Dötlingen Stiftung zeigt „Müller vom Siel. Der Meister und seine Schülerinnen“

Reise in die Blütezeit der Malerkolonie

Vor allem Bremerinnen ließen sich von Georg Müller vom Siel Malunterricht geben.
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Vor allem Bremerinnen ließen sich von Georg Müller vom Siel Malunterricht geben.

Dötlingen - In die Blütezeit der Malerkolonie Dötlingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts entführt Anfang des kommenden Jahres die Dötlingen Stiftung. In der Galerie im Heuerhaus präsentiert sie ab Sonntag, 8. Januar, die Ausstellung „Müller vom Siel. Der Meister und seine Malschülerinnen“.

Georg Müller vom Siel (1865-1939) gehört zu den bekanntesten Künstlern, die sich vor rund 100 Jahren in Dötlingen niederließen. Nach zwei Amerika-Aufenthalten sowie einem in Paris entdeckte er 1889 während einer Wanderung das Dorf und war so angetan, dass er sich 1896 entschloss, nach Dötlingen überzusiedeln und hier künstlerisch tätig zu werden. Erst im Volkmann’schen Lehmschuppen und später im „Haus Meinek“ (dem heutigen Schullandheim), das er errichten ließ, betrieb er eine Malschule. Dort unterrichtete er Töchter bürgerlicher Bremer Familien, die in künstlerische Berufe strebten.

„Es handelte sich um Frauen, die versuchten, für die Kunst zu leben und auch mit der Kunst ihre Existenz zu sichern“, teilt die Dötlingen Stiftung mit. Heute seien die Malerinnen und ihre Arbeiten fast in Vergessenheit geraten. Ihre Werke, die zum Teil auch Motive aus Dötlingen zeigen, sind kaum der Öffentlichkeit zugänglich. Das möchte die Dötlingen Stiftung mit der Ausstellung, die bis zum 12. Februar eine „Palette wunderschöner Arbeiten“ zeigt, ändern.

Neben Bildern von Georg Müller vom Siel werden Werke von Hedwig Bulling, Louise Droste-Roggemann, Toni Elster, Anna Feldhusen, Emy Rogge, Margarethe Francksen, Marie Stein-Ranke, Gertrud von Schimmelmann und Marie Stumpe zu sehen sein.

Müller vom Siel war in erster Linie Landschaftsmaler und widmete sich heimischen Motiven. Unter anderem bannte er die Hunte auf Leinwand. Sein „Haus Meinek“ war nicht nur beiden Bremer Kaufmannstöchtern beliebt, es entwickelte sich immer mehr auch zum kulturellen Anziehungspunkt der Umgebung. Gäste wie der Oldenburger Heimatdichter Georg Ruseler, der Maler Ludwig Fischbeck und auch der Oldenburger Redakteur Wilhelm von Busch gaben sich hier die Klinke in die Hand. Letzterer war es auch, der als Vormund für Müller vom Siel bestellt wurde, nachdem er 1910 entmündigt worden war. Denn der Maler kämpfte mit einer Veränderung seines Gemütszustandes und wurde 1909 in die Nervenheilanstalt Wehnen eingeliefert, wo er am 13. Januar 1939 verstarb.

Große Teile seines Nachlasses finden sich heute im Besitz des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg. Beigesetzt wurde Müller vom Siel auf dem Friedhof in Dötlingen.

Die Stiftung möchte mit der Ausstellung auch die künstlerische Geschichte Dötlingens wieder in Erinnerung rufen. Die Vernissage beginnt um 11.30 Uhr in der Galerie. Geöffnet ist die Schau dann mittwochs und donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr. · ts

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