„Die Profisorischen“ aus Wildeshausen sangen in überfüllter Alexanderkirche

Statt Slips auf der Bühne gab es tosenden Applaus

Daniel Kolloge las eine alternative Weihnachtsgeschichte vor.
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Daniel Kolloge las eine alternative Weihnachtsgeschichte vor.

Wildeshausen - Von Dierk RohdenburgBüstenhalter und Slips flogen zwar nicht in den Altarraum, wie es sich Daniel Kolloge gewünscht hatte. Dafür aber klatschten über 500 Besucher begeistert in der Alexanderkirche, als die acht smarten Sänger von „Die Profisorischen“ ihre Zugaben „Jungs vom Teich“ und „Lion“ absolviert hatten. Damit fand ein tolles und ungewöhnliches Weihnachtskonzert sein Ende.

„Das ist ja der Hammer“, jubelte Kolloge schon zu Beginn des Auftritts und fügte hinzu: „Nächstes Jahr mieten wir dann das Weserstadion an.“ Auch Pastor Markus Löwe staunte bei seiner Begrüßung. „Es ist zwar erst mein zweites Weihnachtsfest in Wildeshausen, aber mehr sind an Heiligabend auch nicht hier. Wir freuen uns, dass wir die Kirche zur Verfügung stellen durften, und wir freuen uns noch mehr, wenn sie Heiligabend wiederkommen.“

Zwar war der Auftritt der „Profisorischen“ als Weihnachtskonzert angekündigt, aber von weihnachtlichen Melodien bekommt man ja zurzeit „schnell eine Überdosis“ verabreicht, fand Kolloge. Aus diesem Grund wurden viele andere populäre Songs eingestreut, die manchmal auch nicht ganz piekfein waren. So hieß es bei dem Lied „Winterzeit in Wien“: „Aus dem Gully dompft die Scheissn, auf den Straß'n fressen's Maronen heiße, erbroch'na Glühwein am Straßenrand, ham's glei' am Geruch erkannt“.

Los ging es aber besinnlich mit „Scarborough fair“ und „Hark, the Herald“ sowie „Es ist ein Ros entsprungen“. Angenehm dabei: Zwar wurden die acht Sänger von Mikrofonen unterstützt, diese standen jedoch so weit entfernt, dass die gute Akustik der Kirche beim Chorgesang voll zum Tragen kam.

Für viel Vergnügen bei Kindern und Erwachsenen sorgte die anti-autoritäre Weihnachtsgeschichte „Die Falle“ (Robert Gernhardt), die Kolloge vortrug – unterbrochen von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Dass nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch Knecht Ruprecht, St. Nikolaus und der Erzengel Gabriel im Haus der Familie Lemm auftauchen und erst abziehen, nachdem Schnittchen und Whisky vertilgt sowie 400 Euro Bestechung gezahlt sind, sorgte für viele Lacher.

Ein Höhepunkt der Darbietung war sicherlich „Billy Jean“, vorgetragen von Lutz Lüschen und meisterhaft begleitet von den sieben Wildeshauser Sängern. Sehr schön kam auch „Eleanor Rigby“ (Beatles) zur Geltung. Doch unterm Strich waren die Besucher von der guten Gesamt-Mischung begeistert und ließen deshalb nicht nur Hartgeld in die Spendenteller fallen. Wer weiß, ob sie nicht tatsächlich im kommenden Jahr ganz nach Bremen pilgern müssen, um ein Weihnachtskonzert der „Profisorischen“ mitzuerleben.

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