Musikschule erläutert ihr neuestes Angebot: „Basis- und Aufbaukurs“

Spaß steht im Vordergrund

Viele Schüler sehen den Musikunterricht eher als eine Art Ausgleich zum Alltag. Wer auf das große Rampenlicht verzichten möchte, sollte sich das neue Programm einmal näher anschauen. Gestern informierten darüber Landrat Frank Eger, Musikschulleiter Rafael Jung sowie die Musiklehrer Martina Bley und Thomas Milowski (von links). ·
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Viele Schüler sehen den Musikunterricht eher als eine Art Ausgleich zum Alltag. Wer auf das große Rampenlicht verzichten möchte, sollte sich das neue Programm einmal näher anschauen. Gestern informierten darüber Landrat Frank Eger, Musikschulleiter Rafael Jung sowie die Musiklehrer Martina Bley und Thomas Milowski (von links).

Landkreis - Jeder, der schon einmal Musikunterricht hatte, kennt diesen Satz: „Hast du geübt?“ Und wenn der Schüler den Lehrer dann entschuldigend anblickt und die Frage verneint, kann das für beide auf Dauer frustrierend sein.

„Meine Kollegen und ich haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder heute aus sehr verschiedenen Gründen Musikunterricht nehmen“, erläuterte gestern Rafael Jung, Leiter der Musikschule des Landkreises Oldenburg. Früher sei die Motivation klar gewesen: Man wollte ein Instrument lernen. Mittlerweile habe sich die Interessenlage aber zum Teil verändert.

Nach Einschützung von Jung nutzen etwa 75 Prozent der Schüler den Musikunterricht als Ausgleich zum Schulalltag. Der Spaß stehe dabei im Vordergrund. Längst nicht jeder könne die Disziplin aufbringen, sich „täglich auf den Hintern zu setzen“, um ein Instrument irgendwann richtig zu beherrschen. Prinzipiell sei das auch gar nicht schlimm. Nur müssten die unterrichtenden Lehrer sich auf die veränderte Interessenlage einstellen.

Aus diesem Grund hat die Musikschule ein Konzept entwickelt, das ab sofort an den Start geht. Es handelt sich dabei um das Programm „Basis- und Aufbaukurs“. Der Unterricht wird ausschließlich in Gruppen erteilt und hat zwei Bausteine zur Grundlage. Im Mittelpunkt steht das Musizieren bei gemäßigtem Leistungsdruck. Ergänzend wird es bei dieser Unterrichtsform auch um „Musikwissen“ gehen. Es werden theoretische Fragen behandelt – zum Beispiel erfahren die Schüler zum Beispiel, welche Arten von Musik es gibt oder was genau sich hinter dem Begriff „Akkord“ verbirgt. „Ziel ist die Vermittlung der Grundlagen des Instrumentalspiels. Ein breites musikalisches Allgemeinwissen und ein bewusstes Hinhören öffnet außerdem die Ohren und schafft musikalische Bildung“, so Jung. Wie gewohnt werde die Musikschule aber auch weiterhin den individuellen Unterricht für Schüler anbieten, die irgendwann vor großem Publikum auftreten möchten. Der Übergang zwischen Basis- und Intensivkurs sei fließend. „Wenn jemand merkt, dass seine Motivation doch etwas größer ist, haben wir die Möglichkeit, zwischen den Programmen zu wechseln.“

Für alle Schüler, die derzeit schon bei der Musikschule Unterricht nehmen, ändert sich zunächst nichts. Die Gruppen bleiben zusammen, auch die Entgelte werden wie gehabt abgerechnet. Inhaltlich sollen Schüler und Lehrkräfte gemeinsam entscheiden, ob eine Gruppe sich in Richtung Basis- oder doch eher in Richtung Intensivkurs orientieren möchte. Auch die Möglichkeit des neuen Systems, Gruppenunterricht mit 60 Minuten Dauer zu belegen, steht offen.

Der Einzelunterricht soll unverändert weitergehen. Die Schüler müssen hier allerdings jetzt den Anforderungen des Intensivbereichs standhalten.

Landrat Frank Eger fand gestern lobende Worte für das neue Konzept: „Es soll jedem Spaß machen. Jeder, der möchte, soll auf seine eigene Art und Weise seinen Weg in die Musik finden.“ · js

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