Zum sechsten Mal rauschfreie Disco in Hude / Abtanzen und viele Aktionen in Halle am Huder Bach

Spaß ohne Alkohol und Nikotin

Thomas Bauermeister und Bernd Wessels (vorn v.l.) sowie die Jugendpfleger Frank Düvel (Hude) Nina-Verena Müller und Matthias Heil (beide Ganderkesee) Sozialdezernent Robert Wittkowski (2. Reihe v.l.), die Jugendpfleger Werner Niemann (Wardenburg), Thomas Schulz (Großenkneten) und Kommissar Sebastian Nitsch (hinten v.l.) freuen sich auf die Disco.

Oldenburg - LANDKREIS/HUDE (ck) · Vor fünf Jahren zog die Wiedergeburt des Party-Klassikers 650 Feten-Fans an. „Und vergangenes Jahr hatten wir 1 163 zahlende Gäste“, berichtete Kreisjugendpfleger Thomas Bauermeister nicht ohne Stolz. Aber wenn am Freitag, 12. November, die sechste Auflage der alkohol- und nikotinfreien Disco seit Beginn der Kooperation mit der AOK in der Halle am Huder Bach steigt, „ist uns ein Übertreffen des Besucherrekords nicht so wichtig“, unterstreicht Bauermeister. „Wir wollen, dass die Feiernden Spaß haben und wir sie mit unserem Konzept packen.“

Und für diesen Spaß von 19 bis 24 Uhr haben die Jugendpflegen des Landkreises und der dazu gehörenden Kommunen sowie die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land alle erdenklichen Vorbereitungen getroffen. Das Präventionsteam der Polizei präsentiert sich mit einem Stand, ein Zauberer geht durch die Massen und fasziniert die Schaulustigen, eine Verlosung und ein Karaoke-Wettbewerb locken mit attraktiven Preisen, die „Hot Chili Dancer“ aus Delmenhorst und die „Fashion Crew“ vom VfL Stenum zeigen Tanzeinlagen auf der Bühne inmitten eines Meeres aus Licht und Partysound. Die Stenumer wiederum haben eigens eine einfach Choreografie einstudiert, die seit einigen Tagen im Internet unter http://www.youtube.com zu sehen ist und Interessierte zu einem „Flashmob“, also einem Treffen nach vorheriger Verabredung übers worldwide web, animieren soll. „Dafür wird auch schon fleißig trainiert“, weiß Nina-Verena Müller von der Ganderkeseer Jugendpflege, die diesen „Flashmob“ organisatorisch begleitet.

Der Vorverkauf für die Disco selbst läuft aber erst seit gestern. Wer sich in einem der 16 Jugendhäuser auf Kreisgebiet eine der 1 400 Eintrittskarten erwirbt und in einem der Shuttle-Busse mitfahren will, muss sich dafür gleich anmelden. „Die Kinder können nicht einfach an der Haltestelle stehen und zusteigen“, unterstrich Bauermeister. Und: „Sollte jemand angetrunken sein, nehmen wir ihn gar nicht erst mit, sondern rufen die Eltern zum Abholen an.“ Außerdem konfiszieren die mitfahrenden Jugendpfleger oder deren Helfer eventuell mitgeführten Alkohol.

„Auch auf dem Gelände in Hude sorgen wir dafür, dass nichts durch das eingezäunte Gelände gereicht wird“, schilderte Bauermeister. Aber derartige Vorfälle hielten sich in den vergangenen Jahren stark in Grenzen, 2009 habe es zum Beispiel keinen Fall von deponierter Ware gegeben.

Auch gewalttätige Besucher registrierten die Organisatoren bisher kaum. „Vielleicht liegt das auch daran, dass Alkohol und Gewalt oft in sehr engem Zusammenhang stehen“, vermutete Sozialdezernent Robert Wittkowski unter dem zustimmenden Nicken von Polizeikommissar Sebastian Nitsch vom Präventionsteam der Delmenhorster Inspektion.

Wittkowski erachtete die Notwendigkeit einer solchen Party als Teil des großen Präventionspakets von Polizei und Landkreis als aktueller denn je: „Schon Mitte der 80-er Jahre gab es mal solch alkohol- und nikotinfreie Feten, aber das Thema hat sich nicht erledigt. Die Statistiken zeigen, dass Kinder immer früher mit dem Rauchen und Trinken anfangen, und die Zahlen der mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen sprechen für sich.“

Dies konnte Bernd Weber von der AOK als Hauptsponsor dieser 10 000 Euro teuren Aktion nur bestätigen: „Diese Kunden werden immer jünger – selbst wenn sich die Problematik im Landkreis Oldenburg noch nicht so gravierend darstellt wie in den Ballungszentren“, stellte der Leiter des AOK-Servicezentrums Wildeshausen heraus. Er freute sich, dass die Gesundheitskasse dieses Ereignis wieder unterstützen dürfe.

Zudem beteiligen sich die Jugendpflegen der Kommunen und des Landkreises sowie die Gemeinde Hude, die die Halle kostenlos zur Verfügung stellt, an der Aktion.

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