Umweltminister Sander lobt Umgestaltung der Brookbäke durch Stiftung, viele Schüler und Verbände

Projekt als Vorbild für alle Bürger

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (r.) stellte das Gemeinschaftsprojekt zur naturnahen Umgestaltung der Brookbäke als beispielhaft in Sachen Bürgerengagement heraus.

Hude - (ck) n 840 000 Euro flossen seit 2004 in die „Kimmer Brookbäke“ – die „Lebensader des Hasbruchs“, wie Eilert Tantzen als Initiator dieser naturnahen Umgestaltung das Gewässer bezeichnete. Und die unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden von Schulklassen und Umweltschützern für den Umbau dieses Bachlaufs quer durch Urwaldflächen und Schutzgebiete im Norden des Landkreises Oldenburg kann niemand mehr genau beziffern. Gestern feierten Vertreter aller Geldgeber, Verantwortliche aus verschiedenen Behörden und Ehrenamtliche das Ende der „Revitalisierung“ – mit Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander als prominentestem Gast.

Das liberale Kabinettsmitglied ließ sich angesichts dieses beeindruckenden Resultats sogar zur Prognose hinreißen, dass der finanzielle Zufluss in dieses Gewässer noch weiter sprudelt: „Wenn so viele Repräsentanten eine solche Feierstunde besuchen, darf man einige Folgewirkungen erwarten.“

Damit spielte er auf die von der Naturschutzstiftung des Landkreises angedachte Beweidung einiger Uferwiesen an. Michael Feiner, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, stellte jedoch heraus, dass erst Gespräche mit den Grundeigentümern und Pächtern anstünden: „Wir haben vor, dort Heckrinder weiden zu lassen. Aber das geschieht nur in enger Abstimmung mit der örtlichen Landwirtschaft.“

Sander sandte jedoch positive Signale hinsichtlich einer weiteren Fördersumme vom Land aus: „Da mir die Oldenburger so am Herzen liegen, kann ich schlecht nein sagen. In Südniedersachsen ist das anders – da wird man aber auch nicht so nett aufgenommen…“

Den dicksten Zuschuss in Höhe von 340 000 Euro überwies die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“, deren Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde ebenfalls einen Folgeantrag erwartet: „Ich ahnte schon, dass meine Mitarbeiter früher als ich hierher gestartet sind, weil ihnen Michael Feiner und Bernd Lögering wohl ein neues Projekt vorstellen würden, um uns weiter etwas Geld aus der Tasche zu ziehen“, verriet Brickwedde augenzwinkernd: „Aber dieser Landkreis ist uns lieb und teuer.“

Lögering selbst erntete gestern ebenfalls Lob von allen Seiten – in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Naturschutzstiftung und vor allem als Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Kreishaus. Ihm dankte Feiner für die geleistete Arbeit – bis hin zu den Verhandlungen zum Kauf der benötigten Flächen. Den Grundstein für diese Renaturierung habe aber Eilert Tantzen als vorheriger Kuratoriums-Chef gelegt, würdigte Sander.

Daran erinnerte sich auch Landrat Frank Eger. „Als Bernd Lögering mich 2001 zu einer Unterredung bat und mir von einem Gespräch bei Herrn Tantzen berichtete, dachte ich nur: Das kann teuer werden.“ Dennoch leistete der Landkreis einen großen Beitrag zum Projekt – obwohl Eger einräumte, damals zu den vielen Skeptikern gehört zu haben – nicht, weil er den Sinn von Umweltschutz anzweifelte, sondern weil er Kritik der Landwirte und Revierpächter prophezeite.

Solche Widerstände gab es – aber sie lösten sich auf, nachdem erste Zwischenergebnisse der Flusslauf-Verlängerung sichtbar wurden, wusste Sander noch von seinem ersten Besuch im Hasbruch vor zwei Jahren. Vor allem aber hob der Minister dieses Projekt als Vorbild einer funktionierenden Bürgergesellschaft hervor – gezeigt durch die Naturschutzstiftung und unermüdlich arbeitende Gruppen der Hunteschule Wildeshausen, der Förderschule am Habbrügger Weg in Ganderkesee und der Peter-Ustinov-Schule Hude: „Wir hätten den Menschen hier auch etwas Fertiges und vom Bagger Geschaffenes vorsetzen können. Aber wenn so viele Schüler so viel Einsatz zeigen, darf es ruhig ein Jahr länger dauern. Und allen, die daran mitgewirkt haben, bleibt dieses Gebiet in Erinnerung.“

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