Jägerschaften informierten gestern die Mitglieder des Großenkneter Rates

Schießsportzentrum: Finanzierung nicht gesichert

Ahlhorn - Von Jan SchmidtSehr offen und auskunftsfreudig haben gestern die Vertreter der Jägerschaften Cloppenburg und Vechta die Mitglieder des Großenkneter Gemeinderats über das „Schießsportzentrum Ahlhorner Heide“ informiert. Deutlich wurde dabei, dass die Realisierung des Projektes finanziell auf wackeligen Beinen steht. „Aber wir werden das Geld zusammenkriegen“, betonte Thomas Große Beilage, der als frisch gewählter Vorsitzender der Jägerschaft Cloppenburg auch ein Eingeständnis machen musste: „Wir haben es in der Vergangenheit versäumt, die Bürger in Ahlhorn mitzunehmen.“

Trotz dieser Erkenntnis machte Große Beilage deutlich, dass er die „Verhinderungspolitik“ der Gemeinde nicht so hinnehmen werde. „Das ist rechtlich nicht haltbar. Wenn Sie das tatsächlich so durchziehen, werden wir Sie hinterher fragen, warum Sie 100 000 Euro eines gemeinnützigen Vereins einfach so versanden lassen haben“, warnte der Sprecher der Investorengemeinschaft.

Mit dem Begriff „Verhinderungstaktik“ dürfte Große Beilage das plötzliche Interesse der Firma „Bunte“ gemeint haben, die das Grundstück für gewerbliche Zwecke nutzen möchte. Die Gemeinde Großenkneten hatte vor kurzem angekündigt, ein entsprechendes Bauleitplanverfahren einzuleiten. Geplant sei auch eine Veränderungssperre für das Grundstück – damit wäre das Projekt „Schießsportzentrum“ geplatzt.

Nachdem dies bekannt geworden sei, habe er sofort zu Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke Kontakt aufgenommen, berichtete Große Beilage. „Meiner eindringlichen Bitte, das Thema von der Tagesordnung der Sitzung am 10. Juni zu nehmen, hat der Bürgermeister eine Absage erteilt.“ Für die Investorengruppe wäre ein Scheitern des Projektes nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern auch ein enormer finanzieller Verlust. Bislang seien die bereits erwähnten 100 000 Euro – eigentlich sogar 105 000 Euro – in das Bauvorhaben geflossen. Laut Große Beilage mussten die Jägerschaften 75 000 Euro für diverse Gutachten hinblättern. Weitere 30 000 Euro würden für die Baugenehmigung fällig, und das auch, sofern das Projekt platzen sollte.

Für die endgültige Realisierung plane man grob mit einer Investitionssumme von 1,3 Millionen Euro.

„Woher wollen Sie das Geld denn nehmen?“, wollte Andrea Oefler (SPD) wissen.

„Zum Großteil aus Eigenmitteln der Jägerschaft“, sagte Große Beilage. Ihm sei durchaus bewusst, dass er auf ganz großes Verständnis der Mitglieder hoffen müsse. Prinzipiell wisse er aber, dass die Jäger geschlossen hinter dem Projekt stehen. Zusätzliche hoffe man auf einen Zuschuss von 200 000 Euro aus der Jagdabgabe.

„Ich gebe zu, dass das Projekt nicht auf sicheren Beinen steht. Aber scheitern wird es nicht“, betonte der Sprecher der Investorengemeinschaft. Für den Fall, dass das Projekt tatsächlich über Kopf gehe, sei eine Bürgschaft zum Rückbau in Höhe von 60 000 Euro zu hinterlegen.

Überhaupt sind Bürgschaften ein Thema, mit dem sich die Jägerschaften derzeit hart herumplagen. Im Grunde könnte die Baugenehmigung durch den Landkreis schon längst erteilt sein, berichteten die Investoren gestern. Bislang sei dies jedoch an einer Bürgschaft in Höhe von rund 300 000 Euro gescheitert, die die Jägerschaften beim Landkreis Oldenburg für die Umsiedlung von seltenen Tieren und Pflanzen sowie für Kompensationsmaßnahmen hinterlegen müssten.

Wann denn nun mit der Genehmigung zu rechnen sei, wollte Rudolf Wübbeler (CDU) wissen. „Sagen Sie mit, wie Ihre Planungen sind“, entgegnete Große Beilage. „Wenn Sie Ihre Verhinderungstaktik durch den Planungsausschuss drücken, sehen wir zu, dass wir unsere Baugenehmigung kriegen. Wir möchten sicher nicht, dass es hart auf hart kommt. Aber das Geld würden wir zusammenkriegen.“

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