Heimatbund gibt Geschichtsbuch heraus

Spannende Zeitreise auf 288 Seiten

Heiner Lindemann, Gerald Schäfer, Kai-Uwe Pfänder und Ilona Pfänder (von links) stellten das Buch des Heimatbundes am Donnerstag Pressevertretern vor.

Colnrade - Von Martin Siemer288 Seiten umfasst eine zu Papier gebrachte Zeitreise „zwischen Dehmse und Hunte“, die der gleichnamige Heimatbund herausgibt: Der Vorsitzende Heiner Lindemann, sein Stellvertreter Gerald Schäfer, Kassenwartin Ilona Pfänder und Kai-Uwe Pfänder stellten das Buch am Donnerstag der Presse vor.

„Es hat bewusst nicht den Charakter einer Chronik“, betonte Pfänder, der das Werk maßgeblich geschrieben hat. Vielmehr handele es sich um ein geschichtliches Lesebuch mit vielen Berichten von Zeitzeugen – eben um eine Zeitreise durch die Jahrhunderte.

Das naturnahe Gebiet zwischen dem Waldgebiet Dehmse und dem Lauf der Hunte sei bereits besiedelt gewesen, lange bevor die ersten Städte entstanden. „Hofnamen wurden zumeist von Generation zu Generation weitergegeben und damit auch Teile der geschichtlichen Geschehnisse“, schreibt Pfänder auf der Umschlagsrückseite. „Wir wollten diese Geschehnisse zusammenfassen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und für zukünftige Generationen erhalten bleiben“, sagte er.

Der „Schmöker“ beleuchtet die Orte zwischen Dehmse und Hunte und das bäuerliche Leben mit vielen Bildern. „Auch die Franzosenzeit findet ihren Platz. Teilweise wurden damals die Tiere vor den Truppen versteckt“, wusste Heiner Lindemann.

Kai-Uwe Pfänder, von Beruf Polizeibeamter, fand auch Kriminalistisches in der Historie. Ein Mord in Beckstedt aus den 1930-er Jahren ist ebenso aufgeführt wie zwei Überfälle auf die Sparkasse in Colnrade.

Das Buch klärt zudem Fragen, die sich viele Menschen aus der Region immer wieder stellen. So mancher erinnert sich vielleicht an die Badeanstalt in Beckstedt oder die Hölinger Ziegelei. Aber wer weiß schon, woher der Butjerberg seinen Namen hat oder was auf dem „Pastorenrennweg“ geschieht? Auch der 1000 Jahre alte Folkweg, der bei Bühren die Hunte quert und weiter an der Hünenburg in Scharrendorf vorbeiführt, findet seinen Platz. „Den hat vermutlich schon Sachsenherzog Widukind genutzt“, mutmaßt Heiner Lindemann.

Die Idee zu dem Buch kam Pfänder beim Gestalten des Internetauftritts für den Heimatbund im Jahr 2007. „Ich habe damals viel Material gesichtet und in der Geschichte dieser Region gestöbert.“ Von älteren Einwohnern, die selbst kein Internet nutzten, sei er angesprochen worden, ob man so etwas nicht auch drucken könne. Also vervollständigte Pfänder sein Material, fuhr ins Landesarchiv nach Hannover und führte zusätzlich Gespräche mit Zeitzeugen. „Viel hab ich in alten Zeitungsartikeln gefunden“, erläuterte er. Auch profitierte er von der Sammelleidenschaft mancher Bürger. „Da gab es noch viele alte Bilder, die sich jetzt im Buch wiederfinden.“ Offiziell vorgestellt wird das Werk am 13. Februar in der Jahreshauptversammlung des „Heimatbundes zwischen Dehmse und Hunte“ im Colnrader Dorfgemeinschaftshaus. Um 15.30 Uhr gibt es dort eine öffentliche Präsentation. Dann ist das Buch auch käuflich zum Preis von 19,50 Euro zu erwerben. 300 Stück werden zunächst gedruckt. „Das ist nur dank zahlreicher Sponsoren möglich“, betonte Kai-Uwe Pfänder.

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