Ausstellung von Neuntklässlern in der Realschule / Rabbiner Simon zu Gast

Schüler erklären Mitschülern den Schrecken des Holocaust

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Jan Pössel und Kian Shahidi mit Schülern bei der Eröffnung.

Wildeshausen - Schüler aller weiterführenden Wildeshauser Schulen waren gestern über den Tag verteilt in der Aula der Realschule zu Besuch. Das war schon ungewöhnlich. Ganz besonders daran war aber, dass sie eine Ausstellung besichtigten, die von den neunten Klassen der Realschule vorbildlich vorbereitet und realisiert wurde.

Fünf Themenschwerpunkte gab es anlässlich des Holocaust-Gedenktages. So wurde „Jüdisches Leben damals und heute“ ebenso beleuchtet wie die „Judenverfolgung in Wildeshausen“, das „Leben in den Konzentrationslagern“ und der „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“.

„Die Aussteller gehen davon aus, dass man gut 60 Minuten benötigt, um den Durchgang zu absolvieren“, erklärte Realschulleiter Jan Pössel im Rahmen der Eröffnung. Zudem seien Vorträge der Schüler an den Wänden geplant.

Pössel war voll des Lobes für die Schüler: „Ich habe in letzter Zeit selten so viele positive Stimmen über einen Jahrgang im Lehrerzimmer vernommen wie von euch. Ich glaube, vielen von euch hat dieses Projekt viel Freude gemacht.“

Auch Bürgermeister Kian Shahidi lobte das Engagement. „Die Forschungen der Schüler haben viel dazu beigetragen, dass wir heute mehr wissen über unsere jüdischen Nachbarn von einst, und dafür möchte ich den Schulen und den Schülern meine Anerkennung aussprechen.“

Die Wildeshauser Schüler waren gestern mit Fragebögen in der Ausstellung unterwegs. Dabei ging es nicht nur darum, Wissen abzufragen. „Wir nutzen das für die Nachbereitung im Unterricht“, so Realschullehrer Marcus Schwoll.

Interessierte Zuhörer hatten die jungen Menschen gestern auch in Rabbiner Jona Simon und Bodo Gideon Riethmüller von der jüdischen Gemeinde in Oldenburg. Beide zeigten sich beeindruckt von der Arbeit der Schüler. Aber auch für die Referenten war es interessant, denn insbesondere Riethmüller konnte noch einiges Wissen ergänzen. So fragte er die Schüler beispielsweise: „Wisst ihr, wer die Juden in die Gaskammern geführt hat?“ Als die Referenten die Nationalsozialisten nannten, klärte er sie auf: „Nein, es waren Juden, die ihre eigenen Glaubensgenossen in die Todeskammern bringen mussten.“ · dr

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