Bedarfsermittlung als Grundlage / Nachbarschaftshilfe und Precht-Grundstück

Projektgruppe „Wohnen im Alter“ startet Umfrage

Rund 30 Einwohner, Ratsmitglieder und Vertreter der Verwaltung kamen am Montag zu dem konstituierenden Treffen der Projektgruppe „Wohnen und Leben im Alter“. ·
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Rund 30 Einwohner, Ratsmitglieder und Vertreter der Verwaltung kamen am Montag zu dem konstituierenden Treffen der Projektgruppe „Wohnen und Leben im Alter“. ·

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Das Thema „Leben und Wohnen im Alter“ beschäftigt wie kein anderes seit gut einem Jahr die Politik sowie die Einwohner in der Gemeinde Dötlingen. Grund ist die Abwanderung älterer Bürger wegen fehlender Angebote.

Nachdem in Planungswerkstätten bereits erste Lösungsansätze erarbeitet wurden, geht es nun mit einer Bedarfsumfrage weiter. Das teilte Jascha Rohr von dem von der Gemeinde beauftragten Institut für Partizipatives Gestalten (IPG) am Montagabend während eines ersten Projektteamtreffens, zu dem sich rund 30 interessierte Einwohner im Neerstedter Gemeindezentrum eingefunden hatten, mit.

Die Teilnehmer, darunter auch Vertreter der Verwaltung und Ratsmitglieder, wollen in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam konkrete Vorschläge für verschiedene Wohnformen und Angebote wie eine Nachbarschaftshilfe erarbeiten. Die Ergebnisse sollen dem Rat später als Entscheidungshilfe dienen. Um eine Grundlage für das weitere Vorgehen zu haben, soll zunächst eine anonymisierte und möglichst flächendeckende Umfrage klären, welche Hilfs- und Versorgungsangebote bei der älteren Bevölkerung bereits bekannt sind, in welchem Umfang sie genutzt werden und welche zusätzlichen Wünsche sowie Bedürfnisse bestehen. Auch Fragen zur Wohnsituation und Mobilität sind Bestandteil.

500 Fragebögen hatte Rohr am Montag bereits dabei. Denn neben den Ratsmitgliedern, Vertretern der Kirche sowie den Bezirksvorstehern sollen auch die Ehrenamtlichen aus dem Arbeitskreis losziehen und Betroffene ansprechen. „Grundsätzlich richtet sich die Umfrage an alle Einwohner, die Hilfe benötigen“, so Rohr. Hauptzielgruppe seien aber Senioren. Wie Sozialamtsleiterin Elke Brunotte ergänzte, gibt es in der Gemeinde gut 1 000 Einwohner über 60 Jahre. „Wenn wir 300 bis 400 Fragebögen für die Auswertung zurückbekommen, können wir schon einen Trend erkennen“, sagte sie.

Die Umfrage, bei der die Teilnehmer außer dem Alter, Geschlecht und Ortsteil keine persönlichen Angaben machen müssen, läuft bis zum 31. Juli. „Zugegeben: Aufgrund der Sommerferien ist dies nicht der günstigste Zeitraum“, gestand Rohr. „Wir möchten aber vorankommen.“

Denn die nächsten Termine für die Projektgruppe stehen bereits fest. Erneut kommt die Arbeitsgruppe, zu der Interessierte auch noch zustoßen können, am Donnerstag, 8. August, zusammen. Etwa im zweiwöchigen Rhythmus sind dann bis Dezember stets von 19.30 bis 21.30 Uhr weitere Treffen geplant. „Dabei ist eine kontinuierliche Mitarbeit Voraussetzung“, betonte Rohr. Quereinsteigende werden gebeten, „sich mit Wertschätzung gegenüber der schon geleisteten Arbeit in den Prozess einzubringen“. Sie sollten sich vor dem Einstieg in die Gruppe über das bereits Zusammengetragene informieren. „Grundsätzlich zählen drei Prinzipien – Arbeit auf Augenhöhe, Transparenz und Kommunikation sowie Selbstermächtigung“, sagte Rohr. Jeder habe die Möglichkeit, Ideen und Gedanken weiterzuentwickeln und zu testen, sollte seine Vorhaben aber kommunizieren. Nur so könne eine produktive Arbeitsatmos phäre entstehen.

Neben den Treffen der Projektgruppe sind zudem zwei weitere Planungswerkstätten vorgesehen. So soll am 24. August von 9 bis 18 Uhr das Angebot einer Nachbarschaftshilfe ausgearbeitet werden. Am 14. September geht es dann um das Precht-Grundstück am Goldbergsweg in Dötlingen, das den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte. Denn dort hatten die Gemeinde sowie das DRK vor gut einem Jahr ein großes Seniorenzentrum geplant, das von den Einwohnern aber in dieser Form nicht erwünscht war. Die Planungswerkstatt wird ein Konzept für eine alternative Wohnform auf diesem Grundstück erstellen.

Wer noch in dem Arbeitskreis mitwirken möchte, kann sich an Jascha Rohr vom IPG unter Tel. 04487/999690 oder per E-Mail an j.rohr@partizipativ-gestalten.de sowie an Elke Brunotte von der Gemeinde, Tel. 04432/950139, E-Mail: elke.brunotte@doetlingen.de, wenden.

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