Pläne im Rathaus präsentiert / Investitionsvolumen von 8,5 Millionen Euro

Seniorenzentrum soll in Dötlingen entstehen

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Bürgermeister Heino Pauka (r.) und Jürgen Vosteen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Oldenburg Land, stellten das geplante Seniorenzentrum vor. ·

Dötlingen - Ein Investitionsvolumen von rund 8,5 Millionen Euro, Schaffung von 50 bis 70 Arbeitsplätzen und vor allem Wohnraum und Pflege für über 100 ältere Menschen – das sind die Zahlen des in Dötlingen geplanten Seniorenzentrums. Den Entwurf präsentierten gestern Bürgermeister Heino Pauka und Jürgen Vosteen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Oldenburg Land, im Neerstedter Rathaus.

Geplant ist das Projekt auf einer Fläche im ehemaligen Wochenendhausgebiet, die sich zwischen der K 341 und der Straße „Zur Loh“ parallel zum Walschenkampsweg mitten im Dötlinger Ortskern befindet und die bereits im Besitz der Gemeinde ist. Laut dem Entwurf sollen hier ein Hauptgebäude, das die vollstationäre Einrichtung mit 60 Plätzen enthält, ein weiteres Gebäude für eine Tagespflege mit zwölf Plätzen sowie vier Häuser mit jeweils acht Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen. „Also eine Quartierlösung mit mehreren Angeboten auf einem Areal, die Synergieeffekte mit sich bringt“, erläuterte Vosteen. Die Anbindung würde über die Kreisstraße erfolgen.

„Das wäre die größte Infrastrukturmaßnahme seit dem Erdgasspeicher“, zeigte Pauka die Dimension auf. Der Gemeinderat hat sich bereits in einer nicht öffentlichen Sitzung einstimmig für das Projekt ausgesprochen. Erste Gespräche zwischen Gemeinde und dem DRK, das als Pächter des Pflegeheims sowie der Tagespflege fungieren würde, gab es schon Anfang 2011. Hintergrund ist der Mangel an Pflegeplätzen in der Gemeinde, weshalb immer mehr ältere Menschen abwandern. Es seien rund 50 Prozent der über 75-Jährigen, die die Gemeinde verließen. „Da wiegt zum einen der menschliche Verlust schwer, zum anderen ist es auch eine wirtschaftliche Frage“, sagte Pauka. Die Gemeinde hatte das DRK deshalb darum gebeten, zu berechnen, ob eine solche Einrichtung realisierbar sei. „Auch wenn Dötlingen eine kleine Gemeinde ist, wir sehen Bedarf“, erklärte Vosteen mit Blick auf den demografischen Wandel.

Bei der Standortwahl war die Zentralität ein wichtiges Kriterium. „Denn gerade die künftigen Mieter oder Eigentümer der Seniorenwohnungen werden noch mobil sein“, so Vosteen. Dennoch: Die Wohnungen, die in zwei verschiedenen Größen geplant sind, werden behindertengerecht gestaltet. „Es wird auch Fahrstühle in den Häusern geben“, sagte Vosteen. Das Pflegeheim soll in vier bis fünf Hausgemeinschaften mit bis zu 15 Personen eingeteilt werden. „Nach dem Wohnküchenprinzip“, erklärte Vosteen. Die Bewohner sollen die Chance haben, ihren Alltag im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu gestalten. In diesem Gebäude sind zudem ein Café, ein Kiosk und ein Friseur vorgesehen. Ferner ist auf dem Gelände ein Platz geplant, der der Kommunikation und für Veranstaltungen dienen soll.

Das DRK führe derzeit Gespräche mit Investoren. Bereits ab Mai soll das Projekt beworben werden. „Wir möchten auf dem Grundstück einen Container aufstellen, in dem wir zu bestimmten Zeiten beraten und informieren“, berichtete Vosteen. Im Herbst will das DRK dann über die Umsetzung beraten. Erst dann kann auch das Bauleitverfahren angeschoben werden. „Vor Mitte 2013 wird also kein Bagger anrollen“, so Pauka.

Über die Pläne hatte die Gemeinde die Anlieger übrigens in der vergangenen Woche informiert. Mittlerweile hat sich das Projekt im Dorf herumgesprochen. Während manche es begrüßen und als notwendig ansehen, äußerten andere Bedenken wegen der Größe des Komplexes. · ts

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