Die beiden Dötlinger Seniorenbegleiterinnen Helga Addicks und Silvia Mennenga wären gerne häufiger im Einsatz

„Senioren sollten mehr Mut aufbringen“

Vera Vollmer vom Seniorenservicebüro des Landkreises (Mitte) mit den beiden Seniorenbegleiterinnen aus der Gemeinde Dötlingen, Silvia Mennenga (l.) und Helga Addicks.

Dötlingen - (ts) · Ein wenig scheint den älteren Menschen in der Gemeinde Dötlingen noch der Mut zu fehlen. „Die Nachfragen nach dem Hilfsangebot unserer Seniorenbegleiter sind hier sehr verhalten“, bestätigt Vera Vollmer vom Seniorenservicebüro des Landkreis, das seinen Sitz in Wardenburg hat. Dabei gibt es mit Silvia Mennenga aus Dötlingen und Helga Addicks aus Ostrittrum zwei ausgebildete Seniorenbegleiterinnen in der Gemeinde – und beide wären gerne häufiger im Einsatz.

„So lange ich selbst noch fit bin, möchte ich anderen helfen, die nicht mehr so können“, sagt die 68-jährige Addicks. Wie auch die 42-jährige Mennenga hat die Ostrittrumerin sich ab September in 50 Stunden bei der Volkshochschule als Seniorenbegleiterin ausbilden lassen. „Bisher wurde ich allerdings erst zwei Mal gebraucht“, bedauert Addicks. „Einmal habe ich eine Seniorin nach Vechta gefahren, das zweite Mal habe ich als ‚Formularlotsin‘ beim Ausfüllen von Anträgen geholfen.“

Noch dürftiger liest sich der Einsatzbericht von Mennenga. „Meine Hilfe wurde leider noch gar nicht in Anspruch genommen“, berichtet die Dötlingerin, die in der Reinigung eines Pflegeheims beschäftigt ist. „Bei Arbeit erlebe ich oft, dass sich viele Senioren mehr Begleitung und Gesellschaft wünschen, deshalb habe ich mich auch zur Seniorenbegleiterin ausbilden lassen.“

Aber woran liegt es, dass die Nachfrage nach den beiden Seniorenbegleiterinnen bisher so gering ist? „Ich denke, dass sich einfach viele nicht trauen – zum einen zuzugeben, dass sie nun Hilfe benötigen, und zum anderen, diese von Fremden in Anspruch zu nehmen“, sagt Vollmer, die für die Vermittlung der Seniorenbegleiter verantwortlich zeichnet. Hinzu käme, dass sich das Angebot erst herumsprechen müsse. „Wenn die ersten gute Erfahrungen gemacht haben und dies weitertragen, haben vielleicht mehr Senioren den Mut, sich zu melden.“

Die mangelnde Nachfrage sei aber kein Dötlinger Problem. Auch in Ganderkesee und Wildeshausen laufe es schleppend. Anders sehe es in Wardenburg aus. Hier seien die Seniorenbegleiter gut gebucht. Insgesamt wurden im Landkreis bisher 40 Ehrenamtliche ausgebildet. „Leider hauptsächlich Frauen, es wäre schön, wenn noch ein paar Männer hinzukämen“, sagt Vollmer, die stets versucht, die Seniorenbegleiter „passgenau“ zu vermitteln. Dabei werden natürlich Wünsche der Senioren berücksichtigt, aber auch die der Ehrenamtlichen. „Manche bevorzugen eine feste Begleitung, andere sind flexibel, und dann muss man natürlich berücksichtigen, dass einige auch berufstätig sind.“ Wer Unterstützung benötigt, sollte sich deshalb – wenn möglich – rechtzeitig melden.

Bei der Unterstützung der Seniorenbegleiter geht es nicht nur darum, zum Beispiel beim Einkaufen, Ausfüllen von Formularen oder im Haushalt behilflich zu sein. „Es melden sich häufig auch Angehörige, die einen geliebten Menschen pflegen, aber selbst mal eine kleine Pause benötigen oder einen Termin haben“, weiß Vollmer. Dann könnten die Seniorenbegleiter einspringen. Ebenfalls können sich auch ältere Menschen melden, die einfach gerne Gesellschaft hätten. Gemeinsam spielen, etwas vorlesen, zusammen kochen oder ein Spaziergang vieles ist möglich. „Oft entstehen daraus ganz nette Beziehungen“, so Vollmer, die regelmäßig während Seniorenabenden, zum Beispiel bei Heimatvereinen, und Veranstaltungen, wie Ende März der Aktionstag 60+ in der Neerstedter Aula, auf das Angebot aufmerksam macht. Ebenfalls wurden Faltblätter, unter anderem in den Rathäusern, verteilt.

Weitere Infos gibt es bei Vera Vollmer im Seniorenservicebüro unter der Rufnummer 04407/73143 oder im Internet unter http://www.wardenburg.de/Senioren.

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