Der Winter hat sowohl schöne als auch nervige Seiten / Bauhof im Dauereinsatz / Tiere im Wildpark futtern mehr

Von Rodlern und Enten, die festfrieren können

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Viel los war in den vergangenen Tagen auf dem Dötlinger Rodelberg.

Dötlingen - Während die Autofahrer angesichts glatter Straßen stöhnen, die Mitarbeiter von Bauhof und Straßenmeisterei Überstunden schieben und sich Schneeschippen langsam zum weit verbreiteten Frühsport entwickelt, genießen Spaziergänger die weiße Landschaft, und der Nachwuchs macht die Rodelberge unsicher. Auch beim Winter gilt: Des einen Freud‘ ist des anderen Leid.

Früher aufstehen müssen seit dieser Woche die sechs Mitarbeiter des Bauhofs. „Spätestens um 5.30 Uhr sind sie auf den Gemeindestraßen unterwegs“, informiert Bauamtsleiter Uwe Kläner. Beim Räumen und Streuen haben die Schulbusstrecken Priorität. Es folgen die Gefahrenstellen und Kreuzungen sowie die Verbindungsstraßen. Während drei Mitarbeiter in den Fahrzeugen des Bauhofs für freie Fahrt sorgen, hat die andere Hälfte unter anderem die Bushaltestellen im Blick. „Ein paar Überstunden haben sich da schon angesammelt“, sagt Kläner.

Drei statt wie gewöhnlich zwei Runden durch ihren Wild- und Freizeitpark in Ostrittrum drehen die Riesmeiers bei diesem Wetter. „Wegen des Schnees und Frosts müssen wir einiges überprüfen“, erzählt Tanja Riesmeier. Die Liste reicht von den Leitungen, die natürlich nicht einfrieren sollten, bis hin zu den Enten und Schwänen, die sich trotz der klirrenden Kälte aufs Wasser wagen. „Da müssen wir schon einmal nachschauen, ob sie mit ihren Füßen nicht festgefroren sind“, sagt die Ostrittrumerin.

Ansonsten mache die Kälte den Tieren im Park kaum etwas aus. „Sie fressen nur mehr und erhalten extra Einstreu“, berichtet Riesmeier. Fast alle Parkbewohner können, je nach Laune, nach draußen oder in den Stall. „Gerade wenn die Sonne scheint, setzen sich einige gerne ins Freie. Das ist immer schön zu beobachten“, so Riesmeier. Eine Ausnahme sind die Fischotter, die im Inneren bleiben müssen, solange ihr See zugefroren ist. „Wir möchten nicht, dass sie unters Eis kommen“, erklärt sie.

Ein Auge müssen Riesmeiers auch auf die Dächer der Ställe und vor allem der Vogelvolieren haben. „Die befreien wir vorsichtshalber vom Schnee“, so Riesmeier. Dafür können sich die Parkbetreiber das Schneeschippen auf dem Boden sparen. „Da wir momentan eh Winterpause haben, müssen wir die Wege im Park nicht freihalten. Das ist ganz relaxt“, sagt Riesmeier.

Anders sieht es bei den Einwohnern der Gemeinde aus. Sie müssen die Geh- und Radwege vor ihren Häusern bis spätestens 7 Uhr gereinigt haben. Schneeschippen entwickelt sich da zum ungeliebten Massenfrühsport. Bis 20 Uhr erstreckt sich übrigens die Beseitigungspflicht.

Aber nicht alle schimpfen über die Wetterlage. Gerade Naturliebhaber genossen gestern einen von der Sonne begleiteten Spaziergang durch die weiße Landschaft. Ob an den Inloopswiesen, entlang der Hunte oder bei der St.-Firminus-Kirche – überall zeigte der Winter auch seine schönen Seiten. Und wer nicht im Auto, sondern auf dem Schlitten unterwegs war, freute sich über den vielen Schnee. So herrschte zum Beispiel am Rodelberg bei der Dötlinger Sporthalle in den vergangenen Tagen Hochbetrieb. Vor allem die Mädchen und Jungen aus der Nachmittagsgruppe der „Dötlinger Strolche“, in der Kindergarten- und Schulkinder betreut werden, stürmten die Anhöhe. Dick eingemummelt machten ihnen die niedrigen Temperaturen nichts aus – Hauptsache: Rodelspaß. „Das ist hier auch der einzige richtige Berg zum Schlittenfahren. Ansonsten gibt es nur kleine Hügel“, wussten sie bestens Bescheid und dankten damit indirekt der Gemeinde, die während des Baus der Krippe an den Kindergarten den störenden Rodelberg nicht entfernen, sondern nur versetzen ließ. · ts

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