr als die Hälfte davon riefen Kirchengemeinden ins Leben). 2011 habe es allein 44 Neugründungen gegeben, so Käthler. Gerade die Bonifizierungen hätten „einen richtigen Schub“ bewirkt. „Stiftungen stiften Identität und Verantwortungsgefühl. Es ist auch etwas ganz anderes, ob sie zu Veranstaltungen einladen oder Kirchengemeinden dies tun.“ Einige Kirchen-Stiftungen hätten bereits so viel Kapital angehäuft, dass sie aus den Zinserträgen eine Viertel- oder Drittelpfarrstelle bezahlen könnten.

Die evangelische Christusgemeinde hatte 2009 und 2010 auch das freiwillige Kirchgeld in den Kapitalstock fließen lassen – eben wegen der damals laufenden Bonifizierungsaktion. Das aktuelle Kirchgeld ist indes – wie berichtet – nicht für die Stiftung, sondern die Friedhofsverschönerung bestimmt. · boh

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