Die EWE bestätigt horrenden Kundenschwund

Schönreden zwecklos

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Statistiken sagt man allgemein einen großen Nachteil nach: Man kann sie drehen, wie man will, je nachdem, welche Seite der Wahrheit gerade gewünscht ist.

Der EWE ist es allerdings gelungen, diese Regel außer Kraft zu setzen: Wie man die Zahlen auch dreht und wendet – die Wahrheit für den Oldenburger Energieversorger will einfach nicht erfreulicher werden. „Die Lage ist ernst“, musste Konzern-Sprecher Christian Blömer gestern gegenüber dem NDR kleinlaut zugeben. Zuvor hatte der Konzern bei der Bilanz-Vorstellung bestätigt, im vergangenen Jahr 41 000 Kündigungen auf den Tisch bekommen zu haben (wir berichteten), allein 15 000 davon im November. Normal seien zwei- bis dreitausend Kündigungen pro Monat.

Vertriebschef Christian Haferkamp versuchte zumindest noch, das Fiasko schönzureden. „Wir haben schließlich auch viele Neukunden gewonnen“, meinte Haferkamp. Bei einem Kundenschwund von insgesamt 27 000 im Jahr 2010 seien nach Haferkamps Rechnung immerhin 14 000 neue Abnehmer hinzu gekommen.

Bei der Ursachenforschung gab sich Haferkamp dann durchaus einsichtig. „Ein Grund ist sicher der Imageverlust durch die vielen erfolgreichen Klagen gegen uns“, legte der EWE-Sprecher den Finger in die eigene Wunde. Hintergrund ist eine Klagewelle hunderter EWE-Kunden, die für ihr Gas zuviel an das Unternehmen gezahlt hatten. Der Bundesgerichtshof hatte sämtliche Preissteigerungen des Konzern seit April 2007 für unwirksam erklärt. Das Amtsgericht Oldenburg berichtete von rund 350 offenen Verfahren. „Allerdings ist höchstens ein Drittel der Kündigungen darauf zurückzuführen“, sagte Haferkamp: „Viel größer ist der Verlust durch die jüngste Preiserhöhung im Dezember.“

Um den Negativschlagzeilen endlich ein Ende zu setzen, will der Konzern handeln. Die EWE will die aktuelle Kundenzahl 2011 mindestens halten und dafür den Service verbessern und das Gas-Angebot auf ganz Niedersachsen ausweiten.

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