Gestriges Benefizkonzert im Koems-Saal mit zwei Bands ein voller Erfolg

Rund 250 Zuhörer haben ein Herz für Henrik

Riesenstimme, tolle Ausstrahlung: Sandra Otte.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Etwa 250 Menschen haben gestern ein „Herz für Henrik“ bewiesen und ein Benefizkonzert im Harpstedter Koems-Saal besucht, um dem schwerstbehinderten Jungen aus Delmenhorst eine Delfintherapie auf Curaçao zu ermöglichen.

Manuela Bellersen, Henriks Mutter, dankte für die Welle der Hilfsbereitschaft. Rund 11 000 Euro müssen sie und ihr Mann André für die Therapie inklusive Flug aufbringen. Einer ersten vorsichtigen Schätzung zufolge könnte das Konzert ungefähr 2 000 Euro eingebracht haben. Der „Kassensturz“ stand bei Redaktionsschluss noch aus.

Zwei Bands hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Zur Einstimmung in den Nachmittag wartete die Formation „Blue Welfare“ mit virtuosem Jazz-Rock und tollen Soli auf. Die erstklassigen Instrumentalisten sprachen mit ihrer von Improvisation und „Blue Notes“ lebenden Musik allerdings ein sehr spezielles Publikum an und ernteten daher eher artigen als frenetischen Applaus seitens des altersgemischten Publikums. Der Headliner „Sandra Otte & ihr Couchcafé“ traf dagegen voll den Geschmack der Zuhörer. Mit glasklarer Stimme besang die in Harpstedt lebende Frontfrau Geschichten, die das Leben schreibt. In den deutschsprachigen Texten – zu beschwingten und groovenden Melodien – ging es etwa um ein Straßencafé oder auch um „Gisela“, eine selbstgefällige Besserwisserin, die sich gern reden hört und zu allen Fragen – gern auch ungefragt – ihren „Senf“ beisteuert. In dem Stück „Es ist ja, wie es ist“, verquickte die erst 2009 gegründete Band mit Musikern aus Harpstedt, Bremen und Ganderkesee geschickt Sprichwörter und Redensarten. „Unwillkürlich natürlich“ hieß das Programm, das die Sängerin sowie Arne Lenser (Bass), Ulf Malinowski (Gitarre), Heiko Schäffer    (Key-board), Guy Halbout (Schlagzeug) und Jürgen Harm (Percussion) servierten. Die Besetzung der Vorband „Blue  Wel-fare“ unterschied sich nicht sehr stark von der des „Couchcafés“. Die meisten Musiker gehören beiden Combos an. Neben den Eintrittsgeldern waren auch die Erlöse aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, den fleißige Hände hinter den Kulissen gebacken hatten, für den guten Zweck bestimmt. „Blue Welfare“ sicherte zu, acht von zehn Euro je verkaufter CD zu spenden. Ein Bürger hatte 99 Schlüsselanhänger mit Delfin-Motiv gestiftet, die zu einem großen Teil Abnehmer fanden. Auch diese Verkaufseinnahmen flossen in die „Benefiz-Kasse“. Der Konzerteintritt betrug sechs Euro. So mancher Zuhörer zahlte freiwillig mehr. Im Publikum saß sogar eine nach Norwegen ausgewanderte Frau, die in der Bundesrepublik Verwandte und Freunde hat. „Irre, was hier los ist!“, staunte Sandra Otte. Sie wunderte sich in ihrer Begrüßung darüber, dass so viele Leute gekommen waren, ohne überhaupt so recht zu wissen, „was ihnen hier blüht“.

„Sandra Otte ist meine Chefin. Ich arbeite als Physiotherapeutin in ihrer Harpstedter Praxis“, berichtete Manuela Bellersen am Rande des Konzerts. Und weiter: „Nachdem Sandra einen Auftritt in einem regionalen Bremer Sender, im Center-TV, hatte, habe ich zu ihr im Scherz gesagt, wenn sie so berühmt sei, könne sie ja auch ein Benefizkonzert für Henrik geben.“ Die Mutter des behinderten Jungen war verblüfft, als ihre Chefin diesen Vorschlag tatsächlich aufgriff. „Ich werde mich in Zukunft ein bisschen mehr zurückhalten mit dem, was ich Sandra sage. Sie setzt ja alles sofort in die Tat um, was man ihr erzählt“, flachste Manuela Bellersen in einer kurzen Ansprache an das Publikum. In ihre Dankesworte schloss sie alle Helfer und Unterstützer ein, so auch Uwe Schmidt vom Druckhaus Lampe, der Plakate und Flyer gesponsert hatte. Der Konzert-Erlös wird trotz des Erfolges längst nicht reichen, um die Therapiekosten zu decken. Manuela Bellersen versicherte gegenüber der Kreiszeitung, dass es ihr und ihrem Mann aber garantiert gelingen werde, die große „Restsumme“ zusammenzubekommen.

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