Gleich drei Reitvereine haben in Dötlingen ihre Zelte aufgeschlagen / Schimmelhof „mischt“ Wildeshausen auf

Ross und Reiter erobern Campingplatz

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Nach einem Tanz auf dem Wildeshauser Marktplatz stellten sich die Zeltlager-Teilnehmer der Reitgemeinschaft Schimmelhof zum Gruppenfoto auf. · ts

Doetlingen - ASCHENSTEDT · Das Phänomen ist zwar jedes Jahr im Juli in der Wildeshauser Innenstadt zu beobachten, einige Passanten trauten dennoch ihren Augen nicht, als gestern Nachmittag plötzlich Asterix und Obelix auftauchten, eine Hausmauer entlang der Westerstraße wandelte und zwei Zahnpastatuben den Marktplatz eroberten. Hinter den Figuren verbargen sich Betreuer der Reitgemeinschaft Schimmelhof, die derzeit wie andere Reitvereine auch auf dem Campingplatz Aschenbeck in Dötlingen ihre Zelte aufgeschlagen hat. Gestern stand das schon traditionelle „Betreuer-Erkennungsspiel“ in der Kreisstadt auf dem Programm.

Mit rund 60 Kindern ist die RG Schimmelhof bereits am vergangenen Freitag auf dem Campingplatz eingetroffen. Einen Tag später reiste der Verein Pferdesport Petersfehn mit 37 Kindern und Betreuern sowie 23 Pferden und Ponys an. Am Dienstagmittag schlängelte sich dann die nächste Karawane von Fahrzeugen mit Pferdeanhänger in Richtung Zeltplatz. Auch der Reiterverein Ovelgönne war nun angekommen.

Für alle drei Vereine hat das Zeltlager in der Gemeinde Dötlingen einen festen Platz im Terminkalender. Die Ovelgönner kommen bereits seit 1978. Reichte in den Anfangszeiten noch ein großes Zelt für alle aus, wird mittlerweile ein ganzes Zeltdorf benötigt. Den Mittelpunkt bildet das Küchenzelt, das beim Aufbau alljährlich Kopfzerbrechen bereitet. So dauerte es auch am Dienstag eine ganze Weile, ehe Tische und Bänke, Besteck und Teller „einziehen“ konnten.

Die schönsten Momente in Dötlingen erleben die Teilnehmer aus Ovelgönne auf dem Rücken ihrer Pferde. Morgens und abends begeben sie sich ins Gelände. Krönender Abschluss sei stets der Ritt in einen Teich.

Dass der Campingplatz Aschenbeck gerade bei Reitvereinen so beliebt ist, kommt nicht von ungefähr. Der angrenzende Hof Aschenbeck und die Waldreitschule sowie das weitläufige Ausreitgelände bieten optimale Bedingungen für einen Reiturlaub. Zudem können die Camper direkt neben den Pferdekoppeln ihre Zelte aufschlagen. Für die Kinder des Pferdesportvereins Petersfehn führt der erste Weg deshalb morgens nicht an den Frühstückstisch, sondern zu den Vierbeinern, die mitgereist sind. Erst, wenn die Pferde und Ponys versorgt sind, gönnen sich die Acht- bis 15-Jährigen selbst eine Stärkung. Aufgeteilt in Gruppen stehen am Vormittag Ausritte, Voltigieren oder die Pflege der Pferde an.

Am Nachmittag bleibt dann Zeit für die individuelle Freizeitgestaltung. Ob Bodypainting, eine Rallye oder der Sprung in den Badesee – langweilig wird es den Kindern und Jugendlichen nicht. „Das hier ist der ideale Ort, der alles für Spiel, Spaß, Erholung und vor allen Dingen für unseren Sport bietet“, schwärmen die Betreuer, die am Abend oft noch mit den Mädchen und Jungen am Lagerfeuer sitzen.

Lange Gesichter gibt es bei dem tollen Freizeitprogramm selbst nicht, wenn es ans Abwaschen geht. Da müssen die Kinder mit anpacken. Für die Zubereitung des Essens sorgen hingen die beiden „Küchenfrauen“. Mal tischen sie Gyros, mal Spaghetti Bolognese und dann Hot Dogs auf. „Das  typische Kinderessen eben“, zucken sie mit ihren Schultern.

Das sieht auch auf der gegenüberliegenden Seite des Sees nicht anderes aus. Dort lebt die Reitgemeinschaft Schimmelhof noch bis Sonntag in ihrer eigenen Zeltstadt. Für die 60 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren haben die Betreuer nur zwei Pferde mitgenommen. Dementsprechend wird im Wechsel geritten und voltigiert. Um trotzdem den Nachwuchs bei Laune zu halten, gibt es eine Vielzahl von AGs – von der Schnitzeljagd und den Waldhüttenbau über Slackline und Schlüsselanhänger kreieren bis hin zur Wellnessgruppe.

Am Nachmittag stehen Gemeinschaftsaktionen auf dem Programm, und zu späterer Stunde gibt es auch mal einen Showabend. Gestern eroberten die Zeltlager-Teilnehmer Wildeshausen. Mit Merkzetteln ausgestattet, suchten sie ihre verkleideten Betreuer in der Innenstadt und notierten, in welches Kostüm sie geschlüpft waren. Heute geht es für die Gruppe in den Heidepark Soltau, und am Sonnabend ist für alle noch ein Spiel ohne Grenzen geplant. Anschließend geht es daran, so langsam schon die Sachen zu packen, ehe die Gruppe am Sonntag für ein Jahr Abschied nimmt. Dass der Schimmelhof 2013 wieder anreist steht außer Frage. „Schließlich zieht es uns in den Sommerferien bereits seit über 25 Jahren nach Dötlingen“, berichten Hartmut und Edelgard Eickhoff, die das Zeltlager organisieren.

Auch bei den anderen beiden Reitvereinen wird es wieder nur ein Abschied auf Zeit sein. 2013 treffen sich dann alle wieder. · ts

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