Delmenhorst bald im Landkreis ?

Rollié: Wir behalten Kreissitz

Manfred Rollié: Der Garten ist sein großes Hobby, aber dennoch hat den Alt-Bürgermeister die Politik noch längst nicht losgelassen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Gibt es den Landkreis Oldenburg mit seinen knapp 130 000 Bürgern in seiner jetzigen Form bald nicht mehr ? Wird die kreisfreie Stadt Delmenhorst „eingekreist“ ? Bleibt der Kreissitz in der Kreisstadt erhalten ? Fragen über Fragen geistern seit dem Gutachten von Dr. Jochim Jens Hesse durch die Köpfe der Bürger.

Wir haben mit Wildeshausens Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Manfred Rollié darüber gesprochen. Er gilt als einer der „politischen Motoren“ für die Verlegung des Kreissitzes nach Wildeshausen.

Das jüngste Gutachten sagt aus, dass durch die Zusammenlegung von Landkreisen oder „Einkreisungen“ die neuen und damit größeren Landkreise effektiver arbeiten könnten. Eine Feststellung, der Rollié eindeutig zustimmt: „Allerdings sollte niemand behaupten, dass dieses Gutachten zwingend ist für die Politik.“

Hesse nenne in seinem Gutachten lediglich viele Punkte, wo Stabilisierungsbedarf für die Kreise bestehe: „Und das ist auch so, wir müssen uns in der Tat Gedanken machen, wenn wir stark bleiben wollen.“ Ein Weber-Gutachten zu diesem Thema datiere aus den 60-er Jahren: „Schon er hat die These aufgestellt, dass ein Landkreis mindestens 150 000 Einwohner haben müsse, um bestehen zu können.“ Mit Delmenhorst hätte der Landkreis Oldenburg dann annähernd 200 000 Einwohner, wobei die jetzt noch kreisfreie Stadt mit gut 70 000 Bürgern dann die größte im Kreis wäre. Also den Kreissitz nach Delmenhorst ? „Nein“, sagt Rollié, „ich gehe davon aus, dass wir den hier in Wildeshausen behalten“. Allerdings sei es kein Geheimnis, dass bei der Zusammelegung auch verwaltungstechnisch erheblich gespart werden könne: „Wir brauchten dann nur noch einen Landrat. Und wenn unser Landrat noch einen Vorsteher Posten beim OOWV übernehmen kann, gehe ich davon aus, dass er dann nach Aufgabe dieses Amtes auch Delmenhorst noch locker mit managen könnte.“

Es sei nun einmal so, dass jeder über den Tellerrand schauen müsse: „Wenn ich Landkreise auf Dauer stabilisieren will, muss ich mir über Größe und vor allem die Zuständigkeiten Gedanken machen. Darum kämpfen wir vom Justizverein auch um die Erweiterung des Amtgerichtsbezirks.“

Wer Rollié kennt, der weiß, dass er ein Verfechter der Einräumigkeit der Verwaltung ist. „So weit möchte ich nicht gehen. Daher schlägt der Justizverein vor, wenigsten die Gemeinde Hatten unserem Bezirk zuzuschlagen.“

Den Grund für die Annahme, dass der Kreissitz in Wildeshausen bleibt, sieht Rollié nicht nur in der Tatsache begründet, dass der Kreis über 50 000 Einwohner mehr als Delmenhorst einbringen würde, sondern auch in der Lage: „Schon vor der Verlegung nach Wildeshausen hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gerd Glup immer wieder gesagt, dass er es nicht verstehen könne, dass das Herz des Landkreises außerhalb des Kreises, nämlich in Oldenburg, schlage.“ Der Durchbruch für den Sitz in Wildeshausen sei mit der Kreisreform gekommen: „Da Harpstedt dem Landkreis zugeschlagen wurde, kamen wir aus der Randlage heraus. Immer wieder ist seither von Landespolitikern gesagt worden, dass der Landkreis auf Grund seiner Größe nicht lebensfähig sei. Unser Ziel aber war es, ihn zu erhalten, wie er war, obwohl er nur rund 90 000 Einwohner hatte. Unser Landkreis Oldenburg war und ist eben sehr lebens- und liebenswert.“ Jetzt gehe er davon aus, dass es zu Zusammenlegungen komme, wodurch auch der Landkreis Oldenburg wachsen werde.

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