Nach „Kuckuck“ Trittin ist der Vechtaer Stoppelmarkt wieder in schwarzer Hand

Rückkehr zum Burgfrieden

In bester Bierlaune präsentierten sich gestern Hermann Gröhe (Staatssekretär der CDU Deutschlands, links) und Vechtas Bürgermeister Helmut Gels während des Stadtempfangs in Kühlings Festzelt.
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In bester Bierlaune präsentierten sich gestern Hermann Gröhe (Staatssekretär der CDU Deutschlands, links) und Vechtas Bürgermeister Helmut Gels während des Stadtempfangs in Kühlings Festzelt.

Oldenburg - Von Jan SchmidtVECHTA · Ein Jahr nachdem ein „grüner Kuckuck“ namens Trittin auf dem Stoppelmarkt in Vechta sein „Unwesen“ getrieben hat, ist in der CDU-regierten Stadt wieder Ruhe eingekehrt. Während des gestrigen Stadtempfangs in Kühlings Festzelt herrschte gewohnter Burgfrieden. Dass die provokante Rede Trittins aber dennoch einen Stachel hinterlassen hat, zeigte sich gestern anhand von einigen Spitzen.

Bürgermeister Helmut Gels (CDU) machte den Anfang. Während seines Grußwortes berichtete er von einem angeblichen Gespräch zwischen Trittin und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Demnach habe Trittin gefragt, warum es beim Raumschiff Enterprise alle möglichen Gestalten – zum Beispiel rote, schwarze und gelbe – gebe, jedoch kein einziges grünes Männchen. „Tja“, habe die Kanzlerin geantwortet. „Die Enterprise-Geschichte, Herr Trittin, spielt bekanntlich in der Zukunft.“

Dieser Anekdote wusste Hermann Gröhe, seines Zeichens Generalsekretär der CDU Deutschlands, noch einen draufzusetzen. Der Gastredner des gestrigen Tages erzählte dem Publikum von seiner rheinländischen Heimatstadt Neuss. Schon bald knüpfter er jedoch die Verbindung zu seinem Vorgänger am Rednerpult vor einem Jahr. „Liebe Freunde“, begann er seinen kleinen Seitenhieb auf Trittin. „Mit mir habt ihr ja schon zum zweiten Mal in Folge einen Grünen zum Stoppelmarkt geholt. Zumindest trage ich bei unserem Schützenfest in Neuss eine grüne Uniform.“ Ginge es jedoch um ernsthafte Politik, so greife er lieber auf den bewährten schwarzen Anzug zurück.

Im übrigen, so berichtete Gröhe, habe die Zeitschrift „Bunte“ Trittin einmal unter die erotischsten Männer Deutschlands gewählt. „Das wollen wir nicht auf uns sitzen lassen“, erklärte der Festredner mit einem Augenzwinkern. „Trinken wir auf die Männer von Vechta. Prost!“ Nach einem kräftigen Zug aus dem Bierglas fügte er hinzu: „Trinken wir auch auf die Frauen von Vechta – weil sie es im Gegensatz zur ,Bunte‘ besser wissen.“ Das Publikum brach in Gelächter aus und spendete kräftig Beifall.

Zu keinem Zeitpunkt hatte der neutrale Beobachter den Eindruck, hier presche jemand mit seinen Sticheleien über das Ziel hinaus. Getreu nach dem Motto „Wer austeilt, muss auch einstecken können“ bekam der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestasgfraktion eine ordentliche Retourkutsche.

Nebst unterhaltsamer Spötteleien verteilte Gröhe auch viel Lob. Besondere Anerkennung zollte er der Stadt Vechta für die Ausrichtung des Stoppelmarktes. „Dieser hat eine lange Tradition, die es aufrecht zu erhalten gilt.“ Als bedeutsamen Wirtschaftsstandort hob er die gesamte Region des Oldenburger Münsterlandes hervor. Der Erfolg von etlichen Unternehmen spiegele sich in den Eigenschaften der Menschen wider. „Hier auf dem Stoppelmarkt werden Geschäfte noch mit einem Handschlag und unter Augenkontakt abgeschlossen“, sagte Gröhe. „Man vertraut auf das Wort, die Ehrlichkeit und Bodenständigkeit des anderen. Hier helfen sich die Leute gegenseitig.“ Genau dies seien auch die richtigen Eigenschaften für eine erfolgreiche Europapolitik.

Es folgte abermals großer Applaus der geladenen Gäste im Festzelt. Zum offiziellen Stadtempfang waren unter anderem Bundes-Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) und Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, gekommen. Auch Hans-Werner Schwarz, Vizepräsident des Landtags in Hannover, sowie die Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst (FDP) und Franz-Josef Holzenkamp (CDU) saßen im Publikum.

„Mit Ihrer Rede, Herr Gröhe, sind wir sehr zufrieden“, betonte Bürgermeister Gels, bevor man sich endlich den Feierlichkeiten widmete.

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