Ulla Nienaber züchtet in Hackfeld Wasserbüffel / „Fleisch schmeckt wie Wild“ / Schlammbäder schützen vor Insekten

Schwarze Giganten mit weißer Spitze

Während der Bulle ganz ruhig auf Ulla Nienabers Weide steht, können die Kühe mit Nachwuchs mitunter auch aggressiv werden, wenn sie das Gefühl haben, das ihre Jungtiere in Gefahr sind. „Der Bulle ist immer noch der Ruhigste von allen“, sagt die Züchterin.

Von Josephine Pabst WINKELSETT · Bis zu drei Meter lang, 180 Zentimeter groß und mitunter 900 Kilogramm schwer: „Schwarze Giganten“ könnte man die Wasserbüffel nennen, die über die Wiese bei Ulla Nienaber in Hackfeld trotten und sich täglich in einer Schlammkuhle auf der Wieser suhlen. Zurzeit sind es sieben Tiere, darunter auch einige Jungtiere und ein Bulle. Seit etwa sieben Jahren hält und züchtet Ulla Nienaber die Büffel mit ihrem Mann Frank.

„Die weiblichen Jungtiere bleiben in der Herde und gehen in die Zucht ein“, erklärt Ulla Nienaber. „Oder sie werden verkauft. Einige unserer Büffel sind heute bei Züchtern in der Schweiz.“ Männliche Jungtiere gehen zum Schlachter. „Das Fleisch schmeckt sehr gut, fast ein bisschen wie Wild. Es ist kalorienarm und wird auch häufig von Allergikern bevorzugt.“ Vielleicht auch deshalb, weil die Haltung so naturnah wie möglich ist. „Wir geben kein Kraftfutter. Heu wird hin und wieder zugefüttert, aber das ist dann auch schon alles.“ Selbst Mineralsteine rühren die Büffel nicht an. „Das kann auch problematisch sein, weil wir die nötigen Vitamine anders geben müssen. Das macht dann der Tierarzt mit einer Vitaminspritze.“

Durch die Naturbelassenheit sind die Wasserbüffel kaum an Menschen gewöhnt und können mitunter auch aggressiv reagieren. „Das sind keine Streicheltiere für Kinder“, betont Ulla Nienaber. Dass auf anderen Höfen Besucher die Tiere streicheln können, hält sie für unverantwortlich. „Büffel können für Menschen gefährliche Krankheiten übertragen. Da hört der Spaß auf.“

Sie selbst möchte die Weide lieber nicht betreten. „Die Kühe sind zurzeit gefährlicher als unser Bulle, da sie Jungtiere bei Fuß haben. Wenn der Beschützerinstinkt überwiegt, können sie schnell angriffslustig werden.“ Etwa neun Monate dauert die Trächtigkeit. Zwei bis drei Stunden nach der Geburt „kann man die Jungtiere nicht mehr anfassen. Dann sind die weg“, weiß Ulla Nienaber. Bereits nach zwei Monaten sind schon erste Hornansätze bei ihnen zu sehen: „Richtig groß und spitz werden die aber erst später, sonst würde ja die Mutter beim Säugen verletzt werden.“

Den größten Teil des Tages verbringen die Wasserbüffel gerne in einer nassen Ecke. „Sie lieben es, sich im Schlamm zu suhlen. Damit der auch bei hohen Temperaturen nass bleibt, wässern wir die Kuhle regelmäßig.“ Der dicke Schlamm trocknet auf der Haut und bildet eine Kruste, die dann von keinem Insekt durchstochen werden kann. „Interessant ist vielleicht noch, dass die Tiere immer eine weiße Schwanzspitze haben“, meint Ulla Nienaber. „Die sieht man nur später nicht mehr, da die Büffel fast immer mit Dreck bedeckt sind.“

Ulla Nienaber betreibt auf ihrem Hof ein kleines Melkhus, in dem sich Ausflügler und Besucher bei Milchshakes und Kuchen stärken können. Wer Lust hat, kann allerdings auch eine Wurst probieren – aus Büffelfleisch: „Das ist gar kein Problem.“

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