Schon zwei IGS-Anträge abgelehnt

Schlechte Signale aus Hannover

Landkreis - (ck) · Droht nun auch dem Antrag des Landkreises Oldenburg auf Schaffung einer Integrierten Gesamtschule in Harpstedt das Aus? Ungeachtet des „rechtsfreien Raums“ lehnte die Landesschulbehörde jedenfalls schon zwei IGS-Anträge ab. In beiden Fällen betraf es den Landkreis Schaumburg. Zur Begründung hieß es, dass die Zahlen nicht der Mindestanforderung von fünf Klassen pro Jahrgang entsprächen. Doch diese Regelung lief bekanntlich Ende vergangenen Jahres aus, und die neue Verordnung tritt noch nicht in Kraft. Deshalb hatte am Mittwoch auch der Kreis Oldenburg seinen Antrag für die IGS Harpstedt auf den Weg gebracht, um die vermeintliche Rechtslücke zu nutzen.

Doch Kultusministerium und Schulbehörde wiesen auf die „gängige Verwaltungspraxis“ auch nach Ablauf der Verordnung zur Mindest-Schülerzahl hin.

Befürchtungen zum Scheitern des IGS-Ziels will Maik Ehlers als Leiter des Amts „Schulen und Hochbau“ im Wildeshauser Kreishaus noch nicht äußern. „Allerdings könnte dies bedeuten, dass alle weiteren Anträge dieser Art ebenfalls abgelehnt werden“.

Als weitere Folge dieses Abschmetterns käme die Einberufung des nicht öffentlich tagenden Kreisausschusses in Frage. Dessen Mitglieder müssten dann darüber abstimmen, ob die Kreisverwaltung gegen diese negative Entscheidung Klage einreichen soll oder nicht. Im Fall des Anfechtens müsste sich dann das Verwaltungsgericht Oldenburg mit dem Anliegen befassen. „Und dann wäre der gewünschte Termin eines IGS-Starts in Harpstedt zum August dieses Jahres wohl nicht mehr zu halten“, schätzt der Schulamtsleiter.

Schon jetzt sei fraglich, ob eine IGS zum kommenden Schuljahr noch realisierbar sei. „Denn unabhängig davon, ob eine vierzügige anstelle einer fünfzügigen Gesamtschule möglich wäre, kann die Landesschulbehörde den Antrag trotzdem ablehnen“, stellte Ehlers klar. Als Grund käme dann die mangelnde Versorgung mit geeigneten Lehrkräften in Betracht. „Zum Beispiel wächst ja jede im vergangenen Jahr genehmigte IGS nun um einen Jahrgang – und benötigt entsprechende personelle Ressourcen“, verdeutlichte der Amtsleiter. „Ich kann nicht abschätzen, ob das Land in dieser Zeit ausreichend Lehrkräfte mit einer entsprechenden IGS-Befähigung ausgebildet hat.“

Schon vor einigen Monaten hatte Klaus Kapell von der Wildeshauser Außenstelle der Landesschulbehörde berichtet, dass der Markt der entsprechenden Pädagogen „ziemlich leer“ sei.

Zurzeit bleibt dem Landkreis Oldenburg nichts weiter übrig, als aufs Befinden zum Antrag zu warten. „Die momentane Unsicherheit entspricht der unüberschaubaren Situation zu diesem Thema“, urteilte Ehlers gestern. „Aber eine gewisse ablehnende Haltung des Landes zu neuen Gesamtschulen lässt sich schon erkennen.“

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