22 „Schulis“ des DRK-Kindergartens freuen sich über das Fußgängerdiplom

Ein sehr guter Jahrgang

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Verkehrssicherheitsberater Rolf Quickert (hinten, 5.v.l.) verlieh die Fußgängerdiplome im Beisein der Streckenposten. ·

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken„Wir dürfen uns jetzt keine coolen Autos angucken. Wir achten auf den Verkehr!“, sagte Matti zu Silas und Maurice, mit denen sich der Junge gemeinsam per pedes im Realverkehr behauptete. Vor solch erwachsen anmutender Vernunft zog Rolf Quickert, Polizist und Verkehrssicherheitsberater, im übertragenen Sinne seine Dienstmütze. 22 angehenden ABC-Schützen des DRK-Kindergartens Harpstedt händigte er gestern das Fußgängerdiplom aus.

Die „Schulis“ hatten zuvor etwa 45 Minuten benötigt, um eine vorgegebene Route durch Harpstedt zumeist in Zweier- sowie in Einzelfällen in Dreier-Teams Hand in Hand abzugehen. Wie auch 14 Mütter und Väter, eine Oma und ein Opa, die als Streckenposten mit Argusaugen das Verhalten der Kleinen verfolgten, trugen sie gelbe Warnwesten. Wegen des Wochenmarktes herrschte besonders viel Verkehr im Ortskern – eine echte Herausforderung für die „Schulis“.

Gleichwohl verhielten sie sich alles in allem vorbildlich. Auch das dreimalige Stampfen mit den Füßen beim Stopp vor jeder Einmündung und Hauseinfahrt, begleitet von den im Stampfrhythmus ausgesprochenen Silben „an-hal-ten“, vergaßen die Kinder in den allermeisten Fällen nicht. Sie mussten Fahrbahnen an Punkten mit und ohne Ampel sicher überqueren, sich Einfahrten und Einmündungen so weit nähern, dass sie genügend Einblick hatten, und waren teils sogar auf Straßenabschnitten ohne Fußweg unterwegs.

Für „Patzer“, etwa aufgrund von Konzentrationsmängeln, gab‘s Minus- und für besonders gutes und aufmerksames Verhalten Pluspunkte. Bei der abschließenden Manöverkritik brachten die Streckenposten alles zur Sprache, was ihnen aufgefallen war. „Die vorletzte Dreier-Gruppe hat die Einfahrt bei ,photogen‘ nicht richtig beachtet“, monierte etwa eine Mutter. Zwei Mädchen ernteten mit einem Schmunzeln vorgetragene Kritik, weil sie unterwegs Blümchen gepflückt hatten. Insgesamt verteilten die Eltern aber deutlich mehr Lob als Tadel. „Mein erster Eindruck hat sich bestätigt“, resümierte Rolf Quickert. „Wir haben es mit einem sehr guten Jahrgang zu tun. Das trifft diesmal auf alle Kindergärten zu, bei denen ich die Fußgängerführerschein-Prüfungen begleite. Letztes Jahr war das ganz anders.“ Keiner der 22 „Schulis“ musste sich einer Nachschulung unterziehen, um das begehrte „Diplom“ zu bekommen – auch ein Indiz für eine besonders gute Vorarbeit. In Trockenübungen, bei gruppenweisem „Training“ im Realverkehr und während einer Generalprobe waren die Mädchen und Jungen vorbereitet worden. Die „Fußgängerführerschein“-Aktion, federführend von Silke Bleckwehl-Stöver betreut, ist als präventiver Beitrag im Interesse der späteren sicheren Bewältigung des Schulweges zu sehen.

Die Erfahrung lehrt, dass sich erwachsene Verkehrsteilnehmer oft rücksichtsloser und weniger umsichtig verhalten als Kindergartenkinder. Dafür gab es auch in diesem Jahr Beispiele. Eine Mutter, die zu den Streckenposten zählte, berichtete, sie sei fast von einer Dame überfahren worden.

Zur Sprache kam am Rande die Ampelanlage an der „großen Kreuzung“. Die Grünphase für Fußgänger sei zu kurz, hieß es.

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