Uwe Cordes ist seinen Führerschein los

Reue nach Alkoholfahrt mit Folgen

Er wünschte, er könnte seinen Fehler ungeschehen machen: Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Die Polizeimeldung klang völlig unspektakulär. Ein 59-jähriger Autofahrer aus Harpstedt sei in der Nacht zum Mittwoch, etwa um 0.05 Uhr, von einer Streife gestoppt worden, habe pusten müssen und dem Messergebnis zufolge 1,23 Promille intus gehabt. Was die Ordnungshüter nicht erwähnten: Bei dem Promillesünder handelt es sich um eine „Person des öffentlichen Lebens“: Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes ist seinen Führerschein erst einmal los.

Der Hauptverwaltungsbeamte bestritt gestern auf Nachfrage nicht, dass er zu später Stunde nach der Ratssitzung am Dienstag in Kirchseelte noch etwas getrunken hatte und in alkoholisiertem Zustand gefahren war. Er gab mit ehrlich klingender Reue zu, einen schweren Fehler begangen zu haben, der „nicht zu entschuldigen ist“.

Etwa 100 Meter vor seinem Haus an der Kleinen Eßmerstraße in Harpstedt hatte die Streife ihn angehalten. Da der gemessene Promillewert über 1,1 lag, kommt zusätzlich ein Strafverfahren auf ihn zu. „Ich muss jetzt leider damit leben. Ich werde mir einen Anwalt nehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen. Aus einem solchen Fehler kann man für die Zukunft nur lernen“, so der Samtgemeindebürgermeister und nebenamtliche Gemeindedirektor des Fleckens.

Er müsse seinen Alltag „nun umorganisieren“, insbesondere mit Blick auf die Dienstgeschäfte. Als Verwaltungschef hat Cordes auch Termine außer Haus wahrzunehmen. Zum Teil könne er sich von seiner Frau oder Bekannten chauffieren lassen. Zu manchen Anlässen werde er gemeinsam mit seinem Allgemeinen Vertreter Ingo Fichter fahren. „Einige Termine, die nicht unbedingt extern wahrgenommen werden müssen, werde ich nach Möglichkeit in den Amtshof verlegen.“ Selbst der „Draht-esel“ könnte als Fortbewegungsmittel dann und wann zum Einsatz kommen. „Vielleicht ist das ja das einzig Gute an der Geschichte: dass ich mich wieder mehr mit dem Fahrrad bewege.“

Cordes will offenkundig im Amt bleiben: Er werde seine dienstlichen Pflichten so wahrnehmen, dass Samtgemeinde und Flecken „nicht darunter leiden“, kündigte er an.

Alkoholfahrten gelten im öffentlichen Bewusstsein allerdings längst nicht mehr als Kavaliersdelikte, wie zuletzt das Beispiel der zurückgetretenen Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Margot Käßmann, gezeigt hat.

Ob aus den Reihen der Politik der berühmte „erste Stein“ geworfen wird, ist zur Stunde ungewiss. Womöglich aber wird Uwe Cordes öffentlichen Druck aushalten müssen, der schwerer wegzustecken sein könnte als Führerscheinentzug und Geldstrafe.

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