Landrat Eger plant Vorstoß zum Nachholen von Unterricht

„Sonnabends Schule muss möglich sein“

Landkreis - (ck) · Es ähnelt einem Tanz auf dem Vulkan: Wie sich die Verantwortlichen der Kreisverwaltung auch drehen und wenden, wenn sie morgens über witterungsbedingten Schulausfall entscheiden, bekommen sie von irgend einer Stelle Feuer. Entweder hagelt es Anrufe von Eltern, die die Absage nicht nachvollziehen können – oder die Erziehungsberechtigten kritisieren, dass der Unterricht trotz örtlich auftretender Glätte laufen soll.

Gestern zum Beispiel entschieden sich Landrat Frank Eger und Schulamtsleiter Maik Ehlers in Absprache mit Polizei und Straßenmeistereien gegen einen Ausfall, weil seit 1 Uhr bis nach 6 Uhr alle Straßen und Wege eisfrei waren. „Und plötzlich, gegen 7 Uhr, wurde es glatt“, berichtete Ehlers. Zu diesem Zeitpunkt rollten die Schulbusse aber schon längst durchs Kreisgebiet.

Diese knifflige Entscheidungsfindung nahm Landrat Eger gestern erneut zum Anlass, folgendes klarzustellen: „Das letzte Wort haben die Eltern. Wenn sie vor die Tür treten und merken, dass es zu glatt ist und ihre Kinder nicht sicher auf dem Schulweg sind, dürfen sie sie zu Hause behalten.“

Dass der Landkreis gestern den Unterricht für möglich erklärte, verteidigte Eger in mehrfacher Hinsicht: „Polizei und Winterdienste waren auf den Hauptstraßen unterwegs und stellten keinerlei Glätte fest. Unsere Entscheidung hatte nichts mit den bereits vier Ausfällen vor Weihnachten zu tun.“

Gleichwohl räumte er ein, dass es neuer Mittel bedürfe, die den Schulen das Vermitteln von versäumtem „Stoff“ ermöglichen. „Vor allem die Abiturienten sind angesichts ihrer bevorstehenden Prüfungen unter Zeitdruck.“

▪ Ferien bleiben

▪ unangetastet

Im vergangenen Winter legten zum Beispiel das Gymnasium „Graf-Anton-Günther-Schule“ und das Wildeshauser Fachgymnasium für ihre Abschluss-Kurse Sonderschichten an einem Sonnabend ein. Und deshalb will Eger jetzt zusammen mit seinem Kollegen Jörg Bensberg, Landrat des Nachbarkreises Ammerland, einen Vorstoß im Niedersächsischen Landkreistag (NLT) wagen: „Das Land soll eine Regelung schaffen, die das Nachholen von Unterricht an Wochenenden ermöglicht“, schlägt Eger vor. In Süddeutschland gehöre dies schon lange zur Praxis. Zweitens soll die Initiative in Abstimmung mit der Polizei verbesserte Radio-Durchsagen und einen Not-Fahrplan der Busse beinhalten, der sich nur auf die Hauptstrecken bezieht und Sammelpunkte anfährt. „Das funktioniert aber nur nach einer Erörterung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft“, unterstrich Eger. Dass eine Kreisverwaltung hingegen den Unterricht für möglich erklärt, gleichzeitig aber die Schülerbeförderung aussetzt, sei unzulässig.

Rechtlich möglich sei hingegen laut Ehlers, dass der Landkreis den Unterricht nur für Grundschüler und nicht für ältere Pennäler absagt. „Aber das kann man wohl niemandem vermitteln, der ein Kind in der vierten und eins in der fünften Klasse hat.“

Gestern machten nach Angaben des Schulamtsleiters „sehr viele Eltern“ vom Recht Gebrauch, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Denen blieben Zwischenfälle wie in Klattenhof und Höven erspart, wo je ein Bus auf dem Eis nicht weiterkam.

Aber wie holen die Lehrer jetzt den Unterricht nach? „Auf keinen Fall wollen wir die Halbjahresferien antasten“, trat Eger den jüngsten Spekulationen um eine Verkürzung dieser Zeit entschieden entgegen.

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