Landkreis Oldenburg zeichnete gestern Abend Bürger mit Urkunden und Ehrenamtskarten aus

Ein starkes Stück „Sozialkapital“

Landrat Frank Eger (hockend) zeichnete gestern diese verdienten freiwillig Tätigen mit Ehrenamtskarten aus.

Landkreis - (ck) · Einige der gestern Abend im Kreishaus Geehrten haben schon die eine oder andere Urkunde und Ehrennadel für ihren unentgeltlichen Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit bekommen. Manche erhielten bisher jedoch noch gar keine formelle Anerkennung. Das holte Landrat Frank Eger nun nach – zwar ebenfalls mit Urkunden, Nadeln und Kugelschreibern, aber vor allem mit den Niedersächsischen Ehrenamtskarten, die zum Beispiel Rabatte beim Besuch von Konzerten gewähren.

„Freiwilliges Engagement hat viele Gesichter“, wusste Eger. Als Beispiele nannte er Mitarbeit in Vereinen, aber auch Einsatz außerhalb einer Organisation – etwa in Form von Besuchsdiensten in Pflegeheimen oder Kindergärten. „Menschen aller Altersgruppen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen bringen sich ein.“ Als allüberall präsente Form der Leistung für andere erinnerte er an die Freiwilligen Feuerwehren, die in jedem Ort Sicherheit garantierten. Oft gerate jedoch in Vergessenheit, dass die Erhaltung der Einsatzbereitschaft sehr aufwändig sei: „Wir haben im Landkreis etwa 1 000 freiwillige Feuerwehrleute. Gäbe es sie nicht, bräuchten wir eine Berufsfeuerwehr. Die Unsumme, die wir bei einem Brutto-Gehalt von vielleicht 2 000 Euro monatlich aufbringen müssten, könnten wir gar nicht leisten.“

Doch auch mit Blick auf alle anderen ehrenamtlich Tätigen „wissen wir, wie wichtig die engagierten Bürger für die Lebensqualität in unserer Region sind“. Sie lieferten Impulse, stärkten den Zusammenhalt und „helfen dort, wo wir als Kommune an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen“. Deshalb würde er sich wünschen, wenn diese Auszeichnung einerseits als Dank ankomme, andererseits aber auch helfe, mehr Interessierte zum Ehrenamt zu bewegen, die sich vorher vielleicht nur nicht so recht getraut hätten.

Die gestern geehrten Menschen übernähmen in der Regel nicht für Geld Verantwortung, „sondern oft für ein Schulterklopfen, für das Lächeln eines Menschen, für einen Händedruck oder glänzende Kinderaugen“. Allerdings bedauerte der Landrat, dass nicht alle neuen Inhaber der „E-Karte“ an der Feierstunde teilnehmen konnten. Aber: „Das Ehrenamt macht halt keine Pause…“

Zu den Ausgezeichneten zählten unter anderem viele Fahrer der „Bürgerbus“-Vereine aus Ganderkesee und Hude, Sanitäter, Aktive der DLRG, Hospiz- und Suchthelfer.

„Das ist ein Sozialkapital, auf das unsere Gesellschaft nicht verzichten kann“, wusste der Kreistagsvorsitzende Helmut Hinrichs mit Blick auf die Stuhlreihen der Gäste. Und er versuchte, das Ausmaß der unentgeltlichen Arbeit in bare Münze umzurechnen. Demnach wirkten derzeit 30 000 Einwohner des Landkreises ehrenamtlich – im Durchschnitt zwei Stunden pro Woche. Lege er einen „leicht aufgestockten Mindestlohn“ von zehn Euro stündlich zugrunde, wären das 31,2 Millionen Euro jährlich. „Wenn es dieses Sozialkapital nicht gäbe, müsste unser Kreishaushalt um rund 20 Prozent erhöht werden“, unterstrich der SPD-Politiker – und zog augenzwinkernd als Fazit: „Bleiben Sie weiterhin als Ehrenamtliche so engagiert wie bisher und überzeugen Sie andere, ebenfalls mitzumachen!“

Hinrichs dankte im Namen der Kommunen, der Verwaltung und für seine Kreistagskollegen, von denen gestern viele in den Zuschauerreihen saßen – ebenso wie die Landtagsabgeordneten Axel Brammer, Renate Geuter (beide SPD) und Karl-Heinz Bley (CDU).

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