Schützenverein Köhren feiert mit riesiger Gästeschar ein tolles Jubiläum bei Bilderbuchwetter / Hochstimmung im Zelt

Sander: „Sind eine starke Gemeinschaft“

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Mit einem spontanen Säbelrasseln unterhielt das Offizierkorps der Harpstedter Bürgerschützen die Gäste nach der Überreichung der Gastgeschenke. ·

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenKLEIN KÖHREN · Rund 900 Menschen füllten am Sonnabend während der 100-Jahr-Feier des Schützenvereins (SV) Groß und Klein Köhren das Festzelt, darunter allein gut 700 Gäste aus geladenen Vereinen. Bilderbuchwetter begleitete das Jubiläum. Viele Mitfeiernde wollten gar nicht wieder nach Hause. Noch weit nach null Uhr ging im Zelt die Luzie ab. Die Rio Tanzband aus Damme trieb die Stimmung auf den Siedepunkt.

Am Abend legten zwei „Geburtstagskinder“, Rita Wachendorf (SV Beckstedt) und Edelhard Deepe (SV Beckeln), ein Ehrentänzchen aufs Parkett. Zusammen sind sie nur ein Jahr jünger als der Schützenverein Köhren. Das ganze Zelt sang „Happy Birthday“. Als die beiden Jubilare am Nachmittag beim Einmarsch je einen Kuchen mit Kerzen auf den Tischen vorfanden, waren sie baff. „Eine tolle Geste“, urteilte Manfred Kück, Vorsitzender der Beckelner Grünröcke.

Im Gegensatz zu den wohltuend kurzen Grußworten von Landrat Frank Eger, Beckelns Bürgermeister Heiner Thöle und Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes fiel die Liste der Vereine und Gruppen, die mitfeierten und Präsente überreichten, lang aus: Die Schützenvereine Beckeln, Beckstedt, Dimhausen, Dreeke, Dünsen, Ippener, Schulenberg-Horstedt, Simmerhausen-Hockensberg, Kirch- und Klosterseelte, Wohlde-Mahlstedt, Reckum-Winkelsett, Rüssen, Ristedt, Bahlum, Borwede und Natenstedt gaben sich – teils mit ihren Spielmannszügen – ebenso die Ehre wie die Harpstedter Bürgerschützen mit Offizieren, (fünf) Trommlern, Magistrat und „Pragern“, die Kameradschaften Beckeln, Colnrade, Ippener und Harpstedt, die Blaskapelle Rüssen und die Feuerwehr Beckeln inklusive Jugendblasorchester.

Die zum Jubiläum veröffentlichte Festschrift fand viel Anerkennung. Der Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Manfred Sander, streifte in seiner Ansprache die historischen Ursprünge. „Am Sonntag, 17. März 1912, hatten sich in der Beckmannschen Gastwirtschaft in Brammer 23 Mitglieder der Schulgemeinde Groß und Klein Köhren eingefunden, um über die Gründung eines Schützenvereins zu sprechen. So steht es in unserem Protokollbuch von 1912 zu lesen, das zum Glück noch erhalten ist. 23 Mitglieder haben sich damals auf den Weg für eine starke Gemeinschaft gemacht. Wären sie nicht gewesen, stünden wir heute nicht hier. Zusammen etwas bewegen, das war ihr Ziel, und sich Unterstützung von anderen zu holen, war nichts Außergewöhnliches. Wir nahmen uns die Statuten der Schützenbrüder aus Wohlde-Mahlstedt zum Vorbild und legten dann unsere Satzung fest. Das Miteinander war uns also schon damals sehr wichtig.“ Sander erinnerte an Höhen und Tiefen. Die Schützen hätten immer wieder den Mut zum Weitermachen gefunden. Seit eh und je fühle sich der Verein allen Bürgern verbunden. Aus der kleinen sei eine große starke Gemeinschaft geworden. „Wenn bei uns etwas zu tun ist, dann packt man eben mit an. Das war schon immer so. Das wird so bleiben“, so der Vorsitzende. Mit Stolz erfüllten ihn die rund 8 500 ehrenamtlich geleisteten Stunden bei der Erweiterung der Schießhalle zum Dorfgemeinschaftshaus.

Beckelns Bürgermeister Heiner Thöle griff den Gedanken vom Schützenverein, der etwas bewegt, auf, und schlug einen originellen Bogen zur Geschichte vom Zappelphilipp. „Hier gilt es, Schütze, deine Kunst zu zeigen“, zitierte Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes aus Schillers „Wilhelm Tell“ und fügte hinzu: „Ich bin mir sicher, die Köhrener Schützen geben auch in den nächsten Jahrzehnten ihr Bestes und zeigen weiterhin Schützenkunst in sportlichem und bürgerschaftlichem Gefilde.“

Der Verein könne optimistisch in die Zukunft blicken, resümierte Landrat Frank Eger. Er lobte den Zusammenhalt. „Viele haben eine ganz tolle Arbeit geleistet für das, was wir heute hier sehen.“

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