Frauen können „Weiterbildungsschecks“ nutzen

Startkapital für Kurse

Ina-Maja Lemke-Hadick, Frank Eger, Claudia Körner-Reuter, Axel Langnau und Petra Borrmann (v.l.) stellten gestern die neuen „Weiterbildungsschecks“ vor.

Landkreis - (ck) · Auf diesen Schecks steht ein hübsches Sümmchen Startkapital für Frauen, die zurück in ein Arbeitsverhältnis möchten. Bis zu 200 Euro an Zuschüssen für verschiedene Kurse der beruflichen Weiterqualifikation darf jede Empfängerin eines solchen „Weiterbildungsschecks“ nutzen.

Nur noch 25 Prozent muss sie selbst beisteuern – bisher war es noch die Hälfte der Unterrichtsgebühren. Erhältlich ist das wertvolle Stück Papier schon jetzt – bei der Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft“ (KOS) im Kreishaus sowie den mit ihr kooperierenden Bildungsträgern wie Volkshochschulen und die Ländliche Erwachsenenbildung.

Für welche Angebote die Berufsrückkehrerinnen die Summe nutzen wollen – ob nun verteilt auf mehrere Kurse oder am Stück – dürfen sie weitgehend selbst entscheiden. „Denn die meisten Interessierten wissen für sich am besten, welche Weiterbildungen sie wieder in den Job bringen“, schilderte die Kreisgleichstellungsbeauftragte Dr. Ina-Maja Lemke-Hadick, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende im Trägerverein der Koordinierungsstelle. Vorher müsse aber die Bildungsberatung der KOS darüber entscheiden, ob der Anbieter des Seminars geeignet sei. „Es muss sich um zertifizierte Weiterbildungsträger handeln“, unterstrich KOS-Leiterin Claudia Körner-Reuter.

Wenn das Okay vorliegt, dürfen Wissbegierige mit Wohnsitz im Landkreis Oldenburg oder der Stadt Delmenhorst auf dem Weg zum Comeback aus der Elternzeit (in diesem Fall also auch Männer), bisherige Mini-Job-Arbeitnehmerinnen oder Arbeitslose die Volkshochschul- oder andere Bänke drücken. Die „freie Wahlmöglichkeit liegt bei ihnen“, stellte Lemke-Hadick klar. Dies erhöhe die Bandbreite: „Wir von der KOS konnten ganz spezielle Weiterbildungen nicht aus eigener Regie anbieten, weil wir schlichtweg nicht genügend Kundinnen dafür zusammen bekamen.“ Als Beispiele nannte die Gleichstellungsbeauftragte Physiotherapie- und andere Kurse. Auch Fortbildungen für Akademikerinnen, die laut Körner-Reuter „bis hin zu Einzelcoachings reichen können“, seien nun eher realisierbar – wenn die Betroffenen nämlich Kontakt mit Anbietern in größeren Städten wie Oldenburg oder Hannover aufnähmen.

Landrat Frank Eger als Vorsitzender des Trägervereins sieht in dieser Form der Bezuschussung von Unterricht durch Kooperationspartner „mehr Hilfe zur Selbsthilfe. Und gleichzeitig treten die regionalen Weiterbildungsträger in einen intensiveren Wettbewerb ein“. Er betonte, dass die Koordinierungsstelle ihre erfolgreichen Kurse weiterhin auf die Beine stellen. Zu diesen erfolgreichen Maßnahmen zählte Delmenhorsts Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann die Zertifizierung zur „Assistentin für Menschen mit Behinderung“ oder Pflegekräfte.

Auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Landkreises und der Stadt Delmenhorst stehen hinter der KOS und den von ihr eingeführten Weiterbildungs schecks. Delmenhorsts Wirtschaftsförderer Axel Langnau bezeichnete Frauen in Familienphasen als „stille berufliche Reserve“. Auf deren Ausbildungsstand vor der Elternzeit könne die Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels nicht verzichten.

Für die Schecks steht laut Körner-Reuter ein „guter fünfstelliger Betrag“ zur Verfügung. Die schnellsten Antragstellerinnen kämen also zum Zuge. Den Gutschein gibt's ebenso zum Herunterladen im Internet wie das Kursprogramm der Koordinierungsstelle.

http://www.frauen-und-wirtschaft.de

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