Vierter Colnrader Kulturmarkt mobilisiert scharenweise Besucher

Mit der richtigen Mischung ins Schwarze getroffen

Die A-cappella-Gruppe „Art und Weise“ überraschte mit musikalischer Vielfalt. ·
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Die A-cappella-Gruppe „Art und Weise“ überraschte mit musikalischer Vielfalt. ·

Colnrade - Von Jürgen Bohlken. Keramik von Martin Mc William, Kunstgemälde von Rose Richter-Armgart, Kunsthandwerk in großer Vielfalt, Kinderlieder, Kirchenführungen mit Lore Ehrenreich, Lukullisches, Live-Musik, Lifestyle, eine Lesung für „die Kleinen“ und vieles mehr lockten gestern die Besucher scharenweise auf den vierten Colnrader Kulturmarkt (CoKuMa) mit über 20 Ausstellern im und am Ofenhaus.

Stammgäste auf dem „CoKuMa“: Kay Schmitz und Marcus Pick von „Heads on Stage“.

Die Familie Dauskardt traf mit ihrer klugen Mischung, die alle Sinne ansprach, ins Schwarze. Bis zum Abend hat der Markt womöglich sogar über 1000 Menschen mobilisiert. „Die Stimmung ist sehr positiv, auch von Ausstellerseite“, resümierte Ole Dauskardt. „Der Fall ist völlig klar, du wirst ein Schwein“, sang Norbert Leisegang am Nachmittag vor einem etwa 35-köpfigen Publikum in der Colnrader Kirche. „Mama, warum spielen die Kinder nicht mehr mit mir?“, der zweite Titel, handelte indes von seiner nicht immer leichten Schulzeit. „Ich konnte nicht besonders gut lesen, hatte Probleme mit meinen Klassenkameraden und war schon sehr speziell“, plauderte der Frontmann der Band „Keimzeit“ aus dem Nähkästchen. Während er zur Violinenbegleitung von Gabriele Kie-nast sang, zeichnete „Malerin Martha“ mit Kreide passende Illustrationen auf eine Tafel. Genau so ging es dann auch weiter während einer musikalischen Bilderlesung für Kinder, als Leisegang seine eigene Geschichte „Der Löwe“ vorstellte.

Thomas Bannas (r.) konnte mit selbst gebrautem süffigen Bier richtig punkten.

Am Vortag hatte er zusammen mit seinen Musikerkollegen des „Keimzeit Akustik Quintetts“, darunter auch Gabriele Kienast, „Midtsommer“, das in Norwegen eingespielte Debüt-Album des Ensembles, etwa 70 Zuhörern in der Kirche St. Marien vorgestellt. Nach zwei einstündigen Gigs im Gotteshaus gab die Gruppe noch vier Zugaben. Auch Klassiker der in Potsdam beheimateten Band „Keimzeit“ wie „Singapur“ oder „Kling Klang“ enthielt der „Akustik-Ableger“ dem Publikum nicht vor. „Ein wunderschöner Abend mit Stücken, die emotional tief berührt haben“, urteilte Ole Dauskardt über das gelungene Gastspiel.

Begleitend zum CoKuMa setzte die Wildeshauser A-capella-Gruppe „Art und Weise“ Akzente mit Musik, die vom mittelalterlichen „Audite silete“ über eine verswingte Version von Händels „Air“ bis hin zu skandinavischem Liedgut in Anspielung auf die Mittsommernacht ein weites Feld abdeckte.

Im Kulturgarten des Ofenhauses ließen es sich viele Gäste gutgehen, als sich die Sonne zeigte.

Eine Ausschank-Premiere erlebte „Bannas Bier“. Thomas Bannas aus Stuhr braut den Gerstensaft in den Sorten „Spezial“ und Hefe-Weizen bislang mit der Anlage eines Studienkollegen. Das wird sich aber bald ändern: Auf dem Hof seines Bruders Stephan in Lohmühle entsteht demnächst eine kleine Privatbrauerei. „Die finale Baugenehmigung liegt vor. Jetzt geht es los mit den Arbeiten“, erläuterte der Brauer- und Mälzermeister. Der kleine Betrieb werde am Anfang wohl Chargengrößen von maximal 200 Litern erreichen. „Ich will ein Produkt für die Region herstellen und die Handwerks-kunst des Brauens in den Mittelpunkt rücken“, so Bannas. Auf dem Kulturmarkt kam der Gerstensaft gut an. Viele Besucher orderten zunächst ein kleines Bier, um dann auf ein großes „umzusteigen“. Beide Sorten will Ole Dauskardt in seinem Dorfladen in Colnrade anbieten, wenn die Produktion läuft.

Bei der Arbeit ließ sich Cris Santos auf die Finger schauen.

Kay Schmitz und Marcus Pick von „Heads on Stage“ stellten eigene Hutkreationen auf dem CoKuMa vor. Ihre Kopfbedeckungen fertigen sie zu einem großen Teil im Auftrag von Theatern aus ganz Deutschland. Cris Santos verpasste am Stand von Meggie Myrcik vor den Augen Schaulustiger einem kleinen Schrank einen „Shabby Chic“-Look mit wasserlöslichen Kreidefarben, die in einem weiteren Arbeitsgang mit Wachs versiegelt werden. „Das Schöne ist, dass man das Holz vorher nicht abbeizen muss“, erläuterte sie.

Mit patentierten Produkten gegen kalte Füße und verspannte Nacken machten Gisela und Heinrich Struß von der Firma „wellgo“ auf sich aufmerksam: „Unsere Körnerschuhe und die mit Weizen gefüllten Getreidekissen mit Kragen werden in Backofen oder Mikrowelle gelegt, speichern die Wärme lange und verkaufen sich wie warme Semmeln“, verrieten sie.

Von „Rosengelee“ bis hin zu „After-Eight-Seife“ reichte die Palette der Produkte von Anja Brunkhorst aus Hölingen und Ute Brunkhorst aus Dötlingen. Eigene Illustrationen der Harpstedterin Tessa Rath fanden sich indes auf allen möglichen Dingen wieder, auf handbemalten Einbänden von Notizbüchern ebenso wie auf „Hampelmonstern“ als Bastel-Sets.

Ob Keramik, Mosaiken, Wollbilder, Holzbucheinbände, florale Gravuren in Glas, Filz- oder Holzschmuck – es gab jede Menge zu entdecken. Und Gaumen und Geschmacksnerven wurden mit Flamm-, Butter- sowie sonstigem Kuchen, Ziegenkäse und diversen weiteren Köstlichkeiten regelrecht verwöhnt.

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