ExxonMobil beginnt Mitte April mit Entleerung des Erdgasporenspeichers / Storengy zieht als Untermieter ein

Standort Dötlingen langfristig gesichert

Freuen sich, dass Exxon am Standort Dötlingen bleibt: Bürgermeister Heino Pauka, der stellvertretende Betriebsleiter Heiko  Uthe, Pressesprecher Norbert Stahlhut und Dieter Brüggmann, Leiter Erdgasproduktion Südoldenburg.

Dötlingen - (ts) · „Für den Standort Dötlingen gibt es eine langfristige Planung“, lautete gestern die Kernaussage der ExxonMobil Production. Nachdem das Unternehmen Anfang des Monats bekannt gegeben hatte, den Erdgasporenspeicher aufzugeben (wir berichteten), informierte Pressesprecher Norbert Stahlhut nun im Beisein von Bürgermeister Heino Pauka über die Zukunft des Betriebs am Poggenpohlsand.

„Wir rechnen in Dötlingen weiterhin mit insgesamt rund 60 Mitarbeitern. Die Büros die jetzt gefüllt sind, werden auch künftig gefüllt sein“, sagte Stahlhut. Hauptaufgabe ist dann die Betriebssteuerung und Instandhaltung. Schon seit Jahren überwachen die Dispatcher in der Kontrollzentrale in Dötlingen auch die drei Erdgasspeicher in Hasefeld, Lesum und Uelsen. Diese sowie die Standorte in Schmidhausen bei München und Reitbrook bei Hamburg hat, wie berichtet, der französische Energiekonzern GDF Suez über seine Tochtergesellschaft Storengy gekauft. „Storengy wird auch als Untermieter in Dötlingen einziehen; der Mietvertrag ist unterzeichnet“, so Stahlhut.

Zu der Dötlinger Stammbesetzung werden sich künftig zudem Exxon-Mitarbeiter aus Schneiderkrug gesellen. „Denn dort müssen wir bis Ende des Jahres raus, dann ist Schneiderkrug zu hundert Prozent Gasunie“, erklärte Stahlhut mit Blick auf den Verkauf des Gastransport-Geschäfts an das niederländische Unternehmen im Jahr 2008.

Mit der Entleerung des 1983 in Betrieb genommenen Dötlinger Speichers möchte ExxonMobil bereits Mitte April beginnen. Die Arbeiten werden rund ein Jahr dauern. Nach der Abführung des Erdgases, das in den Poren der Sandsteinformation lagert, werden die kleinen Hohlräume automatisch durch durchdringendes Wasser gefüllt. Ein riesiges Loch unter Dötlingen braucht niemand zu befürchten.

Neben dem Erdgas könnten bald auch die charakteristischen Verdichtertürme verschwinden. „Nach Bergrecht sind wir verpflichtet, den Ursprungszustand wieder herzustellen“, sagte Stahlhut. Wann mit einem Rückbau begonnen wird und wie er im Detail aussehen könnte, vermochte er aber noch nicht zu sagen.

Grund für die Aufgabe eines der größten Porenspeicher Europas ist Unwirtschaftlichkeit. „Bei der Förderung des Erdgases läuft Wasser nach, das bei der Einspeisung wieder zurückgedrängt wird“, erläuterte Stahlhut. Das Problem in Dötlingen: Das Wasser lässt sich nicht mehr soweit zurückdrücken, dass ExxonMobil die komplette Kapazität des Speichers nutzen kann. „Wir kannten diese Eigenschaft des Wasser. Das es aber so schnell geht, kam unerwartet“, so der Unternehmenssprecher. Um sich den Veränderungen zu stellen, hatte ExxonMobil bereits vor einem Dreivierteljahr eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen sollte. Letztendlich sei die Aufgabe des Speichers die einzige wirtschaftliche Lösung gewesen.

Bürgermeister Heino Pauka zeigte sich gestern erfreut darüber, dass der Standort in Dötlingen erhalten bleibt und eine langfristige Perspektive signalisiert wurde. „Das ist für den Moment die wichtigste Aussage“, so Pauka, der Stahlhut dafür dankte, dass „wir frühzeitig informiert und auf die neue Situation vorbereitet worden sind“. Nicht ohne Grund sei die Haushaltsprojektgruppe gegründet worden. „Gewerbesteuereinbrüche in dieser Größenordnung sind schwer zu kompensieren. Deshalb hatten wir bereits das Worst-Case-Szenario durchgespielt“, verriet Pauka. Umso erfreulicher sei nun die Entwicklung. „Ich bin froh, dass uns Exxon als verlässlicher Partner erhalten bleibt.“ Wie sich das auf die Gemeindekasse auswirkt, bleibt hingegen abzuwarten.

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