Unwissenheit und Bequemlichkeit an den Kreisverkehren

Radler müssen in gleiche Richtung wie Autos fahren

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Lob vom Polizisten: Peter Ahlers und Anke Kramer verhalten sich im Kreisverkehr vorbildlich. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerIst es Unwissenheit, Faulheit oder Ignoranz ? Fakt ist, dass immer wieder Fahrradfahrer die Kreisverkehre in der Kreisstadt in die falsche Richtung befahren – gegen die Fahrtrichtung der Autos. „Auch uns fällt das natürlich zunehmend auf“, sagt Polizeioberkommissar Rolf Quickert, Verkehrssicherheitsberater des Polizeikommissariats Wildeshausen.

Vor Ort dann der erste Beweis, dass es zum Teil Unwissenheit ist: Eine Mutter mit zwei Kindern ist falsch unterwegs und wird umgehend vom Gesetzeshüter darauf hingewiesen. „Das wusste ich nicht“, sagt die junge Frau. Quickert belässt es bei dem Hinweis, verzichtet darauf, ein Verwarngeld zu erheben: „Seit dem 1. April kann dieses Verhalten mit einem Verwarngeld von 20 Euro geahndet werden. Mit Behinderung mit 25, mit Gefährdung mit 30 und mit dem Verursachen eines Unfalls sogar mit 35 Euro. Laut Statistik kommt es dabei immer wieder zu Unfällen, weil Radfahrer, die in die falsche Richtung fahren, von Autofahrern oft nicht beachtet werden.“

Immer wieder betont der Oberkommissar, dass es in dieser Sache deutlichen Aufklärungsbedarf gebe: „Allerdings ist es in vielen Fällen meiner Meinung nach auch Bequemlichkeit.“ Wenn zum Beispiel ein Radfahrer von der Visbeker Straße aus auf die Feldstraße wolle, müsse er den Kreisverkehr einmal umrunden: „Und das ist vielen eben zu weit, sie wollen schnell vorankommen. Obwohl die blauen Schilder mit den weißen Kreis-Pfeilen eindeutig die Fahrtrichtung vorgeben. Und das gilt eben auch für die Radler.“

Vorbildlich verhalten sich am Kreisel Visbeker Straße die Radler Peter Ahlers, der mit den Autos in eine Richtung fährt, und Anke Kramer, die in die andere Richtung muss und ihr Fahrrad schiebt: „Genau so muss es sein“, sagt Quickert, „ansonsten würde sie jetzt nicht rechts, sondern links fahren.“ „Auch mir fällt es immer wieder auf, dass die Radfahrer gegen die Fahrtrichtung der Autos fahren. Dabei ist es schon oft zu brenzligen Situationen gekommen“, betont Ahlers.

Ausdrücklich weist Quickert nochmals darauf hin, dass auch Fußgänger, die den Rad und Fußweg am Kreisel nutzen, Vorrangrecht haben. „Verlassen Autofahrer den Kreisverkehr, dann ist das für sie ein Rechtsabbiegen, bei dem sie auf Radfahrer und Fußgänger zu achten haben. Gegebenenfalls müssen sie anhalten und warten.“

Allen Radlern gibt der Oberkommissar mit auf den Weg, langsam in den Kreisverkehr einzufahren, Autofahrer könnten sich auf Radler, die plötzlich „angerast“ kommen, nur schlecht einstellen: „Wichtig ist, dass die Vorfahrt nie erzwungen wird, denn die Radler sind die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Zudem sollte immer mit Fehlern Anderer gerechnet werden.“ Trotz der Vorfahrt, die Radler hätten, sollten sie an jeder Einmündung genau nach links und rechts schauen: „Hier ist es wichtig, Blickkontakt mit den Autofahrern aufzunehmen. Lkw haben bekanntlich ,tote Winkel‘, in denen der Radler beim Abbiegen nicht zu sehen ist. Daher ist es ratsam, auf die Weiterfahrt zu verzichten.“ Bei Dämmerung und Dunkelheit müsse die Beleuchtung eingeschaltet werden. Dienlich seien auch Reflektoren an der Kleidung.

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