Kreistag hofft auf Wildeshausen beim Erreichen des IGS-Ziels in Harpstedt / Zeitdruck bereitet Sorge

„Stadt muss in die Hufe kommen“

Mit solchen Buttons wirbt die Elterninitiative für eine IGS in Harpstedt.

Landkreis - (ck) · Es bleibt eine Rechnung mit vielen Unbekannten: Die Landesschulbehörde genehmigt eine Integrierte Gesamtschule (IGS) am Harpstedter Schulzentrum nur, wenn mindestens 130 Anmeldungen für den ersten fünften Jahrgang vorliegen. Und sie bearbeitet einen eventuellen Antrag auf eine IGS-Gründung gar nicht erst, wenn keine klare Regelung vorliegt, wo diejenigen Kinder unterkommen, die lieber weiter eine Haupt- oder Realschule besuchen. Genau diese Vereinbarung mit der Stadt Wildeshausen, in der es alle Zweige des dreigliedrigen Schulsystems gibt, lag am Dienstagabend zur Kreistagssitzung noch nicht vor.

Doch auf die Stadt wollte die Mehrheit der Mandatsträger nicht warten – und stimmte für den Start der Elternbefragung vor den Herbstferien (wir berichteten).

SPD-Kreistagsabgeordneter Heinz-Jürgen Greszik nämlich befürchtete: „Wenn wir jetzt anfangen zu zögern, trägt dies zur Verunsicherung der Eltern bei – das können wir uns nicht leisten.“ Auch seine Fraktionskollegin Hannelore Hunter-Roßmann sprach sich für eine Umfrage aus, bevor das „Ja“ zur Übernahme aus Wildeshausen vorliegt: „Ich gehe davon aus, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung bewusst ist und sich mit der Nachbarkommune einigt – und zwar so zeitnah, dass wir einen Start der IGS Harpstedt zum 1. August 2011 schaffen können.“

Dies wertete der FDP-Fraktions vorsitzende Ernst-August Bode als „Prinzip Hoffnung“ seiner Kreistagskollegin. Er urteilte für die Liberalen: „Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Sonnenberg erwartete angesichts „der politischen Verhältnisse in Wildeshausen“ ebenfalls noch keine schriftliche Zusage aus dem Stadthaus, ehe die Befragung am 8. Oktober startet. Deshalb wollte er auch den Beschluss zum Start der Erhebung ohne die Klausel verabschiedet wissen, dass eine solche Zustimmung vorliegen muss.

Rainer Kolloge von der UWG bestätigte aus eigener Erfahrung auch als Stadtratsherr, „dass die politische Situation in Wildeshausen eine besondere ist“. Unter diesem Gesichtspunkt stimmte er Sonnenberg zu. Allerdings forderte er einen noch enger gesteckten Zeitrahmen für die Befragung und die Zeit der Auswertung. Denn mit Blick auf das Genehmigungsverfahren sei es bis zum Sommer „ohnehin sehr eng“.

„Wildeshausen muss also in die Hufe kommen“, forderte der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Heinrich Hubmann. Auch er lehnte die einschränkende Klausel der zunächst vorliegenden Zustimmung ab. Sein Fraktionskollege Horst Siemers trauerte einem Zeitverlust der anderen Art hinterher: Seit dem Antrag des Grünen Manfred Rebensburg zur Schulausschuss-Sitzung im August. Der hatte damals die Elternbefragung zu einer IGS in Harpstedt angeregt – und auf Initiative der SPD wurde die Sitzung wegen des Beratungsbedarfs bis zum 6. September unterbrochen: „Hätten Sie gleich für den Antrag von Herrn Rebensburg gestimmt, wären wir jetzt drei Wochen weiter“, warf er den Sozialdemokraten vor.

Niels-Christian Heins (FDP) warnte hingegen vor „übertriebener Hektik“: „Wir haben bisher mit Ruhe und Gelassenheit und mit Millionengeldern ein sehr gutes Bildungsangebot im Landkreis aufgebaut.“ Momentan sehe er die Situation jedoch so: „Wir haben immer weniger Schüler, was offenbar einen Wettlauf um immer mehr Schulen auslöst.“

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